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Prignitz Neues Bauvorhaben in Perleberg
Lokales Prignitz Neues Bauvorhaben in Perleberg
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11:19 03.12.2014
Der Backsteinbau wird abgerissen, der anschließende Zwischenbau bis zur Rückseite Großer Markt 21 abgerissen.
Der Backsteinbau wird abgerissen, der anschließende Zwischenbau bis zur Rückseite Großer Markt 21 abgerissen. Quelle: Michael Beeskow
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Perleberg

Einen zweiten Standort für die Lotte-Lehmann-Akademie fasst Bürgermeister Fred Fischer am Großen Markt ins Auge. Seit Jahren, ja Jahrzehnten nagt der Zahn der Zeit an dem Gebäude Großer Markt 21. Zum Platz hin wirkt es wie eines der anderen dreigeschossigen Wohnhäuser – nur eben schon ziemlich hinfällig. Vor allem die älteren Perleberger wissen jedoch, dass sich dahinter ein langer Backsteinbau erstreckt, in dem sich einst die Kinogänger der Rolandstadt einfanden. Mit diesem Gebäudekomplex sowie mit der maroden, jedoch unter Denkmalschutz stehenden Scheune in der Schuhstraße – sie steht dem ehemaligen Kinosaal gegenüber – befasste sich Mareike Zabel. Die Architekturstudentin entwickelte im Rahmen ihrer Masterarbeit das Konzept einer neuen Kulturstätte für die Rolandstadt. Die gebürtige Perlebergerin stellte ihre erfolgreich verteidigte Masterarbeit vor und weckte bei Fred Fischer reges Interesse.

Kulturhof statt Kulturhaus
„Zunächst habe man von einem Kulturhaus gesprochen“, berichtete Fred Fischer. Um aber Konkurrenzgedanken mit dem Wittenberger Kultur- und Festspielhaus gar nicht erst aufkommen zu lassen, wolle man jetzt von einem Kulturhof sprechen. Eine Bezeichnung, die auch viel besser auf die von Mareike Zabel entwickelten Vorstellungen zutrifft. In dem Wohngebäudeteil am Großen Markt sollen Büros und Probenräume entstehen. Der Bürgermeister sieht in der Zukunft einen steigenden Platzbedarf für die Lotte-Lehmann-Akademie. Daher sei ein zweiter Standort am Großen Markt sinnvoll. Im Erdgeschoss ließe sich auch ein Café einrichten. Der ehemalige Kinosaal, in dem mehr als 300 Besucher Platz fanden, soll zu einem Festsaal ausgebaut werden. Dieser Saal könnte ebenfalls für Konzerte der Lotte-Lehmann-Akademie genutzt werden. Fred Fischer kann sich aber auch vorstellen, dass der Kreistag, der bislang in einer Aula des Gymnasiums tagt, dort seine Sitzungen hält. „Hier fehlt noch ein attraktiver Saal“, meinte der Bürgermeister. Mareike Zabel stellte ein Modell vor, wie der Backsteinbau einmal aussehen könnte. Der zu DDR-Zeiten erreichtete Zwischenbau zwischen Kinosaal und Wohnhaus am Großen Markt soll abgerissen werden.

Veranstaltungsort und Frische-Märkte
Der dann bestehende Hof könnte für Veranstaltungen genutzt werden. Überdachte Stände könnten aufgebaut und ein Frische-Markt etabliert werden. Auch der Suren-Hansen-Markt könnte dort eine Bleibe finden, während der Große Markt für dieses Fest gänzlich zum Parken freigegeben werden könnte. Der Kinosaal könnte relativ einfach saniert werden: „Das wäre so, als ob man eine große Scheune saniert.“ Denn unter Denkmalschutz stehen lediglich der Giebel zur Schuhstraße und das Backsteinmauerwerk bis zur ersten Fensterreihe. Ein Flachdach könnte den Saalbau oben abschließen. Durch diese einfache Sanierung könnten die Kosten von eventuell vier Millionen Euro auf zwei Millionen gedrückt werden.

Eigentümer ist aufgeschlossen
Wie der Bürgermeister berichtete, steht der Eigentümer des Gebäudes dem Projekt aufgeschlossen gegenüber. Er selbst würde es aber nicht umsetzen wollen, sondern das Haus an sie veräußern. Eine Förderung könnte über das neue Stadt-Umland-Programm erfolgen. In diesem Zuge sollte auch die Scheune an der Schuhstraße mit saniert werden. Sollte Fred Fischer am 18.Januar wieder gewählt werden, dann, so kündigte er an, wäre der Kulturhof eines seiner wichtigsten Vorhaben für seine Amtszeit neben dem Ausbau des St.-Nikolai-Kirchplatzes.

Von Michael Beeskow

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