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Meyenburg So will die Prignitz für Radtouristen attraktiv werden
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So will die Prignitz für Radtouristen attraktiv werden

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09:39 17.11.2021
Auf dem Weg durch das Hainholz zwischen Pritzwalk und Streckenthin gibt es einige Möglichkeiten, um Rast zu machen.
Auf dem Weg durch das Hainholz zwischen Pritzwalk und Streckenthin gibt es einige Möglichkeiten, um Rast zu machen. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
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Perleberg

Radtourismus wird für die Prignitz immer wichtiger. Das bedeutet aber auch, dass in Erhaltung und Ausbau der touristischen Infrastruktur investiert werden muss. Seit 2018 ermöglichen Bund und Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ die Modernisierung überregionaler Radwege im Landkreis Prignitz.

Fünf überregionale Radrouten im Landkreis Prignitz

Davon gibt es im Kreisgebiet fünf: den Elberadweg, den Elbe-Müritz-Radweg, die Bischofstour, die Tour Brandenburg und die Radtour Historische Stadtkerne 3. Insgesamt beträgt die Streckenlänge der überregionalen Radwege 285 Kilometer – wobei ein Teil davon mehrfach mit den Routen belegt ist.

Getan hat sich bereits einiges, was allein die Summe der bereits bewilligten Fördermittel in Höhe von etwa zwei Millionen Euro deutlich macht. Dazu gab es jetzt im Kreiswirtschaftsausschuss einen Bericht von Andreas Much, Sachbereichsleiter für Wirtschaft und Infrastruktur in der Prignitzer Kreisverwaltung.

Das Radlerparadies Prignitz fällt nicht vom Himmel

Die Ausschussmitglieder hatten sich diesen gewünscht, nachdem ihnen in der vorhergehenden Sitzung Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbands Prignitz, das Radlerparadies Prignitz nahegebracht hatte. „Aber das fällt ja nicht vom Himmel“, sagt dazu Andreas Much. Denn die Qualität der Wege entscheidet über ihre Attraktivität für Touristen – und da gilt es, den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können.

In der Gemeinde Karstädt wurden zwei Radwegabschnitte asphaltiert, und zwar auf der Kirschblütenstraße in Laaslich und ein Teilstück zwischen Glövzin und Waterloo.

. Quelle: Bernd Atzenroth

Bei Pritzwalk sind die zwölf Rastpunkte fertiggestellt

Teilweise fertiggestellt sind drei Radwegabschnitte im Gebiet der Stadt Wittenberge: bei Hinzdorf, Scharleuk und am Klärenweg.

Am Beginn stehen Arbeiten in Perleberg von der Sophienstraße zur Neuen Mühle. Dort sollen fünf Rastpunkte geschaffen werden.

Fertiggestellt sind die Abschnitte bei Streckenthin und Mesendorf, die vor allem auf dem Gebiet der Stadt Pritzwalk, aber auch auf dem der Gemeinde Groß Pankow verlaufen. Dort wurden zwölf neue, schicke Rastgelegenheiten geschaffen.

Für zwei Vorhaben ist erst Förderung beantragt

Bewilligt ist eins von zwei Bauvorhaben im Amt Bad Wilsnack-Weisen, und zwar von Bad Wilsnack bis zum Forsthaus Plattenburg. Geplant ist, vier Rastplätze anzulegen und die Strecke zu beschildern. Lediglich beantragt ist das in der Gemeinde Plattenburg verlaufende Anschlussstück bis nach Kletzke.

Das gilt auch für ein zweites Bauvorhaben auf dem Gebiet des Amtes Bad Wilsnack-Weisen. Es betrifft diverse Abschnitte und den Bau von Rastgelegenheiten. Im Moment ruht der Antrag aber. Laut Kreis hat die ILB aber eine Weiterbearbeitung signalisiert, dann werde eine Zuarbeit des Amtes erforderlich.

Schick sehen die neuen Rastgelegenheiten aus. Quelle: Bernd Atzenroth

Eigenanteil für Kommunen liegt nur noch bei fünf Prozent

Für die Kommunen ist das Förderprogramm eigentlich komfortabel, handelt es sich doch bislang um eine 90-Prozent-Förderung, die neuerdings sogar auf 95 Prozent aufgestockt wurde. Lediglich der ausstehende Restbetrag muss als Eigenanteil geleistet werden.

Die Antragstellung läuft über den Landkreis bei der Investitions- und Landesbank (ILB). Diese schickt die Zuwendungsbescheide an den Kreis mit Genehmigung zur Weiterleitung an Dritte. Rechte und Pflichten im Rahmen der Antragstellung regeln öffentlich-rechtliche Verträge zwischen Kommunen und Kreis.

Förderung für Radwege läuft am 31. Dezember aus

Trotzdem hat sich nicht jede Kommune in der Lage gesehen, den Eigenanteil aufzubringen – eigentlich berühren die fünf überregionalen Routen bis auf die in Gumtow alle Großgemeinden im Landkreis, doch es gibt nur sieben Projekte.

Fraglich ist auch, wie es nach dem 31. Dezember weitergeht, denn dann läuft die Förderrichtlinie aus. „Dann wissen wir noch nicht, wie es weitergeht“, räumt Much ein, der aber optimistisch ist, dass es eine Anschlusslösung geben wird.

Von Bernd Atzenroth