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Prignitz Kritik an AfD-Direktkandidaten aus den eigenen Reihen
Lokales Prignitz Kritik an AfD-Direktkandidaten aus den eigenen Reihen
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19:08 29.08.2019
Oliver Czajkowski, Direktkandidat der AfD für die Landtagswahl 2019 im Wahlkreis 1. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg/Pritzwalk

Eigentlich erwartet die AfD auch in der Prignitz gute Wahlergebnisse. „Es läuft gut für die AfD“, findet zum Beispiel der Prignitzer Kreisvorsitzende Wolfgang Heil, der mit Wahlergebnissen von 20 Prozent und mehr rechnet. Diesen Erfolg möchte er auch nicht in Gefahr bringen.

Allerdings hat es an den persönlichen Angaben der Landtagsdirektkandidaten in den Wahlkreisen 1 und 2 Zweifel gegeben – auch und gerade innerparteilich. Erst jüngst sorgte Arnd Heymann, Direktkandidat im Wahlkreis 2, selbst in Parteikreisen für Fragen, wie in der Kyritzer MAZ-Ausgabe berichtet wurde: Im MAZ-Porträt und auf öffentlichen Veranstaltungen sprach Heymann von sich als Geschäftsführer in seiner Neuruppiner Firma Fincor, die Finanzberatung für Unternehmen anbietet.

Heymann lässt Tätigkeit während des Wahlkampfes ruhen

Gegenüber dem AfD-Landesverband aber gab er an, seit Mitte Juni „arbeitssuchend“ zu sein, und bat um Wahlkampfhilfe. „Ich befand mich bis 15. Juni als Berater bei einer Münchner Firma in Festanstellung und habe mich danach beim Arbeitsamt gemeldet“, hatte Heymann der MAZ auf Nachfrage bestätigt. Nichtsdestotrotz bestehe seine eigene Firma weiterhin. Doch diese Tätigkeit lasse er wegen des Wahlkampfes ruhen.

Nun geriet auch sein Pendant im Wahlkreis 1, Oliver M. Czajkowski, in die Kritik und ebenfalls offenbar aus den eigenen Reihen. In der MAZ-Redaktion kamen ein anonymes Schreiben und Telefonate an, die sich mit dem Lebenslauf und der aktuellen Tätigkeit des Kandidaten beschäftigen. Auch wenn der Kreisvorstand sich zu seinem Kandidaten bekennt, gibt es innerhalb der AfD Kritik an Czajkowski. Letzter Auslöser soll dafür gewesen, wie sich der Kandidat in dem Dokumentarfilm „Die Unerhörten“ präsentiert hat. Kritisiert wurde aber auch, dass er an manchen Diskussionsforen vor der Wahl mit Kandidaten anderer Parteien nicht teilgenommen hatte.

Czajkowski: „Stelle mich für meine Heimat zur Wahl“

Aus einer dritten Quelle erhielt die MAZ Bestätigung für einige Angaben aus dem anonymen Schreiben, das ansonsten keine Grundlage für eine MAZ-Recherche wäre. Erörtert wurden verschiedene Umstände aus dem Leben des Kandidaten, der bei seiner zweiten Hochzeit den Namen seiner Frau angenommen hatte – was der Kandidat aber nicht verschwiegen hat. Enthalten sind Angaben über eine frühere Insolvenz und seine frühere Ehe.

Dazu befragt, wundert sich Oliver Czajkowski, inwieweit seine biografischen Angaben „nicht ganz der Wahrheit“ entsprechen sollen: „Zu meiner Herkunft: Ich bin in der Prignitz aufgewachsen, dort zur Schule gegangen, lebe in der Prignitz und stelle mich für meine Heimat dort zur Wahl.“

Als Busfahrer tätig, aber derzeit krankgeschrieben

Tatsächlich sei er derzeit als Busfahrer angestellt, leider aber infolge eines Arbeitsunfalls krank geschrieben. Auch diese seit über einem Jahr laufende Krankschreibung war gegen ihn ins Feld geführt worden. „Welche Bedeutung dieser Umstand für meine Kandidatur zum brandenburgischen Landtag haben soll, kann ich nicht erkennen“, sagt Czajkowski dazu.

Dass er einmal Türsteher auf der Reeperbahn gewesen ist, bestätigt er. Richtig sei, dass er vor geraumer Zeit auch einmal als Einlasser einer Diskothek dafür gesorgt habe, „dass dort Verstöße etwa gegen das Jugendschutzgesetzes oder das Betäubungsmittelgesetz unterbunden wurden“.

Von Bernd Atzenroth

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