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Perleberg Dealer muss ins Gefängnis: Prignitzer bekommt drei Jahre wegen Drogenhandels
Lokales Prignitz Perleberg Dealer muss ins Gefängnis: Prignitzer bekommt drei Jahre wegen Drogenhandels
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18:31 29.10.2019
Quelle: dpa
Perleberg/ Neuruppin

„Ich bin der liebste Mensch auf diesem Planeten. Ich habe aus einer Not heraus gehandelt“, hatte der 41-jährige Angeklagte unter Tränen vor Gericht gesagt. Die Richter jedoch sahen die Mengen an Drogen, mit denen der gebürtige Perleberger zwischen 2015 und 2018 gedealt hat, als zu erheblich an, um noch eine bewährungsfähige Strafe auszusprechen.

Die erste Große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verurteilte den Mann wegen unerlaubten Handels mit Drogen in nicht geringer Menge in vier Fällen sowie Erwerbs in einem Fall zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren.

Anwalt: Mandant in die Illegalität gezwungen

Es sei kein klassisches Betäubungsmittelverfahren, sagte der Verteidiger. Es wäre erst gar nicht zu einer Verhandlung gekommen, wenn der Angeklagte nicht krank wäre und wenn schon damals Cannabis als Medikament hätte legal erworben werden können. So aber sei sein Mandant in die Illegalität gezwungen worden. „Sein Dealer in Holland war ursprünglich seine Apotheke.“

Vor Gericht saß der 41-Jährige, weil er mit Marihuana im Kilogrammbereich gehandelt hat. Für den Verteidiger war das kein Grund, den Mann ins Gefängnis zu schicken. Außer den Mengen gebe es nichts, was gegen seinen Mandanten spreche.

Marihuana, Kokain und chemische Drogen

„Überlegen Sie gut, ob er in den Knast gehört? Geben Sie ihm eine Chance“, wandte sich der Verteidiger an das Gericht.

Das sah zwar ebenfalls, dass vieles für den Angeklagten sprach. So ist er nicht vorbestraft und hatte von Beginn an ein umfassendes Geständnis abgelegt. Aber was zu viel ist, ist zu viel. Und das waren ein bis drei Kilogramm Marihuana, Kokain und chemische Drogen wie 1000 Ecstasy-Tabletten eindeutig.

Staatsanwalt spricht von erheblichen Mengen

„Irgendwo ist eine Grenze“, sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann. Das fand auch Staatsanwalt Torsten Sauermann: „Das ist schon eine Hausnummer, die wir nicht so oft hier haben.“ Die nicht geringe Menge sei erheblich überschritten, teilweise um das 43-fache.

„Ich stelle den Antrag nur ungern, aber eine bewährungsfähige Strafe ist nicht mehr drin“, sagte Sauermann und forderte eine vierjährige Gesamtstrafe.

Warnungen schlug der Angeklagte in den Wind

„Schlagartig“, so der Richter, sei der Angeklagte ins Drogengeschäft eingestiegen, nachdem er auf einem Festival von einem anderen Besucher angesprochen wurde. Der flog 2017 auf und sitzt derzeit seine Strafe ab. Obwohl vorgewarnt habe der Angeklagte weiter gemacht, 1,3 Kilogramm Marihuana eingekauft und sich neue Kunden gesucht. Aus Sicht des Gerichts sprach das für eine gewisse kriminelle Energie.

Der Angeklagte selbst hatte sich mit einer Notlage gerechtfertigt. Ein Lieferant habe ihm im Nacken gesessen, weil er das ausstehende Geld haben wollte.

Im Juli vergangenen Jahres kam es bei ihm und seinen Eltern zu einer Wohnungsdurchsuchung, bei der Drogen und mehr als 14 000 Euro gefunden wurden. Seine Eltern mit in die Sache hereingezogen zu haben, bedauere er zutiefst, sagte er. Wohl aber auch sich selbst. Das veranlasste den Richter zu der Äußerung: „Selbstmitleid ist nicht der richtige Weg.“

Von Dagmar Simons

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