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Prignitz Musik von und mit Migranten
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00:20 31.07.2017
Im März waren die Bandmitglieder noch zu viert, jetzt sind es schon sieben. Stefan Hoheisel (l.) und Andreas Karsten (2. v. l.) hoffen auf mehr. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

„Ein Lied haben wir bereits einstudiert. Das ist zwar nicht viel, aber der Anfang läuft wohl immer etwas schleppend”, sagt Andreas Karsten. Aber nach der Sommerpause gehe das Üben weiter.

Stefan Hoheisel und Andreas Karsten sind die Gründer der Musikgruppe „Traum von Musik”. Beide kannten sich eher flüchtig, lernten sich im Sprachcafé des Evangelischen Gemeindehauses in Wittenberge besser kennen. Das Sprachcafé ist ein geschützter Raum, in dem sich Asylbewerber mit ehrenamtlichen Helfern treffen können. Einige Flüchtlinge hatten den Wunsch, ein Instrument spielen zu lernen oder einfach Musik zu machen. Martina Herms, eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, trug diesen Wunsch an Stefan Hoheisel weiter. Zwei Wochen später war alles organisiert. Er, Andreas Karsten und die Interessenten trafen sich das erste Mal.

Nach der Sommerpause wird im Sprachcafé weiter geprobt

„Begonnen haben wir mit Einsingübungen, um zu prüfen, welche Stimmlagen wir haben”, sagte Andreas Karsten. „Dann hatte Stefan die Idee, im Sprachcafé eine Gruppe zu gründen.” Ein Termin wurde rasch gefunden. So traf und trifft man sich immer dienstags von 15.30 Uhr bis 17 Uhr zum Proben. Inzwischen dürfe man den Pavillon auf dem Hof zum Üben nutzen. Ein elektronisches Schlagzeug, das kompakt und somit leicht zu transportieren sei, habe man inzwischen auch bekommen.

Nach der Sommerpause, Ende August, wird im Sprachcafé weiter geprobt. „Wir haben neue Noten bekommen und können damit üben. Eigene Stücke von uns wird es nicht geben”, sagte Karsten. Aber Songs wie beispielsweise „Ich will dich haben” oder „Alles nur geklaut” von den Prinzen werden auf kommenden Konzerten zu hören sein. Die Lieder seien gut zu spielen. Außerdem wolle man klassische Weihnachtslieder einstudieren: für kirchliche, vor allem aber soziale Veranstaltungen. „Die Awo hat schon Interesse angemeldet. Das haben wir aber erstmal aufgeschoben, bis unser Repertoire steht. Zum Dezember werden wir ein kleines aber ansehnliches Programm anbieten können”, so Andreas Karsten.

Derzeit spielen sieben Leute aus Ägypten, Syrien, Iran und Deutschland

Musik ist ein Zeichen für Freude. Außerdem biete es den Asylbewerbern die Möglichkeit besser Deutsch lernen zu können. 98 Prozent der Lieder der Gruppe haben deutsche Texte. Das erste Stück, „Hallelujah” von Leonard Cohen sitzt bereits. „Damit haben wir das Zuckerfest nach dem Ramadan hier im Sprachcafé eröffnet. Es gab großen Applaus. Viele wollten mitsingen. Das fühlte sich gut an”, berichtete Karsten. Die internationale Gruppe besteht derzeit aus sieben Leuten aus Ägypten, Syrien, Iran und Deutschland. Dennoch sei man offen für alle Interessenten. Wer möchte, kann jederzeit dazukommen.

Stefan Hoheisel dankt der Arbeit seines Mitstreiters Andreas und seiner Freundin Sandra Weber. Beide kümmern sich um die wichtige Öffentlichkeitsarbeit. Sie erstellten die Homepage der Gruppe und pflegen deren Facebook-Seite.

Wer mehr über die Band wissen will, kann sich im Internet belesen – unter traumvonmusik.wordpress.com oder auf der Facebook-Seite der Band www.facebook.com/Traum-von-Musik-1289813491054417.

Von Jens Wegner

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