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Perleberg Bikerandacht in Perleberg
Lokales Prignitz Perleberg Bikerandacht in Perleberg
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14:21 28.10.2018
Mit ihren Helmen bildeten die Motorradfahrer ein symbolisches Kreuz auf dem großen Markt. Quelle: Stephanie Fedders
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Perleberg

Ein Spektakel aus Lärm und Licht breitet sich über den großen Markt in Perleberg. Motoren heulen auf, aus allen Richtungen nehmen Biker Kurs auf den Roland. Das typische Geräusch des Gasgebens liegt in der Luft. Jetzt wird es unmöglich, sein eigenes Wort zu verstehen. 168 Motorradfahrer bilden einen Halbkreis. Legen die Helme zu einem symbolischen Kreuz. Am Sonnabend versammelt sich die Szene ein letztes Mal in diesem Jahr und hält einen Augenblick inne. Das Ende der Saison ist nah.

Seit 2003 organisiert Uwe Jansen dieses Treffen, das an seinem Betrieb in der Pritzwalker Straße den Anfang nimmt und aus einem Korso durch die Stadt sowie der Andacht auf dem Markt besteht. Polizei, die Feuerwehr Spiegelhagen und die Kirchengemeinde unterstützen dabei. Heute braucht keiner ihre Hilfe. Doch wenn etwas passiert, sind auch sie involviert.

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„Jede Tour ist eine Fahrt ins Ungewisse“

Pfarrerin Verena Mittermaier erinnert in ihrer Andacht an die zurückliegenden Monate. Sonnenschein ohne Ende. Die perfekte Saison für Motorradfahrer. Einige Fahrten endeten tragisch. Im Landkreis Prignitz wurden in den ersten neun Monaten 45 Unfälle mit Motorradfahrern registriert. Zwei mit tödlichem Ausgang.

„Jede Tour ist eine Fahrt ins Ungewisse. Was hinter der nächsten Ecke liegt, können wir nicht mit Sicherheit sagen“, mahnt Mittermaier. In Gedanken sind alle bei den Verunglückten, den Familien und Freunden. Lieder wie „further on the road“, weiter auf der Straße, von Johnny Cash oder „knockin on heavens door” treffen die Stimmung. Für einen Moment ist es ganz still.

Dann werden die Maschinen wieder angeworfen. Motoren heulen auf. Reifen bis zum „Burn out“ strapaziert. Beißender Qualm breitet sich aus. Es riecht nach verbranntem Gummi. Weiter geht´s. Die Straße entlang.

Von Stephanie Fedders