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Prignitz Prignitzer Drogenhändler bricht Schweigen
Lokales Prignitz Prignitzer Drogenhändler bricht Schweigen
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17:37 19.02.2015
Marihuana, umgangssprachlich auch "Gras" genannt. Quelle: dpa (Archiv)
Perleberg

Er wollte nicht das schnelle Geld machen, sondern nur einem Bekannten in Not helfen. Deshalb habe er diesem Kilogrammweise Marihuana abgenommen. Das ließ der 54-jährige Thomas V. über seinen Verteidiger am Donnerstag erklären.

Seit dem 9. Januar muss sich der gebürtige Perleberger wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Nachdem eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung über eine Strafe nicht zustande kam, schwieg der Angeklagte. Am Donnerstag nun redete er, allerdings nicht persönlich. Er überließ seinem Verteidiger Thomas Penneke das Wort.

„Ich wollte ihm nur helfen, weil Maik S. Todesangst hatte“, ließ er ausrichten. Demnach habe der bereits zu vier Jahren Haft verurteilte Maik S. ihn angesprochen, er habe ein Problem. Er besitze Cannabis-Plantagen und habe Angst vor einigen Russen, denen er eine Menge Geld schulde. Maik S. habe gehofft, dass der Angeklagte aus seiner Vergangenheit noch Kontakte zur Drogenszene habe und habe ihn angefleht, ihm das Marihuana abzukaufen. Eigentlich wollte er mit Drogen nichts mehr zu tun haben. Er habe sich dann aus alter Freundschaft breitschlagen lassen, so Thomas V.

Der aus der Haft vorgeführte Maik S. bestätigte am Donnerstag, dass er Thomas V. im Jahre 2012 angesprochen habe, ob er Cannabis verkaufen wolle. Sein Abnehmer war verhaftet worden und er saß auf einer Menge Ware. „Ich hatte die Drogen zu Hause, aber mein Chef wollte Geld sehen“, sagte Maik S. Der Forderung verlieh dieser auch Nachdruck mit versteckten Drohungen. Maik S. bestritt jedoch, dass er Thomas V. etwas von seinen Problemen erzählt hatte. „Das wäre schlecht für die Preisverhandlungen gewesen.“

Bei den Preisen gingen die Darstellungen der beiden auseinander. Maik S. will das Gramm zunächst für 4,50, später dann für 4,30 Euro verkauft haben. Thomas V. dagegen will pro Gramm 4,60 Euro gezahlt und die Drogen dann für 4,80 Euro an Michael M. weiter verkauft haben.

Der Name Michael M. sage ihm überhaupt nichts, so Maik S. Thomas V. wollte sich im Januar 2014 aus dem Geschäft zurückziehen, weil nach seinen Angaben sein Abnehmer Michael M. immer mehr wollte. „Er konnte den Rachen nicht voll kriegen.“ Deshalb habe er eine Zusammenführung von Maik S. und Michael M. geplant. Dazu kam es nicht, weil Maik S. festgenommen wurde. Dieser hatte bereits von Beginn ihrer Geschäftsbeziehung gewusst, dass diese zeitlich begrenzt war. „Das war mir egal“, so Maik S. Er wollte nur seine Schulden abzahlen und dann selbst aussteigen.

Thomas V. bedauert, was er getan hat, sagte sein Verteidiger. Sein Mandant stehe zu dem, was er getan habe. Mit dem ihm vorgeworfenen Handel mit Amphetaminen und Kokain habe er jedoch nichts zu tun, genauso wenig wie mit den Drogen, die in einem Erdversteck in der Nähe seines Wittenberger Gartengrundstücks gefunden wurden. „Das war nicht mein Versteck, sondern das von Michael M.“ Dieser habe einen Schlüssel von Hof und Nebengelass gehabt. Er habe nie ein Versteck gebraucht, weil er die Drogen sofort weiter gereicht habe. Am 3. März wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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