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Prignitz Neuer Direktor leitet das Amtsgericht
Lokales Prignitz Neuer Direktor leitet das Amtsgericht
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19:23 17.01.2017
Der 55-Jährige, hier im Sitzungssaal, ist mit der Wahrung der Geschäfte beauftragt. Quelle: Andreas König
Perleberg

Die Gerichte im Norden Brandenburgs kennt Roger Schippers aus dem Effeff. Er war bereits in Neuruppin, Oranienburg, Prenzlau und – noch ziemlich am Anfang seiner Karriere, auch mal in Perleberg.

Dorthin ist der 55-jährige jetzt zurückgekehrt. Als Amtsgerichtsdirektor, was die Aufgaben angeht. Von der Stellung her ist er „mit der Wahrung der Geschäfte beauftragt“, wie es im Justizbehördendeutsch heißt. Er folgt auf Frank Jüttner, der zum Leiter des Amtsgerichts Neuruppin ernannt wurde, nachdem er erst im Sommer 2015 Perleberger Amtsgerichtsdirektor geworden war. Wie sein Vorgänger stammt auch Roger Schippers aus Nordrhein-Westfalen, aus Bottrop, um genau zu sein.

Vor 23 Jahren für ein Jahr in Perleberg

Roger Schippers hat für einen Richter eine eher ungewöhnliche berufliche Entwicklung absolviert. „Ich habe zunächst als Polizeibeamter in Duisburg angefangen“, berichtet er. „Die Nähe zur und das Interesse an der Justiz waren schon damals vorhanden, und so holte ich das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach und studierte in Marburg fünf Jahre Jura“. sagt der neue Amtsgerichtsdirektor. Lange blieb er nicht mehr in seiner Heimat. Bereits 1994 wurde er in Neuruppin im richterlichen Dienst eingesetzt. Eine seiner ersten Stationen in der brandenburgischen Justiz war dann gleich Perleberg, wohin er für ein Jahr abgeordnet wurde.

Seitdem hat Roger Schippers an vielen Gerichten in noch viel mehr Verfahren Recht gesprochen. „Ich war Strafrichter, Einzelrichter, habe Schöffengerichten vorgesessen, aber auch in Zivilkammern gearbeitet“, erzählt der Amtsgerichtsdirektor. Er hat ein Traineeprogramm des Justizministeriums absolviert, war als stellvertretender Leiter des Amtsgerichts Oranienburg tätig und ging vor vier Jahren in die Uckermark, wo er als kommissarischer Leiter des Amtsgerichts Prenzlau fungierte. „Mit dem Weggang von Herrn Jüttner wurde die Stelle in Perleberg frei. Ich habe mich beworben, weiß aber nicht, wann diese Stelle besetzt wird“, sagt Roger Schippers.

Überalterte Richterschaft

Mit Perleberg übernimmt er ein – zumindest auf dem Papier – vergleichsweise gut ausgestattetes Gericht. Es gibt acht richterliche Planstellen und insgesamt 50 Mitarbeiter. Mit ihm sprechen drei Strafrichter Recht, es gibt „1,5“ Familienrichterstellen ebenso wie 1,5 Vormundschaftsrichterstellen. Relativ groß ist in Perleberg die Grundbuchabteilung und auch die Nachlassabteilung hat ordentlich zu tun.

„Das ist eine gute Arbeitsgrundlage, aber in Perleberg haben wir wie auch an anderen Standorten das Problem der Überalterung“, sagt der neue Gerichtschef. „Das Durchschnittsalter dürfte im mittleren Dienst zwischen 45 und 50 Jahren liegen. Das bedeutet, in zehn Jahren stehen wir vor der Tatsache, dass auf einen Schlag recht viele Mitarbeiter aus dem aktiven Dienst ausscheiden werden. Ich würde mir wünschen, dass darauf rechtzeitig reagiert wird“, sagt Roger Schippers. Die Stellen müssten allerdings vom Oberlandesgericht ausgeschrieben werden, das seinerseits wiederum von den Vorgaben des Justizministeriums abhängig ist.

Unabhängige Justiz ist unerlässlich

Eines seiner Ziele ist es daher, die Arbeitsbelastung der einzelnen Mitarbeiter zu reduzieren in dem nach Möglichkeit junge Mitarbeiter Gefallen am Dienstort Perleberg finden. „Überhaupt würde ich mir manchmal wünschen, dass die Arbeit, die an den Amtsgerichten geleistet wird, stärker von der Politik und der Gesellschaft anerkannt wird“, sagt Schippers. „Eine unabhängige Justiz ist für den Rechtsstaat von großer Bedeutung. Die Amtsgerichte sind daher Säulen des Rechtsstaates“, erklärt er.

Roger Schippers ist verheiratet, hat eine erwachsen Tochter und lebt in Neuruppin. Seine Freizeit verbringt er mit der Familie, treibt Sport und reist sehr viel – bevorzugt mit dem Motorrad. Auf dem Bike hat er schon weite Touren unternommen bis hin zum Nordkap.

Von Andreas König

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