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Prignitz Mittelalterliches Spektakel lockt Tausende Besucher an
Lokales Prignitz Mittelalterliches Spektakel lockt Tausende Besucher an
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00:24 26.06.2019
Zauberhafte Elfen zogen durch die Burg und mischten sich unters Volk. Quelle: Jens Wegner
Plattenburg

Mit dem kleinen Luca holte sich der Gaukler Narrateau einen Zaubergehilfen auf die Bühne. „Jetzt präsentieren wir ein Kunststück, das garantiert klappt”, kündigte er dem Publikum an. Es sei ein Kunststück mit Tieren, sagte er und zog zwei kleinen Hasen aus Schaumstoff aus der Tasche. Diese wolle er aus seiner und Lucas’ Hand verschwinden lassen.

Unter dem Motto „Zauberhafte Welten“ steht das mittelalterliche Spektakel am 22. und 23. Juni auf der Plattenburg (Prignitz). Unzählige Besucher strömten bereits am ersten Veranstaltungstag auf die alte Wasserburg. An rund 90 Ständen präsentieren sich dort Handwerker, Händler und Gaukler.

„Klopfe mit Zauberbleistift auf meine Hand”, forderte er den Jungen auf. „Oh, das waren meine Knochen”, klagte er. „Soll ich nochmal klopfen”, fragte der Junge. „Nein!” Das Publikum applaudierte belustigt. Trotz nachgeholtem Zauberspruch klappte der Zauber nicht. Anstatt den Hasen aus Lucas verschlossener Hand verschwinden zu lassen, kamen viele kleine Hasen aus seiner Hand.

Diese und viele andere Zaubereien sind am Wochenende 22. und 23. Juni auf der Plattenburg beim diesjährigen mittelalterlichen Spektakel zu bestaunen. Jedes Jahr zur Sommersonnenwende wird zum Spektakel auf ebenjener Burg, die als die älteste erhaltene Wasserburg Norddeutschlands gilt, eingeladen. Unzählige Besucher zog es bereits am Sonnabend auf die 700 Jahre alte Feste, denn unter dem Motto „Zauberhafte Welten” gab allerhand für Jung und Alt zu erleben.

Honigbier, Teufelsbier und Met

An rund 90 Ständen präsentieren sich Handwerker, Händler und Gaukler. Schon vor dem Burghof duftete es gar kräftig nach Knoblauch, allerlei Gewürzen und gebratenem Fleisch. Den Durst stille der Besucher nach einem deftigem Mahl mit Honigbier, Teufelsbier, Met oder anderen herzhaften Trünken.

Zur Markteröffnung mit allerlei Spielleuten und Gauklern zog es die Besucher zusammen. In einem Umzug ging es am Sonnabend quer über den Platz. Musikanten präsentierten auf mehreren Bühnen Kostproben ihrer Künste. Höhepunkte waren zweifelsohne die Ritterkämpfe auf der Turnierfläche vor der Burg. Bei einem Ritterkampf hoch zu Ross stritten die Stargarder um das letzte Drachenei und die fürchterlichen Ritter Rupprecht hauten sich mächtig auf die Glocke. Viele Besucher schauten den Kämpfern bei ihren nicht ganz ernst gemeinten Turnieren zu.

Handwerkskünste sind hautnah zu erleben

Besinnlich ruhig war es an der gotischen Scheune. Hier wurden vielfach alte Handwerkskünste präsentiert. „Das sind eine Ziehbank und ein Schnitzpferd”, sagte Alexander Heß von der Grünholzwerkstatt „Wuchs & Werk” aus Jeebel bei Salzwedel (Altmark). „Jeder Handwerker, der Holz bearbeitet, nutzt diese Werkzeuge.”

Alexander Heß zeigte, wie auf seiner Wippdrechselbank ein Honiglöffel entsteht. Quelle: Jens Wegner

Einen groben Holzscheit bearbeitete er so, dass aus einer viereckigen Form grob eine runde wurde. „Jetzt wird das Stück Holz in die Wippdrechselbank eingespannt. Nur das Holz wird sich drehen. Deshalb müssen die Enden geölt werden. Zur Not tut es auch etwas Ohrenschmalz”, beschrieb er den interessiert zuschauenden Gästen seine Arbeitsschritte. Er schrubbte das Holz, um es rund zu bekommen, dass die Späne nur so flogen. Daher käme die Redewendung „jemanden rund machen” erklärte er.

„Hochehrenreiche Gäste, was eben noch ein einfacher Eibenholzscheit war, ist nun ein Honiglöffel”, sagte er präsentierte dem applaudierenden Volk sein Werkstück. „Jubel!” „Diese Maschine ist zudem das Modernste, was es gibt”, pries es seine Wippdrechselbank an. Sie verbrauche keinen elektrischen Strom, stoße kein Kohlendioxid aus und sei zudem abgasarm, vorausgesetzt, der damit arbeitende esse keine Linsensuppe.

Von Jens Wegner

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