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Meyenburg Frühjahrsputz im Modemuseum Meyenburg
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00:21 05.01.2019
Fleißarbeit: Böden, Vitrinen und die kostbaren Kleidungsstücke des Modemuseums in Meyenburg werden derzeit gereinigt. Foe Quelle: Julian Stähle
Meyenburg

Die Tanne im Eingangsbereich des Meyenburger Schlosses lässt noch erahnen, wie es im Modemuseum zur Weihnachtszeit ausgesehen hat. Alles war festlich dekoriert und die Tische im Café einladend gedeckt. Seit Dienstag aber ist Schluss mit dem Schmuck – Staubtuch und Wischmop sind gefragt. Das große Putzen hat begonnen.

Essigwasser gegen Motten und Milben

Immer am Anfang des Jahres werden Ausstellungsräume und -stücke gereinigt. Eine aufwändige Prozedur und für Irena Berjas eine Premiere. Seit März vergangenen Jahres ist die gebürtige Niedersächsin Geschäftsführerin des Museums. Sie blickt auf eine „aufregende und spannende Zeit“ zurück und hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen, um diese einzigartige Institution mit Leben zu erfüllen.

Bevor jedoch am 2. Februar die erste Ausstellung des Jahres eröffnet wird, gilt die Aufmerksamkeit dem Inventar. Vom Dielenboden bis zu den Glasscheiben der Vitrinen wird vom Keller bis zum Obergeschoss alles gründlich gereinigt. Fingerspitzengefühl ist im Umgang mit den kostbaren Kleidungsstücken gefragt. Alle 1750 Objekte im Bestand des Museums werden auf ihren Zustand kontrolliert, entstaubt und mit Essigwasser abgetupft. Damit Motten und Milben der Appetit vergeht. Die kleinen Schädlinge sind neben Feuchtigkeit und Licht die größten Feinde der Sammlung.

Kleid von 1907 löst sich langsam auf

Wie fragil die Stoffe sind und das ihre Haltbarkeit nicht von Dauer ist, lässt sich an dem Hochzeitskleid von Marie Willebald beobachten, dass die Meyenburgerin bei ihrer Vermählung 1907 mit Otto Schulz getragen hat. An den Ärmeln ist der Stoff bereits gerissen. „Die Seide bricht“, erklärt Irena Berjas. Ein erwartbarer Alterungsprozess. Anfassen sollte man das Kleid nicht mehr, sagt sie. „Es geht langsam in Schönheit unter.“

Provenienzforschung mit der Stifterin

So traurig dieser Verlust erscheint, so spannend ist es jedes Mal aufs Neue, wenn das Museum Kleidungsstücke angeboten bekommt. Viele Schenkungen sind auch 2018 dazu gekommen. Eine Designerin aus Hamburg hat Kinderkleider aus den 1980er Jahren gebracht, die unter anderem von der schwedischen Königsfamilie getragen wurden. Auch ein ganzer Koffer mit einer kompletten Tennis-Ausrüstung steht jetzt in Meyenburg. Geschenkt ist auch die jeweilige Geschichte hinter den Kleidern. Um aber mehr über die Herkunft der Stücke in der Sammlung von Josefine Edle von Krepl zu erfahren, steckt Irena Berjas dieses Jahr gemeinsam mit der Museumsgründerin viel Zeit in die Provenienzforschung. Das sei dringend notwendig, betont die Geschäftsführerin, um die Informationen in die Ausstellung einzubauen. Für das Modemuseum sei es ein großes Glück, dass die Stifterin dabei noch mitwirken kann.

Neue Projekte für Schulen

In diesem Jahr möchte Irena Berjas, die vor ein paar Tagen mit Mann und Hunden nach Meyenburg gezogen ist, verstärkt mit Schulen der Region arbeiten. 2018 hat die promovierte Kunsthistorikerin gute Erfahrungen mit dem Projekt „Upcycling“ gemacht, in dem Jugendliche alte Kleidungsstücke aufgehübscht haben. „Das hat viel Leben ins Haus gebracht“, freut sich Berjas. Und da Mode nicht nur für Design, sondern auch für Sozialgeschichte steht, ergeben sich hier viele neue Ansätze für die Arbeit mit Schülern.

Von Stephanie Fedders

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