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Perleberg Berufsschulunterricht in der Prignitz: Standorte fürchten um ihre Zukunft
Lokales Prignitz Perleberg Berufsschulunterricht in der Prignitz: Standorte fürchten um ihre Zukunft
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11:38 29.10.2019
Das Interesse an der Berufsbildungsmesse in Perleberg war hoch, an die 100 Aussteller präsentierten sich. Quelle: Stephanie Fedders
Perleberg

Bei aller Freude über die vielen Aussteller und die guten Perspektiven in der Prignitz – auf der Berufsbildungsmesse Go in Perleberg ließ sich die Sorge über die weniger werdenden Klassen am Oberstufenzentrum nicht wegdiskutieren. Im Gegenteil.

Friseure leiden unter Abzug der Klassen aus der Prignitz

Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher verließ die Kreisstadt mit einer Fülle an Botschaften, die alle in die gleiche Richtung zielen: Die Rahmenbedingungen für Auszubildende im ländlichen Raum dürfen nicht weiter verschlechtert werden.

Was es heißt, wenn die Berufsschule plötzlich nicht mehr in Wittenberge, sondern in Potsdam ist, bekommt Simone Plutniok gerade deutlich zu spüren. Die Friseurmeisterin aus Pritzwalk steht dieses Jahr ohne Lehrling da. Sie habe zwar immer Hoffnung, doch noch jemand für ihr Handwerk begeistern zu können, doch wenn es um den theoretischen Unterricht geht, schrecken viele zurück.

Gerade für die unter 18-Jährigen sei es schwer vermittelbar, für die theoretische Ausbildung in die Landeshauptstadt fahren zu müssen. Der Aufwand sei zu hoch. Das sei dann das entscheidende Kriterium, warum Ausbildungsverhältnisse nicht zustande kommen.

Nur Elektroniker und Mechatroniker werden in Wittenberge unterrichtet

Kerstin Gmirek muss den Trend, immer mehr Unterricht aus der Prignitz abzuziehen, schon länger verfolgen. Auch Kaufleute fürs Büromanagement werden nicht mehr in Pritzwalk, sondern in Neuruppin beschult. „Wir haben derzeit nur noch Elektroniker und Kfz-Mechatroniker in Wittenberge“, sagt die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. Immerhin sei es gelungen, die Prüfungen in den beiden Berufen weiterhin im Landkreis abnehmen zu können. Auch dafür muss sich die Handwerkerschaft jedes Mal aufs Neue bewerben.

Der auf der Berufsbildungsmesse geäußerte Vorschlag von Thomas Drescher, die Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern zu suchen, stößt auf wenig Gegenliebe. Das sei keine klare Aussage, bemängelt Oliver Hermann. Wittenberges Bürgermeister sieht das Land in der Pflicht, Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Ideen gebe es bereits, so Hermann, der auch als Präsident des Brandenburgischen Städte- und Gemeindebundes Einfluss geltend machen kann. So könnte man für den ländlichen Raum kleinere Klassen zulassen – allerdings zeitlich begrenzt. Und als Signal an die Betriebe. „Im Anschluss müssen wir erreichen, dass es dann wieder mehr Azubis gibt“, erklärt Hermann.

IHK fordert ein Umdenken der Landespolitik

Nachdenken könnte man auch über die Option, vor Ort nur allgemeinbildenden Unterricht durchzuführen und die speziellen Inhalte dann woanders anzubieten. Für Oliver Hermann ein Kompromiss: „So wäre wenigstens die teilweise Ausbildung vor Ort garantiert.“

Als „Achtungszeichen“ oder als dritter Weg wäre für Hermann vorstellbar, dass die Lehrlinge auch aus anderen Landkreisen in der Prignitz unterrichtet werden. Pritzwalk und Wittenberge statt Potsdam. Die Ausstattung ist ja mit den Fachkabinetten vorhanden.

Die Voraussetzung dafür bringt René Georgius auf den Punkt, Leiter des Regionalcenters Prignitz der IHK: „Es muss ein Umdenken in der Landespolitik stattfinden. So, wie es jetzt läuft, ist es kein guter Weg.“

Von Stephanie Fedders

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