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Prignitz Mutmaßliche Brandstifterin wusste, was sie tat
Lokales Prignitz Mutmaßliche Brandstifterin wusste, was sie tat
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18:15 04.01.2018
Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Wittenberger Bahnstraße Quelle: Feuerwehr Wittenberge
Perleberg/ Neuruppin

Unterstellt, Sylvia S. ist die Brandstifterin, für die die Staatsanwaltschaft die 40-Jährige hält, was für ein Motiv hatte sie? Das konnte auch Psychiater Thomas Kasten, der Sylvia S. begutachtet hat, nicht beantworten. Seit dem 12. Dezember muss sich die Mutter zweier Töchter aus Wittenberge wegen schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll sie zwischen April und Juni vergangenen Jahres in der Innenstadt Wittenberges elf Brände gelegt haben. Das bestreitet sie. Bei der letzten Tat am 14. Juni, die zur ihrer Verhaftung führte, wurde sie von der Polizei beobachtet. Wie sie vor Gericht und auch dem Gutachter gegenüber sagte, war das ein unglücklicher Zufall. Ihre arglos weg geworfene Zigarette hatte ihr Altpapier und Kleidung in Brand gesetzt.

Angeklagte macht alles mit sich alleine aus

Wie der Psychiater am Donnerstag sagte, schätzt er Sylvia S. als einen Typ Mensch ein, der nach dem Motto „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ lebt. „Sie hielt daran fest, dass es ihr gut geht.“ Anderslautende Aussagen bei der Polizei, wo sie von Frust gesprochen hatte, stritt sie ab. Gutachter Thomas Kasten bescheinigte ihr ein „gerütteltes Maß an sozialer Kompetenz“. Und sie habe bisher alles gemeistert, ohne psychisch auffällig zu werden.

Ihre Gärtnerlehre brach die gebürtige Perlebergerin ab, weil sie schwanger wurde. Ihre beiden Töchter zog sie alleine groß. „Das ist eine Familie, in der die Väter abwesend sind“, sagte Kasten. Denn Sylvia S. wuchs ebenfalls ohne Vater auf. Als Kasten den frühen Tod ihres Bruders erwähnte, brach Sylvia S. in Tränen aus. Bei einem Wohnungsbrand 2009 kamen zwei ihrer Neffen ums Leben. Seit 2013 pflegt sie ihre Mutter, deren Hilfebedürftigkeit sich steigert. „Man fragt sich, wer kümmert sich um sie ?“ so Kasten.

Angeklagte hatte viele Probleme zu bewältigen

Anfang 2017 bekam Sylvia S. dann die Kündigung, ihre jüngste Tochter zog aus, ein neuer Mann wies sie zurück. „Jeder geht mit Belastungen anders um“, so Kasten. Sie jedenfalls fühlte sich nicht psychisch belastet, hatte sie ihm gesagt. Rein hypothetisch, so Kasten, könnte es sein, dass sie, geht man von ihrer Täterschaft aus, mit den Brandstiftungen auf ihre Probleme aufmerksam machen wollte. Da die Angeklagte aber nichts über ihre seelische Verfassung preisgibt, kann man über ihre möglichen Motive nur spekulieren.

Angeklagte ist nicht psychisch krank

Ausschließen konnte der Gutachter, dass bei der Angeklagten eine psychische Erkrankung oder eine Persönlichkeitsstörung, die ihre Schuldfähigkeit beeinträchtigt oder aufgehoben hätte, vorliegt. Auch befand sie sich bei der letzten Tat den Beschreibungen nach nicht in einem Ausnahmezustand. Ein Urteil ist für den 12. Februar zu erwarten.

Von Dagmar Simons

Starker Wind führte in der Nacht zu Donnerstag zu zwei wetterbedingten Einsätzen von Feuerwehr und Polizei. In Perleberg hielt ein Schornstein in der Grabenstraße dem Sturm nicht stand und stürzte durch das Dach sowie auf die Straße. In Wittenberge gerieten Container durch den Wind auf die Straße. Probleme könnte nun der starke anhaltende Regen machen.

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