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Meyenburg Von der Bürokauffrau zur Pflegefachkraft
Lokales Prignitz Meyenburg Von der Bürokauffrau zur Pflegefachkraft
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16:40 24.09.2018
Antonia Berndt, angehende Pflegefachkraft aus Meyenburg, und DRK-Pflegedienstleiter Marko Fischer. Quelle: Bernd Atzenroth
Meyenburg

Längst nicht alle Menschen, die den Pflegeberuf erlernt haben, bleiben diesem auch treu. Bei Antonia Berndt ist es genau umgekehrt. Die heute 23-Jährige hat sich nicht vorstellen können, einmal den Pflegeberuf zu ergreifen. Doch genau das tut die junge Frau aus Meyenburg jetzt, die eigentlich zuerst eine Ausbildung als Bürokauffrau angefangen hatte. Nun aber beendet sie gerade ihre Ausbildung beim Ambulanten Pflegedienst des DRK „Am Schlosspark“ in Meyenburg und fängt am 1.  Oktober als Pflegefachkraft beim DRK-Kreisverband in Pritzwalk an.

Marko Fischer freut sich sehr darüber, dass es gelungen ist, jemanden für die Pflege zu gewinnen. „Es geht auch anders herum“, schlussfolgert der DRK-Pflegedienstleiter in Meyenburg, „sie ist nicht vor der Pflege weggelaufen.“ In Zeiten des Pflegenotstands ist das auch für ihn eine schöne Erkenntnis. Oft macht er andere Erfahrungen, berichtet von Abschlussklassen mit 18 Personen, von denen heute nur noch vier als Pflegefachkraft arbeiten. „Die fangen erst gar nicht mehr an, in der Pflege zu arbeiten“, weiß auch Antonia Berndt.

Premiere im ambulanten Pflegedienst

Dabei war sie selbst ursprünglich auf einem anderen beruflichen Weg. „Eigentlich wollte ich Bürokauffrau werden“, erinnert sie sich, „aber mein Betrieb war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich wollte nicht da bleiben.“ So war sie kurze Zeit arbeitslos. Ihre Mutter war es dann, die ihr den Vorschlag machte, mal beim DRK nach einer anderen Ausbildung nachzufragen.

Antonia Berndt war selbst zunächst skeptisch. Doch glückliche Umstände ermöglichten es ihr, gleich acht Wochen lang im Rahmen von zwei Praktika im Bürgerhaus und in der Altenpflege in den neuen Beruf hineinzuriechen. Und danach fiel ihr die Entscheidung leicht.

Antonia Berndt, angehende Pflegefachkraft aus Meyenburg. Quelle: Bernd Atzenroth

Antonia Berndt wurde dann am 1. Januar 2015 als ungelernte Pflegekraft eingestellt, weil damals dafür gerade jemand gesucht wurde. Ab dem 1. Oktober 2015 folgte dann die dreijährige Ausbildung als Altenpflegerin. „Wir in Meyenburg waren der erste ambulante Pflegedienst in der Prignitz, der eine Auszubildende hatte“, erklärte Marko Fischer. Theorieunterricht bekam Antonia Berndt bei Agus in Neuruppin. Fremdpraktika führten sie ins Christophorus-Seniorenzentrum in Pritzwalk sowie in eine Klinik in Plau am See.

„Man muss es wirklich mal ausprobieren.“

„Ich bin froh, dass es so gelaufen ist“, sagt die 23-Jährige und rät allen, die sich das vorstellen können: „Man muss es wirklich mal ausprobieren.“ Es ist die ganz andere Beziehung mit Menschen, die Antonia Berndt für ihren Beruf eingenommen hat. „Alles ist ein bisschen enger. Man begleitet den Menschen, manchmal auch auf dem letzten Weg.“

Dabei verhehlt sie nicht, dass es auch gewöhnungsbedürftige Umstände in dem Beruf gibt. „Doch ich hätte es mir schwerer vorgestellt“, sagt sie. Und all das wird aufgewogen durch die Wertschätzung, die viele Patienten ihren Betreuern entgegenbringen. Das Gefühl der Befriedigung stelle sich allein dann ein, wenn Patienten lachen oder „einen einfach mal umarmt und danke gesagt haben. Wenn man die Anerkennung bekommt, weiß man ja auch, dass es richtig ist, was man macht“.

Von Bernd Atzenroth

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