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Perleberg Das sind die größten Kriminalfälle des Jahres in der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin
Lokales Prignitz Perleberg Das sind die größten Kriminalfälle des Jahres in der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin
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12:08 18.12.2019
Das Landgericht und die Staatsanwaltschaft Neuruppin sitzen unter einem Dach. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Drogenhandel, Prügel­attacken, Betrug, Mord – all das beschäftigte das Landgericht Neuruppin in diesem Jahr. Hier ein Rückblick auf die spektakulärsten Gerichtsprozesse im Landgerichtsbezirk Neuruppin.

Der Mörder aus Alt Ruppin bleibt in Haft

Blumen vor dem Haus in Alt Ruppin, in dem im August 2917 die beliebte Jutta K. ermordet wurde. Quelle: Peter Geisler

Dieser Kriminalfall hatte im August 2017 für Entsetzen in Alt Ruppin und Neuruppin gesorgt: Der 40-jährige Friedrich-Wilhelm K. hatte seine Vermieterin, die in Alt Ruppin allseits beliebte Jutta K., nach einem gemeinsamen Grillabend aufs Brutalste vergewaltigt und umgebracht. Dafür wurde er im Juni 2018 vor dem Landgericht Neuruppin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafeverurteilt.

Friedrich-Wilhelm K. legte Revision gegen das Urteil ein, der Fall ging bis an den Bundesgerichtshof. Der entschied im Februar: Die Revision wird als unbegründet verworfen, der Mörder bleibt in Haft.

Mord in Radensleben: Revision verworfen

Der Tatort in Radensleben: Dort wurde der 54-jährige Jörg S. ermordet. Quelle: Andreas Vogel

Auch im Mordfall von Radensleben lehnte der Bundesgerichtshof eine Berufung ab. Im April entschied er: Renee G. und Steve Z. bleiben in Haft, ihre Urteile sind rechtskräftig. Der 37-jährige Renee G. war im Herbst 2018 wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, sein 21-jähriger Komplize Steve Z. bekam wegen Totschlags eine Freiheitsstrafe von acht Jahren.

Die beiden Männer hatten in der Nacht zum 23. August 2017 den 54-jährigen Jörg S., der damals im Seniorenwohnheim Radensleben lebte, getötet und anschließend die Leiche in einer Mülltonnein der Wohnung von Renee G. versteckt. 72 Stich- und Schnittverletzungen hatte das Opfer, das bis zu seinem Tod ein stundenlanges Martyrium durchlebte.

Erst drei Wochen später wurde die Leiche entdeckt. Der Fall hatte damals bundesweit für Aufsehen gesorgt. Das Landgericht stellte später fest, dass Renee G.s Motiv reine Mordlust war. Er wollte seine Gewaltfantasien einmal ausleben und hatte sich als Opfer Jörg S. ausgesucht, weil er den von gemeinsamen Zechabenden kannte.

Tschetschene aus Wittstock zu sechs Jahren Haft verurteilt

Angeklagter im Landgericht Neuruppin. Quelle: Peter Geisler

Magomed M., ein in Wittstock lebender Tschetschene, meinte lange Zeit, über dem Gesetz zu stehen und nach Belieben Straftaten verüben zu können.

Der in Grosny geborene Mann, der Anfang 2015 mit seiner Familie nach Deutschland kam, hatte schon Diebstahl, Körperverletzung, Verkehrsverstöße, Drogenhandel und Sexualstraftaten auf dem Kerbholz – nur seine Verhaftung Anfang 2018 konnte ihn stoppen. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Die Vorsitzende Richterin bescheinigte dem Tschetschenen, der in Wittstock für Angst und Schrecken gesorgt hatte, dass er keinerlei Respekt vor dem Deutschen Staat und vor Recht und Gesetz habe. So hatte er im September 2017 seine damalige Freundin geschlagen, gefesselt und gedroht, sie anzuzünden, weil sie Schluss machen wollte.

Er überredete eine Zwölfjährige zum Sex, gab Drogen an Minderjährige weiter, fuhr ohne Führerschein, sprang in einem Einkaufszentrum ohne jeden Anlass einem Familienvater mit Wucht in den Rücken.

Mit Betrug den Lebensunterhalt verdient

Skrupellos hatte die 29-Jährige immer wieder teure Handys im Internet zum Verkauf angeboten, die sie gar nicht besaß. Die Käufer zahlten – erhielten aber die Ware nie. Im gesamten Bundesgebiet betrog die Kyritzerin arglose Käufer. Knapp 12.500 Euro erschwindelte sie sich somit. Darüber hinaus bestellte sie für 3300 Euro Waren bei Versandhäusern. Wenn sie bei denen auf der schwarzen Liste stand, gab sie Konten von Familienangehörigen an oder bestellte auf deren Namen – ließ aber immer an sich liefern.

Zur Begründung für ihre Taten erklärte die junge Mutter, sie hätte ihren Kindern eine bessere Kindheit ermöglichen wollen, als sie sie hatte.

Trotz Haftstrafe: Angeklagter zufrieden mit Urteil

Das hat man vor Gericht auch nicht alle Tage. Ein Angeklagter, der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden ist, ist mit dem Urteil so zufrieden, dass er es direkt annimmt.

Im Februar verurteilte das Landgericht Neuruppin einen 23-Jährigen aus Wittenberge wegen gemeinschaftlichen schweren Raubs zu drei Jahren und fünf Monaten Haft. Der Wittenberger hatte bereits am ersten Verhandlungstag zugegeben, dass er im August 2018 mit einem Kumpanen einen anderen Wittenberger in dessen Wohnung überfallen hat. Er schlug ihn nieder, stahl dann Fernseher, Laptop und andere Dinge aus der Wohnung und verschwand.

Das Gericht kreidete dem Angeklagten besonders an, einen Menschen in seiner eigenen Wohnung überfallen zu haben – also an einem Ort, wo sich die meisten Menschen am sichersten fühlen.

Einweisung nach Raubüberfall in Lindow

Darum, ob der Angeklagte überhaupt voll schuldfähig ist, drehte sich alles im Prozess gegen einen 26-Jährigen, der unter Alkohol- und Drogeneinfluss in einer Privatwohnung in Lindow einen brutalen Raubüberfallbegangen hatte. Das Opfer, ein 38 Jahre alter Mann, wurde in seiner Wohnung in der Straße des Friedens überfallen, von zwei oder drei Männern verprügelt und beraubt, darunter der 26-Jährige.

Bei dem brutalen Überfall wurde dem 38-jährigen Opfer unter anderem die Nase gebrochen, er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und ein Leberhämatom. Die Beute: 180 Euro und der Inhalt des Kühlschrankes.

Der 26-jährige Tatverdächtige hat sich zwar später beim Opfer persönlich und per Brief entschuldigt, doch das nützte ihm wenig: Das Gericht verurteilte den Mann, auch wegen eines weiteren Überfalls in Lindow, im September zu vier Jahren Haft und ordnete dessen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Gegen den Komplizen des ersten Überfalls wird derzeit vor dem Landgericht verhandelt, hier wird am Donnerstag, 19. Dezember, ein Urteil erwartet.

Schutzbefohlene mit Brennnesseln ausgepeitscht?

Das Amtsgericht in Perleberg. Quelle: Michael Beeskow

Vor das Landgericht ging auch der Fall des Mannes, der in einer Jugendeinrichtung im Amt Meyenburg Schutzbefohlene misshandelt haben soll. Dem gebürtigen Mannheimer wurde unter anderem vorgeworfen, Jugendliche mit Brennnesseln ausgepeitschtzu haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde die Einrichtung geschlossen.

Der 54-jährige Betreuer war vom Amtsgericht in Perleberg zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden, legte dagegen aber Berufung ein. Das Landgericht Neuruppin lehnte die Berufung ab und bestätigte das Urteil der Perleberger Amtsrichter.

Immer wieder ohne Führerschein erwischt

Eine Frau aus Neuruppin ist immer wieder ohne Führerschein erwischt worden – hier ein Symbolbild. Quelle: dpa

Nun soll sie ins Gefängnis: Eine 31-Jährige ist 15 Mal beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden, weder Geld- noch Bewährungs- oder Gefängnisstrafen konnten sie stoppen. Seit 2010 war sie immer wieder wegen Fahrens ohne Führerschein aufgefallen, hatte deshalb auch schon im Gefängnis gesessen.

Im November wurde die notorische Verkehrssünderin nun vom Amtsgericht Neuruppin zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die 31-Jährige hat Berufung eingelegt. Doch sie kann es wohl nicht lassen: Nur wenige Tage nach ihrer Verurteilung ist die Frau aus Neuruppin erneut von der Polizei ohne Führerschein am Steuer erwischt worden.

Überfall auf McDonalds in Neuruppin

Die McDonalds-Filiale in Neuruppin. Quelle: Peter Geisler

Wegen des Überfalls auf die Neuruppiner Filiale der Fast-Food-Kette McDonalds stehen seit Oktober der 30-jährige Somalier Hanad A. und der 19-jährige Syrer Mohamed A. vor Gericht. Die beiden werden beschuldigt, am 20. Januar die McDonalds-Filiale in Neuruppin überfallen zu haben, maskiert und mit Schreckschusspistolen bewaffnet.

Sie erbeuteten etwas über 7000 Euro und hinterließen drei geschockte Angestellte, von denen eine bis heute nicht arbeitsfähig ist. Das Landgericht wollte eigentlich am Dienstag, 10. Dezember, ein Urteil verkünden, doch die Verteidigung stoppte den ganzen Prozessmit einem Befangenheitsantrag. Sie lehnte alle Richter ab. Nun muss erst darüber entschieden werden, ob diese Richter weiter verhandeln dürfen. Wenn ja, soll am 17. Dezember ein Urteil gefällt werden.

Von Kathrin Gottwald und Dagmar Simons

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