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Prignitz Mutmaßliche Brandstifterin in U-Haft
Lokales Prignitz Mutmaßliche Brandstifterin in U-Haft
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18:19 15.06.2017
Bei einem der Brände in der Wittenberger Bahnstraße mussten 47 Bewohner in Sicherheit gebracht werden.
Bei einem der Brände in der Wittenberger Bahnstraße mussten 47 Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Quelle: Andreas König
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Wittenberge

Wegen des dringendem Tatverdachts, mindestens elf Brände in Wittenberge gelegt zu haben, wurde Haftbefehl gegen eine 39-jährige Frau aus Wittenberge erlassen. Darüber informierten die Staatsanwaltschaft Neuruppin und die Polizeidirektion Nord in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Demnach wurde die Frau am Donnerstag dem Haftrichter am Amtsgericht Perleberg vorgeführt, der vor allem der Wiederholungsgefahr begegnen wollte. Die Frau war von zivilen Einsatzkräften dabei beobachtet worden, wie sie durch einen Schacht den Keller des leerstehende Hauses in der Bürgerstraße in Brand setzen wollte, informierten die Behörden. Daraufhin wurde sie vorläufig fesgenommen (die MAZ berichtete). In ihrer ersten Vernehmung räumte die Frau nur die Brandstiftung in der Bürgerstraße ein.

Telefon, Kamera und Feuerzeuge sichergestellt

Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung stellte die Polizei Kleidungsstücke, ein Mobiltelefon, eine Fotokamera und Feuerzeuge sicher. „Nach intensiven kriminaltechnischen Ermittlungen und weiteren Vernehmungen stellte die Staatsanwaltschaft Haftantrag, weil sie die Festgenommen für die Verursacherin der Brandserie in Wittenberg hält. „Wir werfen ihr gegenwärtig elf Brände in Wittenberge vor“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. Die Anklage lautet auf Brandstiftung und schwere Brandstiftung. „Der Unterschied besteht darin, ob bewohnte Gebäude angezündet wurden und daher Menschen in Gefahr waren““, erklärte Wilfried Lehmann. Die Polizei ordnet der Wittenberger Brandserie „rund 20“ Brände zu, wie Pressesprecher Toralf Reinhardt der MAZ sagte. Wenn man die Einsätze mitrechnet, zu denen die Feuerwehr seit Januar dieses Jahres im Stadtgebiet ausrücken musste, kommen über 30 zusammen. Toralf Reinhardt kündiget an, dass umfangreiche Untersuchungen und Ermittlungen notwendig seien, um die Brandserie weiter aufzuklären.

Ermittler hatten Tatverdächtige im Visier

Die Beamten der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe hatten die Frau bereits im Visier, hieß es. Die Tatverdächtige wurde derweil in die Justizvollzugsanstalt nach Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald gebracht, weil sich dort Brandenburgs einziges Frauengefängnis befindet. Die Ermittlungen dauern an.

Von Andreas König