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Meyenburg Schnellstes Labor auf Schienen in der Prignitz zu Gast
Lokales Prignitz Meyenburg Schnellstes Labor auf Schienen in der Prignitz zu Gast
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16:51 18.10.2019
Das neue Schmuckstück der Deutschen Bahn, der „advanced TrainLab“, ist aktuell in Meyenburg zu Gast. Quelle: Julia Redepenning
Meyenburg

Ist das ein ICE in Meyenburg? Wenn gegen 17 Uhr die Klingeln der Schranken in der Freyensteiner Straße beginnen zu läuten und die Arme sich anschließend senken, dann warten schon dutzende Schaulustige mit Handy und Kamera bewaffnet am Straßenrand.

Kurz darauf fährt er in den Bahnhof ein – das Schmuckstück der Deutschen Bahn. Der „advanced TrainLab“ ist das schnellste Labor auf Schienen und aktuell begibt er sich täglich auf Testfahrten zwischen Karow und Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Nächte verbringt er in Meyenburg.

Der ICE blieb nicht lange unentdeckt

In der Prignitzer Kleinstadt sorgte das Testobjekt für Aufsehen. Kaum jemanden ist es entgangen, dass plötzlich ein neuer Zug im Bahnhof steht und sich auf einem sonst unbefahrenen Streckenabschnitt bewegt. „Der war am Sonntag plötzlich da und kommt am Abend wieder zurück“, berichtete ein Anwohner in Bahnhofsnähe. Doch was genau es mit dem Fahrzeug der Deutschen Bahn auf sich hat, wissen nur wenige Leute.

„Da stehen jeden Tag viele Menschen und fotografieren den Zug“, erzählte eine Mitarbeiterin des Eisenbahnromantik Hotels in Meyenburg. Der rollende Riese blieb nicht lange unentdeckt. Auch am Mittwochabend standen gegen 17 Uhr mehrere Zuschauer schon knapp eine halbe Stunde vor dem Eintreffen der Bahn am Straßenrad um den kurzen Moment der Einfahrt mitzuerleben.

Gegen 17 Uhr nimmt der ICE sein Nachtlager in Meyenburg ein. Schaulustige warten teilweise bis zu einer Stunde, um den Zug am Abend einfahren zu sehen. Quelle: Julia Redepenning

Ein Sprecher der Deutschen Bahn freute sich sehr über die Resonanz. „Das ist wirklich toll, dass so viele hinkommen um den ICE zu sehen“, sagte er.

Ein reines Testobjekt auf Forschungsreisen

Der ICE-TD mit einem grauen Streifen auf der Seite ist ein Forschungszug. „Sein einziger Zweck ist das Testen neuer Systeme“, erklärte der Pressesprecher. Der einst als „Diesel-Weißwurst“ zwischen Sachsen und Bayern seine Karriere begann und zuletzt nach Dänemark fuhr, dient heute als rollendes Labor für Verkehrstechnik. „Mit ihm testen wir neue Innovationen, die später zum Einsatz kommen“, so der Mitarbeiter der Deutschen Bahn.

Während seiner Fahrten durch Mecklenburg-Vorpommern wird unter anderem geprüft, mit welchen Mitteln Züge auf nassen oder mit Laub bedeckten Schienen besser bremsen und anfahren können. „Bei solchen Witterungen ist die Reibung schlechter“, erklärte der Sprecher. Eine Besandungsanlage soll da Abhilfe schaffen. Ebenfalls werden die Knorr-Bremsen des gleichnamigen Unternehmens ausprobiert. „Wir arbeiten mit verschiedenen Partnern zusammen und in diesem Fall mit dem Bremsenunternehmen“, so der Bahn- Sprecher.

Da der Bahn-Konzern auf den eigenen Strecken zu wenig Platz für solche Tests hat, stellte die Regio Infra Nord-Ost der Bahn ihre Schienen zur Verfügung. Auf den betroffenen Streckenabschnitten fährt aktuell kein fahrplanmäßiger Triebwagen.

Testfahrten in ganz Deutschland

Der ICE ist in ganz Deutschland unterwegs. Das erste Mal sorgte das Schienenfahrzeug im März 2019 für Aufsehen, als er auf nicht mehr befahrenden Gleisen zwischen Berlin- Wannsee und Berlin-Lichterfelde West unterwegs war. Gemeinsam mit der Siemens Mobility wird seit Anfang des Jahres das neue „Advanced Driver Assistance System“, kurz ADAS, ausgiebig getestet. „In Mecklenburg-Vorpommern kommt diese Methode aber nicht zum Einsatz“, sagte der Sprecher der Bahn.

Das ADAS besteht aus einer Kamera für den Wellenbereich des sichtbaren Lichts, einem Radar-Sensor sowie einem Lidar-System. Das Auffahren auf Prellblöcke oder Hindernisse, die sich eventuell auf den Schienen befinden, kann so verhindert werden.

Noch bis zum 25. Oktober ist der Zug in Meyenburg

Wer Interesse hat und sich den Zug aus nächster Nähe ansehen möchte, sollte schnell sein. Nur noch bis Freitag, 25. Oktober, wird er in Meyenburg zu Gast sein. Gegen 17 Uhr fährt er aus Richtung Plau am See in den Meyenburger Bahnhof ein und wird dort abgestellt. Sowohl das Bahnhofgelände, als auch die Fläche seitlich der Freyensteiner Straße bieten einen guten und sicheren Ausblick.

Im Anschluss an seinen Einsatz begibt sich das fahrende Labor wieder in Richtung Hauptstadt. In der Nähe von Berlin wird er dann zu neuen Fahrten aufbrechen um weitere Techniken und Innovationen auszuprobieren.

Von Julia Redepenning

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