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Meyenburg Prignitz diskutiert über Streckenaktivierung
Lokales Prignitz Meyenburg Prignitz diskutiert über Streckenaktivierung
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17:16 22.05.2019
Auf diesem Weg bei Lenzen fuhr einst die Lüneburger Bahn. Quelle: Beck
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Pritzwalk

Die Vorschläge zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken erregten bundesweit Aufmerksamkeit. Auch in der Prignitz wurden die Ideen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmer (VDV) und der Allianz pro Schiene diskutiert. Zwei Strecken stehen auf der Liste, die den Landkreis tangieren würden.

Landesregierung plant neue Strecken rund um Berlin

Einmal geht es um die Verbindung von Wittenberge nach Dannenberg, zum anderen um die Linie von Meyenburg nach Güstrow. Zwei länderübergreifende Projekte, sofern sie von der Theorie in die Praxis umgesetzt werden könnten.

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Von oben nach unten betrachtet, verweist der VDV auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der eine Verdopplung der Fahrgastzahlen vorsieht. Eine Etage tiefer plant das Land Brandenburg gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg das “Schienennetz von morgen“ mit dem Namen „i2030“. Sämtliche acht Projekte liegen im Speckgürtel – analog zur Landesentwicklungsplanung für die Hauptstadtregion.

In der Meinungsfindung sind sich die Prignitzer einig. Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann sieht in seiner Stadt „viele Fans der Schiene“ und manche Zeitzeugen, die die „Lüneburger Bahn“ noch fahren haben sehen. 1947 wurde der Betrieb eingestellt, die Schienen demontiert. Ende des zweiten Weltkrieges ist die Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Dömitz gesprengt worden.

Von Meyenburg per Bahn an die Mecklenburgische Seenplatte

49 Kilometer lang wäre die Strecke bis Dannenberg. Die Reaktivierung als „Nebenstrecke nach Hamburg wäre prüfenswert“, sagt Hermann und spricht in diesem Punkt eine Sprache mit Mike Laskewitz. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz verweist auf die touristische Verknüpfung der Region, beispielsweise im Projekt „Kurs Elbe“. Mit einer Bahnverbindung „rückt die Metropolregion Hamburg noch dichter ran“, argumentiert Laskewitz.

Auch in Meyenburg steht der touristische Aspekt im Vordergrund. „Die Bahn wäre der ideale Zubringer für die Mecklenburgische Seenplatte, man könnte direkt bis Plau fahren“, sagt Meyenburgs ehrenamtlicher Bürgermeister Falko Krassowski.

Sie wäre allerdings einfacher zu realisieren als die Elbquerung, da die Route bis nach Güstrow noch vom Güterverkehr genutzt wird. „Die Strecke ist voll einsatzfähig und mit geringem Aufwand zu reaktivieren“, ist sich Krassowski sicher.

Auch Pritzwalk würde von Wiedereröffnung der Strecke nach Güstrow profitieren

Unterstützung für die Idee kommt aus Pritzwalk. Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Peter Garlin (CDU) sieht die Chance, eine durchgehende Verbindung von Berlin zur Ostsee zu schaffen und die Prignitz einzubeziehen.

Auch Landrat Torsten Uhe nennt „alles, was die Anbindung verbessert, begrüßenswert“. Für den Verwaltungschef stellt sich aber die Frage, ob die Projekte realisierbar wären. Das muss die Zukunft zeigen. Hilfreich wäre hierbei bestimmt eine Prignitzer „Allianz pro Schiene“.

Von Stephanie Fedders