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Meyenburg Wie Wirtschaft funktioniert
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00:42 27.04.2018
Celin (l.) war Firmenchefin beim 10. Projekt "Wirtschaft verstehen" mit Andrea Reimitz von Meyenburger Möbel.
Celin (l.) war Firmenchefin beim 10. Projekt "Wirtschaft verstehen" mit Andrea Reimitz von Meyenburger Möbel. Quelle: Beate Vogel
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Die vier „Arbeiterinnen“ der Firma „Flower Power“ sind so fleißig, dass sie eine Menge „Produkte“ herstellen. Firmenchefin Celin leitet an, greift mit ein und koordiniert. Ihren Angestellten gefällt es: Sie bekommen 1000 Euro Gehalt – Mindestlohn. Die Schüler der Klasse 6a der Meyenburger Grundschule lernten beim alljährlichen Projekt „Wirtschaft verstehen“, wie Wirtschaft und Staat zusammen hängen.

„Es ist das 10. Jahr, in dem wir das Schulprojekt anbieten“, sagt Andrea Reimitz, Assistentin der Geschäftsleitung bei der Firma Meyenburger Möbel. Während die 5. Klassen zu einer Betriebsbesichtigung ins moderne Möbelwerk eingeladen werden, probieren sich die 6. Klassen als Unternehmer aus.

Lohn und Steuern an den Staat

Andrea Reimitz versucht, den Kindern mit dem Spiel die ökonomischen Zusammenhänge zu erklären. Es ist ein bisschen wie Monopoly. Die Schüler gründen eine Firma, stellen Arbeiter ein, investieren in Produktionsmittel, zahlen Lohn und Steuern an den Staat, nehmen einen Kredit auf.

Produziert werden symbolisch – in Form kleiner Papierfiguren – Waren, die zum Leben nötig sind: Essen, Kleidung, Wohnung und Freizeit. Die Waren müssen von den Arbeitern gekauft werden. „5800 Euro muss eine Firma verdienen, damit sie 1000 Euro Gewinn behält“, rechnet Andrea Reimitz vor. Wer am Ende das meiste Geld übrig hat, ist Sieger.

Die meisten Produkte abgeliefert

In Celins Firma „Flower Power“ fühlen die Angestellten sich wohl. Sie haben die meisten Produkte abgeliefert. Elisa fühlt sich wohl in der Firma: „Sie hat alles im Griff und hilft mit.“ Leider verkauft Celin die Waren in der ersten Runde viel zu preiswert. Sie wird zwar alles los, aber das Geld reicht kaum, um die Arbeiter zu bezahlen.

Für die zweite Runde muss sie einen Kredit aufnehmen. Andere Firmenchefs, zum Beispiel Hannes von „Rudi Industries“, verlangen viel höhere Preise, können deshalb aber nicht alles verkaufen.

Die Firma Meyenburger Möbel bietet jedes Jahr für die Klassenstufe 6 der Grundschule Meyenburg das Projekt „Wirtschaft verstehen“ an, geleitet von Andrea Reimitz, Assistentin der Geschäftsführung.

Emma ist die Staatschefin, Felix der Finanzminister. „Ich bin gut in Mathe“, sagt Felix, der die Staatskasse mit den Geldscheinen verwaltet. Die beiden verkaufen die Produktionsmittel wie Scheren und Leim und treiben die Steuern ein. Bei ihnen können die Firmenchefs Kredite aufnehmen. Emma schreibt alles genau auf und erinnert die Firmenchefs daran, dass zehn Prozent Zinsen fällig sind.

Auch die „Arbeiter“ müssen rechnen. Sie sollen alle vier Produktsparten einkaufen – dann bekommen sie vom Staat eine Prämie von 300 Euro. Tristan hat nur ein Haus gekauft, hat aber noch viel von seinem Lohn übrig. „Du bist nackig und musst hungern“, sagt Andrea Reimitz.

Jedes Jahr aufs Neue fasziniert

Andere haben auch nicht an alles gedacht. „Es war schwer, alle Produkte zu bekommen, weil nicht genug produziert wurde“, erklärt Andrea Reimitz. Antonia ist die Einzige, die alles Nötige eingekauft und eine Menge Geld übrig hat. Mit der Prämie hat sie gut 1000 Euro im Portmonee.

Projektleiterin Andrea Reimitz ist jedes Jahr aufs Neue fasziniert, wie schnell die Kinder die Zusammenhänge erkennen und in der nächsten Runde entsprechend anders vorgehen. „Das ist ja eigentlich Stoff für die 9. Klasse“, sagt sie. Die Kinder haben sichtlich Spaß an dem komplexen Spiel. Es hilft ihnen, die Zusammenhänge zwischen Firmen, Staat, Produkten und Preisen zu erkennen. Nicht zuletzt versucht das Möbelwerk, sich bei den Schülern schon einmal bekannt zu machen.

Von Beate Vogel