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Prignitz Mit dem Dienstauto an die Elbe
Lokales Prignitz Mit dem Dienstauto an die Elbe
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18:00 29.01.2013
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WITTENBERGE

. Seit dem 18. Januar haben die gegenwärtig noch 14 Beamten der Wasserschutzpolizei einen etwas weiteren Weg zur Arbeit: 2,5 Kilometer weiter, um genau zu sein. Das ist die Entfernung zwischen der Polizeiwache in der Perleberger Straße im Stadtgebiet Nord und der Bootshalle am Kranhaus.

„Ist eben so“, sagt Polizeikommissar Nando Niemann, der das Wasserschutzpolizeirevier in Wittenberge leitet. Bisher waren die Beamten nach wenigen Schritten am Wasser, wo in der Bootshalle die WSP-30 liegt. Jetzt fahren zwei Kollegen die Bootsbesatzung zur Elbe. „Immerhin haben wir einen VW Tiguan im Tausch gegen einen Passat bekommen“, sagt Nando Niemann. Das geländegängige Fahrzeug verfügt vor allem über eine Anhängerkupplung, sodass mit seiner Hilfe das zweite Boot der Wasserschützer zum Einsatzort gebracht werden kann – ein Schlauchboot. Demnächst soll es gegen ein Mehrzweckboot ausgewechselt werden das einen Aluminiumrumpf besitzt.

Ob diese technischen Verbesserungen genügen, um die Sicherheit vor allem auf der Elbe zu gewährleisten, bezweifelt zumindest die Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Gerade in Wittenberge, wo ja der Hafen ausgebaut werden soll, muss die Wasserschutzpolizei präsent sein“, sagt Ulrich Rätzel vom Fachausschuss Wasserschutzpolizei des GdP-Landesvorstandes. Das sei im Sommer in noch viel stärkerem Maße der Fall, wenn die Wassertouristen und Freizeitkapitäne wieder auf der Elbe unterwegs sind. „Wie das nach dem Umzug künftig abgesichert werden soll, müssen die Kollegen sehen.“ In jedem Fall halte er es für einen Fehler, die Wasserschützer weiter von ihrem eigentlichen Metier zu entfernen. „Obwohl man sagen muss, dass es in Wittenberge noch einigermaßen glimpflich abgegangen ist“, relativiert Ulrich Rätzel. „In Brandenburg an der Havel befindet sich die Wasserschutzpolizei jetzt acht Kilometer vom Fluss entfernt und ist im Kellergeschoss untergebracht.“

Ganz so hart hat es die Wittenberger Wasserschützer wahrlich nicht getroffen. Dennoch ist die Umsetzung der Polizeireform mit mehr Einschränkungen verbunden als der etwas weiteren Anfahrt zum Dienst. „Bisher war die Wasserschutzpolizeiwache in der Bad Wilsnacker Straße immer von sechs bis 24 Uhr besetzt erklärt Nando Niemann. „Ab sofort ist sie in den Wintermonaten nur noch von sechs bis 20 Uhr besetzt und im Sommer von sechs bis 22 Uhr.“ Zwar sind die Zeiten bis zum Eintreffen am Einsatzort auf dem Wasser nicht mit den Maßstäben für die „Landpolizei“ vergleichbar, doch habe auch die Wasserschutzpolizei die Verpflichtung, die Sicherheit zu gewährleisten. Das ist künftig nur noch zeitlich eingeschränkt möglich. Allerdings gehen Anrufe während der Abwesenheit der Wittenberger Wasserschützer bei der Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion Nord ein. Deren Hauptquartier befindet sich in Oranienburg.

Nicht gerade erleichtert wird die Aufgabe angesichts der schieren Ausdehnung des Zuständigkeitsbereichs der Wittenberger. Von kurz vor Havelberg bis kurz vor Dömitz – rund 70 Flusskilometer – erstreckt sich ihr Gebiet entlang der Elbe. „Wenn wir eine Fahrt stromab bis kurz vor Dömitz antreten, ist das etwa eine Tagesreise, wenn man die Rückfahrt einberechnet“, sagt Nando Niemann. Mit den Wasserschutzpolizeibehörden der Nachbarländer arbeitet man kameradschaftlich zusammen. Ein Revier befindet sich in Havelberg, die nördliche Nachbardienststelle in Uelzen.

Gegenwärtig ist zwar nicht allzu viel los auf der Elbe – aber das kann sich auch schnell wieder ändern. Zudem sehen die Wasserschutzpolizisten auch bei den Deichen nach dem Rechten.

Mehr Personal wird es wohl für den Wasserschutz nicht geben. „Ein Kollege geht im März in den Ruhestand“, erzählt Nando Niemann. „Bis zum Jahr 2020 sollen es laut Landeplanung noch zehn Mitarbeiter sein.“

Unterdessen legen Polizeioberkommissar Reiner Thiede und Polizeiobermeister Friedrich Habekuss mit ihrer WSP-30 im Nedwighafen an. Der Fäkalienbehälter muss gelenzt, also ausgepumpt werden. Routiniert verrichten die Männer die nötigen Handgriffe und tuckern zurück zur Bootshalle.

Gewerkschafter Rätzel hofft auf die Evaluierung, also die Bewertung der Reformergebnisse. Die ist für 2014 vorgesehen. Doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Elbe hinunter. (Von Andreas König)

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