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Prignitz Nach Tötung in Perleberg: 17-Jähriger in Haft
Lokales Prignitz Nach Tötung in Perleberg: 17-Jähriger in Haft
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18:44 25.10.2017
Weiterhin positioniert sich die Polizei in Perleberg an mehreren Standorten, um Gefahren und Straftaten abzuwehren. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Perleberg

Bei ihren Ermittlungen im Fall eines getöteten 37-jährigen Tschetschenen in Perleberg konnte die Polizei den Tatverdacht gegen einen 17 Jahre alten Afghanen erhärten. Einzelheiten dazu konnte Dörte Röhrs von der Polizeidirektion Nord auf Anfrage noch nicht nennen. Ein Richter erließ am Dienstagabend auf Antrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin Haftbefehl gegen den jungen Mann. Polizeibeamte brachten ihn in eine Justizvollzugsanstalt. Die drei weiteren am Sonntag festgenommenen Afghanen wurden aus dem Gewahrsam entlassen.

Tatwaffe noch nicht gefunden

Nach ersten Erkenntnissen waren am vergangenen Sonntag zwei Gruppen von Tschetschenen und Afghanen in Perleberg aneinandergeraten. Dabei wurde ein 37-jähriger Tschetschene mit einem Messer tödlich verletzt. Die Tatwaffe konnte bisher nicht gefunden werden. „Derzeit dauern die Ermittlungen an und es werden weiterhin Zeugen gesucht. Wir ermitteln in alle Richtungen“, heißt es von Dörte Röhrs. Die Tat könnte wohl im Zusammenhang von Streitigkeiten zwischen drei Bevölkerungsgruppen stehen, die sich auch in ihren Herkunftsländern gegenseitig nicht wohl gesonnen sind.

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Zum Schutz und zur Gefahrenabwehr ist weiterhin eine verstärkte Polizeipräsenz im Stadtgebiet von Perleberg notwendig. Aufgrund der dezentralen Unterbringung von Bürgern mit Migrationshintergrund sei diese Maßnahme räumlich nicht so einfach. „Wir haben Polizisten aus der Prignitz, aus Ostprignitz-Ruppin sowie aus dem Bereich ’Besondere Dienste’ der Bereitschaftspolizei im Einsatz“, informiert Dörte Röhrs weiter. Diese Maßnahme wird auch noch für unbestimmte Zeit anhalten und weitergeführt.

Die Gerüchteküche brodelt

Die Gerüchteküche zu der Tat ist am Brodeln. Schutzgeld, Bandenkrieg, Vieles ist aus der Bevölkerung zu hören. Zudem könnte es Zusammenhänge zu anderen Straftaten und Vorfällen in der Vergangenheit geben. Am Mittwoch, 18. Oktober, brannte ein Balkon in der Thomas-Müntzer-Straße, wo der beim Vorfall am Sonntag Getötete noch hilfsbereit vor Eintreffen der Feuerwehr Löschversuche unternommen haben soll. Einen Tag später, am Donnerstag, 19. Oktober, kam es am Busbahnhof zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen aus Afghanistan und drei Männern mit tschetschenischer Abstammung. Zu etwaigen Zusammenhängen all dieser Vorfälle wollte sich die Polizei allerdings nicht äußern.

„Wir wollen zeigen, dass die Polizei vor Ort ist, und damit Selbstjustiz verhindern“, so Dörte Röhrs. Neben den Ermittlungen laufen zudem weitere Maßnahmen zur Gefährderabwehr.

Von Marcus J. Pfeiffer