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Perleberg Wie Perleberg smarter wird
Lokales Prignitz Perleberg Wie Perleberg smarter wird
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00:23 27.04.2019
Geographielehrerin Anke Hildebrandt nutzt oft und gerne die moderne Technik. Das macht nicht nur ihr Spaß, sondern auch den Schülern. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Konzentriert tippen die Schüler auf der Tastatur ihrer Laptops. Für den Geografieunterricht erstellen sie virtuelle Karten am Computer. Es geht um die wirtschaftlichen Unterschiede in der Europäischen Union.

Zu zweit suchen sie im Internet nach schwierigen Fachbegriffen. Die Elftklässler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums in Perleberg sind beim digitalen Arbeiten sichtlich ein eingespieltes Team.

Lehrer wollen nicht mehr ohne Smartboards

Kreidetafeln gibt es in der Schule kaum noch. Fast alle Räume haben sogenannte Smartboards. Auf den großen weißen Bildschirmen können Lehrer und Schüler Fotos zeigen, Videos abspielen und sogar darauf schreiben.

„Für die Kollegen war diese Umstellung im ersten Moment ein Schock“, verrät Schulleiter Veit Goralczyk-Pehl. Die Technik allein sei nicht alles. Auf Weiterbildungen lernten die Lehrer, damit richtig umzugehen.

Ob in der Schule, Verwaltung oder Bibliothek: Die Technik ist auch auf dem Land angekommen. Perleberg, die Kreisstadt der Prignitz, wird digital. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, wie drei Beispiele aus der Stadt zeigen.

Sechs Jahre ist das jetzt her. Nun wollen die Lehrer gar nicht mehr ohne. Der Schulleiter erzählt: „Es ist es ein wahrer Kampf um die Räume mit den Smartboards.“

Geografielehrerin Anke Hildebrandt hat ihr ganzes Konzept für den Unterricht digitalisiert. Früher legte sie noch die Folien auf den Projektor und warf sie an die Wand.

Heute hat sie fast jedes Thema als Power-Point-Präsentation für das Smartboard vorbereitet.

Nicht immer funktioniert die Technik

Es ist Montagnachmittag, kurz vor Schulschluss. Auf einer großen virtuellen Karte zeigt die Lehrerin den Schülern verschiedene Wirtschaftsmodelle.

Eine Folie nach der anderen bespricht sie mit den Elftklässlern – ein eher trockenes Thema. Doch sie weiß, wie sie die Schüler bei der Stange hält. Mit Gruppenarbeit am Laptop geht es weiter in Richtung Schulschluss.

Rika, Jonas, Mohamad, Philipp und Lennart sind Schüler der neunten Klasse am Gottfried-Arnold-Gymnasium in Perleberg. Im Gespräch schildern sie ihre ganz eigene Sicht auf die Digitalisierung in ihrer Schule.

In wenigen Minuten sind die Schüler online. Das Arbeitsblatt mit zwei Aufgaben liegt vor ihnen. In einer halben Stunde muss alles fertig sein. Dann der Schreck: Sandro und Noah kommen nicht ins Programm.

Es ist keine Seltenheit, dass die neue Technik nicht auf Anhieb funktioniert. Die beiden Technikbegeisterten finden jedoch schnell eine Lösung und das Arbeiten kann beginnen.

Handys bleiben für private Zwecke im Unterricht tabu

Für Schüler und Lehrer ist das digitale Arbeiten eine enorme Erleichterung. Zahlen, Daten und Grafiken können viel besser visualisiert werden. Schulleiter Veit Goralczyk-Pehl will noch einen Schritt weiter gehen: Er plant eine Schul-Cloud, eine Art digitale Wolke, mit der Materialien für Lehrer und Schüler von jedem Gerät aus zugänglich sind.

Noah Garkisch (l.) und Sandro Viertel (r.) arbeiten im Team. Sie konstruieren eigene Karten am Laptop – ändern Farbe und Skalierung. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Laptops, Tablets und Computer: Die Medienbildung ist fest im Rahmenlehrplan verankert. Die sozialen Netzwerke wie Facebook und Whats App sind damit jedoch nicht gemeint.

„Wir wollen das Vorwissen der Schüler systematisieren. Sie sollen die Medien deuten können und ein Verständnis dafür entwickeln“, sagt Veit Goralczyk-Pehl. Handys bleiben im Unterricht für den privaten Zweck aber weiterhin tabu.

Landkreis plant mehr Glasfaserkabel für die Prignitz

Schnelles Internet ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das digitale Arbeiten, gerade im ländlichen Raum. Eigentlich hat der Landkreis schon vor vier Jahren beschlossen, dass die Prignitz flächendeckend schnelles Internet bekommt. Ein schöner Traum – immer noch gibt es viele weiße Flecken auf der Karte, auch in den Perleberger Ortsteilen.

Der digitale Flickenteppich soll verschwinden: Bund, Land und Kreis nehmen für den Breitbandausbau in der Prignitz bis 2021 insgesamt 60 Millionen Euro in die Hand.

Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura will eine digitale Verwaltung schaffen. Unter ihrer Leitung führt die Stadt ein neues Datenverarbeitungssystem ein. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Glasfaserkabel sollen dann eine Leistung von einem Gigabit pro Sekunde haben. Das entspricht im Vergleich zu heute der 20-fachen Surfgeschwindigkeit.

Damit sei die Prignitz zumindest mittelfristig den neuen technologischen Ansprüchen gewachsen, versichert Andreas Ditten, Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft, Bau und Kataster beim Kreis.

Verwaltung will Vorgänge digital bearbeiten

Das ist ganz im Sinne der Perleberger Stadtverwaltung. Die Kreisstadt setzt voll auf den digitalen Weg. „Wir sind gut vernetzt, haben alles auf eigenen Servern doppelt gesichert“, informiert Martin Fritz, Sachbearbeiter in der IT-Abteilung. „Wir sind jetzt mit unserem neuen elektronischen System in die Testphase gestartet“, berichtet Bürgermeisterin Annett Jura.

Die 45-Jährige ist selbst aktiv in den sozialen Netzwerken unterwegs. Rechnungen, Vergabeverfahren, Akten und Posteingänge in Papierform sollen in der Verwaltung schon bald der Vergangenheit angehören.

Vor 20 Jahren gab es noch Katalogkarten. Sie zeigten den Mitarbeitern der Bibliothek, wo welches Buch in den Regalen zu finden ist. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Stadtbibliothek ist da schon einen Schritt weiter: Seit mehr als 20 Jahren erfassen die Mitarbeiter alle Bücher digital. Ein paar alte Katalogkarten gibt es noch. „Damit wussten wir ganz genau, wo welches Buch zu finden ist“, erzählt Bibliotheksleiterin Susann Fritz.

In der Stadtbibliothek sindalle Bücher digital erfasst

Akribisch blättert Susann Fritz in einem neu eingetroffenen Buch. Sie dokumentiert Autor, Titel und Genre und ordnet es dem richtigen Abteil zu. Fix mit dem Scanner erfasst, wandert es sofort ins System zu über 25.000 weiteren Medien.

Susann Fritz geht einen digitalen Weg. Sie ist erst seit wenigen Wochen neue Leiterin der Perleberger Stadtbibliothek und möchte mit neuer Technik die Zukunft bestreiten. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Den Elftklässlern des Gottfried-Arnold-Gymnasiums in Perleberg geht das alles noch nicht schnell genug. „Die Computer müssen richtig funktionieren und vor allem schnell sein“, so der 16-jährige Schüler Mohamad Berro. Seine Klassenkameraden stimmen ihm zu. Erst dann kann aus seiner Sicht von einer Digitalisierung in der Schule die Rede sein.

Von Marcus J. Pfeiffer

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