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Meyenburg Zwei Kittelschürzen für das Modemuseum
Lokales Prignitz Meyenburg Zwei Kittelschürzen für das Modemuseum
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16:21 07.10.2019
Unbeschadet sind alle in Meyenburg am Samstag angekommen. Vor dem Schloss wurden die Frauen in Empfang genommen. Quelle: Julia Redepenning
Meyenburg

Das war ein Lauf! Unter den Namen „Aufmarsch der Kittelfrauen“, waren Schürzenträgerinnen vom Haveldorf Strohdene nach Meyenburg gelaufen. Eine Strecke von 80 Kilometern nahmen sie dafür auf sich.

Die Wanderung war der Auftakt für ein deutsch-schottisches Projekts, in dem es um künstlerische Auseinandersetzungen mit ortsspezifischen Mustern geht. Kittel trifft auf Kilt, so der Gedanke.

Kleidungstücke sollen zum Nachdenken anregen

„Die Kleidungsstücke sind sehr Geschlechter bezogen“, erklärte Irena Berjas, Leiterin des Modemuseums im Schloss Meyenburg. Es ist somit ein Diskussionsthema. „Der Kilt ist ein typisches Männerkleidungsstück und die Kittelschürze eines für Frauen“, fügte sie hinzu.

Nun soll die Frage gestellt werden, wie in der Zukunft mit diesen Themen oder gar Vorurteilen umgegangen werden soll. Das Schloss Meyenburg wird dabei die Diskussionsbasis bilden. „Es ist eine Kooperation, die bis nach Schottland reicht“, erklärte Berjas.

Irena Berjas begrüßte ihre Gäste vor dem Schloss in Meyenburg. Quelle: Julia Redepenning

Projekt „Strodisign“ soll die wende bringen

Mit dem Projekt „Strodisign“ erlebte die Kittelschürze im Jahr 2016 eine Art Wiedergeburt. Die Künstlerinnen Borte Hoffmann und Gabriele Konsor rückten das Kleidungsstück wieder mehr in den Fokus. Bunt, schrill und vor allem uni sollte es sein.

Im Mai 2018 reiste eine zwölfköpfige Delegation ins Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur mit dem Ziel, eine dreimonatige Ausstellung mit dem Name „Strodisign“ zu eröffnen. Im Februar 2019 wurde das Projekt mit dem Havelländischen Kunstpreis ausgezeichnet.

Neue Ausstellung im Modemuseum geplant

„Mit diesem Lauf wird die Kooperation bestätigt“, erklärte Irena Berjas. Am Ende soll es nicht nur einen weiten Fußmarsch gegeben haben. Im Februar ist eine neue Ausstellung im Meyenburger Modemuseum geplant. Symbolisch wurden daher zwei Kittelschürzen dem Museum als Schenkung überreicht.

Diese zwei Kittelschürzen wurden dem Modemuseum geschenkt. Sie werden Teil der neuen Ausstellung werden. Quelle: Julia Redepenning

Am Sonntag, 16. Februar 2020, soll die Ausstellung um 15 Uhr feierlich eröffnet werden. Doch geplant ist noch mehr. „Es werden auch Gespräche über das Thema in Strohdene und in Schottland geführt“, erklärte Irena Berjas.

Es soll ein mehrjähriges Projekt entstehen mit dem Schloss Meyenburg als Zentrum. „Schön das wir ein Teil davon werden dürfen“, sagte Gabriele Konsor bei der Übergabe der Kittelschürzen an das Modemuseum.

Letzte Wanderung führte von Pritzwalk nach Meyenburg

Während der gesamten Reise wurde bei befreundeten Projekten ein Stopp eingelegt. Jeder der Wandertage stand unter unter einer für das ländliche Umfeld relevanten Fragestellung. Am Freitag machten die Frauen daher Halt in Pritzwalk und besuchten die Ausstellung der Kunstfreunde Pritzwalk.

Auf der letzten Tour führte der Weg mit ungefähr 28 Kilometern nach Meyenburg. Begleitet von Revierförster Olaf Bergmann und seinem Hund ging wurde die letzte Etappe bewältigt. Bei herrlichem Sonnenschein erreichten alle unbeschadet das Ziel und wurden feierlich in Empfang genommen. Der Posaunenchor Oberkrämer sorgte für passende Musik. „Keiner hat damit gerechnet, dass so viele kommen“, sagte Irena Berjas.

Der Posaunenchor aus Oberkrämer sorgte für passende Musik. Quelle: Julia Redepenning

Nach dem öffentlichen Teil, der einerseits vor dem Schloss und später im großen Saal des Modemuseum abgehalten wurde, gab es eine Stärkung für alle Frauen. Es wurde eine warme Suppe gereicht. Hungrig und etwas ausgekühlt waren alle nach dem Lauf. Nun werden die Vorbereitungen für die baldige Ausstellung im Februar getroffen. Zu dieser lädt Irena Berjas jetzt schon herzlich ein.

Von Julia Redepenning

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