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Perleberg Die Prignitz startet in die Knieperkohl-Saison
Lokales Prignitz Perleberg Die Prignitz startet in die Knieperkohl-Saison
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15:04 18.10.2019
Wenn die Saison startet, darf der Pritzwalker Knieperfuchs natürlich nicht fehlen. Quelle: Stephanie Fedders
Pritzwalk

Herbstzeit ist Kohlzeit. Nicht mehr lange und die Prignitz startet in die Saison. Für die Auftaktveranstaltung hat Pritzwalk auch in diesem Jahr den Hut auf und lädt am 9. November – dem 30. Jahrestag des Mauerfalls – in die Knieperstadt ein.

Produktion läuft auf Hochtouren

Viele Partner haben sich zusammengefunden, um das Thema im und vor dem Kulturhaus zu präsentieren. Sie können auf eine gelungene Veranstaltung 2018 aufbauen, bei der erstmals die Neudorfer Fleischerei die Verantwortung für die Versorgung übernahm.

Geschäftsführer Enrico Dietsch, der für Vermarktung und Vertrieb zuständige Kollege Jean Duwe und die Angestellten hatten bei der Premiere wirklich alle Hände voll zu tun und reichten mehrere hundert Portionen Knieperkohl mit Kassler und Kartoffeln über den Tresen.

Diese Tage läuft die Produktion in Neudorf auf Hochtouren. „Große Mengen sind schon verarbeitet“, erzählt Duwe. Regelmäßig müssen die Regale der Filialen wieder aufgefüllt werden. Derzeit kostet ein Glas 4,90 Euro.

Der Kohl muss in die Prignitz importiert werden

Dafür bekommt der Kunde die typische Kombination aus Weißkohl (60 Prozent), Grünkohl (30 Prozent) sowie weiteren Zutaten wie blauem Markstammkohl und Weinblättern sauer-deftig eingekocht. Rund 1,5 Tonnen Weißkohl und 750 Kilo Grünkohl landen pro Woche in den großen Kesseln.

Vergangenes Jahr mussten die Gäste in Pritzwalk für Knieperkohl Schlange stehen. Quelle: Stephanie Fedders

Für die Herstellung ist die Neudorfer Fleischerei auf den Import des Kohls angewiesen. An der Westküste in Schleswig-Holstein läuft derzeit die Ernte auf Hochtouren. Hier befindet sich das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas. Über einen hiesigen Gemüsehändler rollen die Köpfe dann in die Prignitz. Eigene Anbauflächen in der Region gebe es nicht, sagt Jean Duwe.

Dennoch ist die Identifikation mit der Spezialität groß genug, dass die Bezeichnung „Prignitzer Nationalgericht“ zutreffend Teil der Vermarktungsstrategie ist. Entsprechend wichtig ist der Knieperkohl daher auch für den Tourismusverband, nicht zuletzt als saisonverlängernde Maßnahme nach den Sommermonaten.

Auch der Pollo macht mit und lädt zur Knieperkohlfahrt

„Wir freuen uns, dass sich Pritzwalk mit dem Thema identifiziert“, sagt Mike Laskewitz vom Tourismusverband Prignitz, der jedes Jahr aufs Neue mit seinem Team als Schnittstelle für alle fungiert, die mit Knieperkohl zu tun haben: Hoteliers, Gastronomen, Tourismusvereine und die Kommunen. Für den Geschäftsführer ist der Knieperkohl auf jeden Fall eine regionale Marke, die auch so beworben wird.

Während Pritzwalk für den Saisonauftakt die Verantwortung übernimmt, steht Perleberg für die Abschlussveranstaltung mit dem Suren-Hansen-Markt im März. Dazwischen können die hiesigen Gastronomen ihre Kreativität in der Küche unter Beweis stellen und vielfältige Gerichte auf die Speisekarte setzen. Bei Jean Duwe sind bereits etliche Anfragen eingegangen.

Das Thema wird im Winter auch wieder vom Pollo-Verein aufgegriffen, der am Sonnabend, 15. Februar, zu seiner traditionellen Knieperfahrt einlädt. Dann erwartet die Gäste nicht nur die Reise im historischen Zug, sondern auch die Einkehr und ein traditionelles Gericht mit der Spezialität.

Unter dem Motto „Pritzwalk kniepert“ lädt die Dömnitzstadt gemeinsam mit dem Tourismusverein Pritzwalk und Umgebung am 9. November ab 10 Uhr ins Kulturhaus ein. Viele Händler und Vereine machen mit. Daneben gibt es ein Kulturprogramm und Beschäftigungsmöglichkeiten für kleine Gäste, die vom Wahrberge-Verein aus Groß Woltersdorf angeboten werden.

Von Stephanie Fedders

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