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Meyenburg So soll der neue Kita-Spielplatz aussehen
Lokales Prignitz Meyenburg So soll der neue Kita-Spielplatz aussehen
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17:33 01.11.2019
So schön könnte der Spielplatz werden, jedenfalls nach dem Modell, dass die Kinder gemeinsam mit Kita-Leiterin Sybille Gerike enthüllten. Quelle: Bernd Atzenroth
Meyenburg

Der kleinen Pauline war es ganz wichtig, am Mikro etwas loszuwerden: „Es ist wichtig, dass die Kinder mitbestimmen können“, sagte sie am Mittwoch in der Meyenburger Kita Eichhörnchen, „denn wir spielen hier und nicht die Erwachsenen.“

In der Tat haben die 150 Kindergarten- und Hortkinder der Einrichtung einen großen Anteil daran, dass es jetzt ein Modell für einen runderneuerten Spielplatz an der Einrichtung gibt. Das konnten sie gemeinsam mit der Leiterin der Einrichtung, Sybille Gerike am Mittwochnachmittag enthüllen.

Sogar ein kleiner Pool ist integriert

Mit einer Förderung des Deutschen Kinderhilfswerks aus dem Fonds Frühkindliche Demokratiebildung – Projekt „Beteiligungsstrukturen und Methoden“ – machte man sich in der Integrationskindertagesstätte in Meyenburg daran, den neuen Spielplatz Wirklichkeit werden zu lassen. Finanziert wurde so eine Planung, an der die Kinder genauso beteiligt waren wie ihre Eltern und das Kita-Team. Das erste konkrete Ergebnis der ganzen Mühen ist das jetzt angefertigte Modell, für das als Planerin Annegret Huth gewonnen wurde.

Jule Möller (r.) ließ bei der Vorstellung des Modell in der Kita Eichhörnchen auch Kinder, hier Paulina, zu Wort kommen. Quelle: Bernd Atzenroth

Wenn das Modell in die Realität umgesetzt werden sollte, haben die Kinder einen richtig tollen Platz mit schönen Spielgeräten, vielleicht sogar einem kleinen Pool und Sitzgelegenheiten für die Eltern.

Schon jetzt ist das 32 Jahre alte Spielgelände neben der Kita schön, doch es bedürfte auch konzeptionell der Erneuerung. Schließlich war der Platz einmal für Drei- bis Sechsjährige ausgelegt. Jetzt aber sind auch die älteren Hortkinder in der Einrichtung. Und die wollten bei der Neugestaltung ebenfalls ein Wörtchen mitreden. Zudem muss dem Anspruch einer Integrationskita Rechnung getragen werden.

Kinder konnten ihre Wünsche äußern

Kinderrechte – das Recht auf Spiel, das Recht auf Mitbestimmung und das Recht auf Mitgestaltung – wurden beim musikalischen Einmarsch auch visualisiert. Ihre Achtung ist dem Kita-Team wichtig.

Jule Möller und Laura Malcherzyk, zwei junge Erzieherinnen im 21 Frauen und einen Mann umfassenden Betreuungsteam der Kita, erklärten die inhaltliche Gestaltung des Projekts und ließen dann die Kinder zu Wort kommen, die ihre Ideen in die Gestaltung des Modells eingebracht hatten.

Landschaftsplanerin Annegret Huth war für das Projekt gewonnen worden und zeigte sich von Kindern wie Betreuerinnen nachher begeistert. Quelle: Bernd Atzenroth

Sie konnten ihre Wünsche äußern, begingen vorher den jetzigen Spielplatz, um zu entscheiden, welche Spielgeräte sie behalten wollen und welche vielleicht auch nicht. Nach der Vorstellung des Modells wurden auf der jetzigen Spielfläche im „Ideencafé“ weitere Ideen für die Gestaltung gesammelt. Auch Eltern brachten sich mit einer Reihe von Vorschlägen dabei ein.

Das hatte die Planerin noch nie erlebt

Für Annegret Huth, Landschaftsplanerin aus Heinersdorf, die eigentlich schon zwei Jahrzehnte Erfahrung mit ähnlichen Projekten hat, war dies fast Neuland. „Eine tatsächliche Beteiligung von Kindern erleben ich erst zum zweiten Mal“, sagte sie auf MAZ-Nachfrage. Und: „Diesen Grad an Beteiligung habe ich in noch keiner Kita erlebt.“ Das war auch für sie sehr spannend, zumal die Erzieherinnen von Beginn an toll mitgemacht haben.

Das Projekt ist mit dem Modell erst einmal abgeschlossen. Jetzt geht es weiter mit der Planung. Ob dabei alle Ideen auch Realität werden, steht noch ein wenig in den Sternen. Denn schließlich will das Vorhaben auch finanziert sein.

Dabei möchte die Stadt helfen, wie Meyenburgs Bürgermeister Falko Krassowski betonte. „Die Kita ist sehr aktiv, und die Zusammenarbeit ist sehr sachlich“, betonte er, „wenn hier Sachen geplant werden, dann sind das keine Utopien.“

Die Finanzierung ist noch nicht sicher

Die Finanzierung der Spielplatzerneuerung soll über Fördermittel laufen. Im Moment aber haben alle Fördertöpfe ein Enddatum, und die neue Landesregierung konstituiert sich gerade erst. Es ist also noch unklar, aus welchem Topf Mittel fließen könnten und welcher Anteil an der Gesamtsumme so bestritten werden kann. Davon hängt auch die Höhe des kommunalen Eigenanteils ab. Um diesen aufzubringen, wird nach weiteren Möglichkeiten gesucht, Geld einzuwerben.

Ingo Jeschke steuerte viele Ideen dazu bei, wer für die Co-Finanzierung des Vorhabens noch gefragt und gewonnen werden könnte. Quelle: Bernd Atzenroth

Dabei behilflich sein will Ingo Jeschke. Und tatsächlich hatte der Sadenbecker, der sich neben seinem sonstigen ehrenamtlichen Engagement auch für die Integrationskita einsetzt, einige Ideen, woher die Mittel kommen könnten. Von ihm stammt auch der Vorschlag, ein momentan nicht genutztes Stück Rasen direkt neben der Spielfläche in einen Bolzplatz umzuwandeln.

„Drücken Sie die Daumen“, sagt zu all dem Sybille Gerike, „vielleicht haben wir Glück, dann machen wir eine richtige Fete.“

Von Bernd Atzenroth

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