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Perleberg Drei wollen Bürgermeister werden
Lokales Prignitz Perleberg Drei wollen Bürgermeister werden
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09:00 31.08.2019
In Karstädt wählen die Bürgerinnen und Bürger nicht nur den Landtag, sondern auch einen neuen Bürgermeister. Quelle: dpa
Karstädt

Im ganzen Land Brandenburg wird am Sonntag der Landtag neu gewählt. An einigen Orten aber kommen weitere Wahlen hinzu. So entscheiden 5100 Wahlberechtigte in der Gemeinde Karstädt darüber, wer in den kommenden acht Jahren als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde lenkt. Die Konstellation verspricht diesmal mehr Spannung. Denn bei drei Kandidaten dürfte eine Stichwahl im Bereich des Möglichen liegen. Das wäre dann der Fall, wenn keiner der drei Bewerber am 1. September auf über 50 Prozent der Stimmen kommt. Dann würden die beiden am besten platzierten Kandidaten am 22. September gegeneinander antreten.

Aber auch aus einem anderen Grund dürfte es Amtsinhaber Udo Staeck (CDU) bei seiner dritten Kandidatur nicht ganz so einfach haben wie zuletzt vor acht Jahren, als er die damalige Gegenkandidatin Heike Schulz von der SPD mit 66,1 Prozent der Stimmen klar schlug. Denn schon die Kommunalwahl im Mai hatte angedeutet, dass sich die Gewichte in Karstädt leicht verschoben haben. Zwar lag die CDU immer noch mit knapp 50 Prozent der Stimmen deutlich vorne, doch war die Partei von früheren Mehrheiten weit entfernt. Profitiert hatten von CDU-Verlusten gleichermaßen Einzelbewerber und die AfD mit etwa elf Prozent.

So rechnet sich der AfD-Kandidat für das Bürgermeisteramt, Jean-René Adam, Chancen auf eine Stichwahl aus. Und es gibt einen dritten Bewerber: Einzelkandidat Raimond Zabel. Der 49-jährige Diplom-Finanzwirt aus Postlin könnte das Zünglein an der Waage sein.

Udo Staeck (CDU)

Udo Staeckist bereits seit 2003 Gemeindebürgermeister. Zwar ist er bereits 65 Jahre alt, aber noch lange nicht amtsmüde. „Acht Jahre sind eine lange Zeit“, sagt er, „aber wenn die Gesundheit mitspielt, bin ich gerne dazu bereit. Ich arbeite gerne und habe noch einige Projekte“, betont er.

Zufrieden ist er mit dem Ansiedlungsstand im neuen Gewerbegebiet. Dort würde Flächen verkauft und neue Arbeitsplätze geschaffen. Ein anderes wichtiges Thema ist für ihn der Breitbandausbau. „Ganz wichtig ist, dass Glasfaserkabel verlegt werden, denn das Vorhandene ist nicht ausreichend“, sagt Staeck.

Digitalisierung ist auch das Thema in der Grundschule Karstädt mit ihrer Filiale Groß Warnow – ihr stehen dafür 226 000 Euro zur Verfügung. Diese sind abrufbar, wenn bis zum, 31. Juli 2020 der entsprechende Förderantrag vorliegt. „Das ist ein sehr umfangreiches Paket“, sagt Staeck, „ich fange gerade an, daran zu arbeiten, den Förderantrag richtig zu stellen.“ Bei der Komplexität des Vorhabens kommt ihm seine jahrelange Erfahrung im Amt zugute. „Das möchte ich begleiten in dieser schwierigen Phase. Hier müssen Entscheidungen getroffen und der Gemeindevertretung richtig erklärt werden.

Udo Staeck (CDU); Bürgermeister von Karstädt und Kandidat für die Bürgermeisterwahl 2019 Quelle: Gemeinde Karstädt

Beim Thema Wind freut er sich, dass beim Repowering des Windparks Karstädt/Blüthen/Waterloo die Zahl der Windräder sinkt, auch wenn die neuen höher werden. Gut findet er, dass es einen Plan gegen das ständige rote Blinken gibt. Über Bebauungspläne haben übrigens die Kommunen ein gutes Instrument, um auf Windkraftplanungen Einfluss zu nehmen. Ansonsten müsse man es akzeptieren, wenn Ortsbeiräte dagegen stimmten, dann werde auch kein Bebauungsplan dafür aufgestellt.

Ein Problem sei, dass das Alltagsgeschäft in der Verwaltung immer umfangreicher werde. Das mache es auch schwieriger, die Bürger immer mitzunehmen. Die Tendenz zur Frustwahl sei schon da, und Staeck befürchtet, dass die Unzufriedenheit mit der Politik in Berlin bis nach Karstädt durchschlägt.

Jean-René Adam (AfD)

Jean-René Adamhat sich von seiner Lebensgefährtin Claudia Bellach dazu motivieren lassen, in der Politik aktiv zu werden – beide sitzen mittlerweile gemeinsam im Gemeinde- und im Kreisparlament. Seit 2015 ist Adam in der AfD und sieht sich hier als dem eher bürgerlichen Lager zugehörig an. Mit Rechtsradikalen hat er nach eigener Aussage nichts am Hut – politisch fühlt er sich eher von Helmut Schmidt oder Helmut Kohl inspiriert. Der 1964 in Thüringen geborene gelernte Instandhaltungsmechaniker lebt seit dem Jahr 2000 in der Prignitz, davon die vergangenen zwölf Jahre in Blüthen. Er ist ein absoluter Gegner der Ansiedlung weiterer Windkraftanlagen. Mindestens genauso wichtig ist ihm der Ausbau des Mobilfunknetzes, „einer der Gründe, warum ich in die Politik gegangen bin“.

Jean-René Adam (AfD), Kandidat für die Bürgermeisterwahl 2019 in Karstädt Quelle: privat

Wichtig ist es Adam, Orts- und Gemeindeteile besser einzubeziehen und „ihnen ihre Identität zurück zu geben“. „Viele sagen dort, es gibt nur noch Karstädt, und wir werden vergessen.“ Adam möchte Ortsvorsteher und Ortsbeiräte finanziell besser ausstatten, damit sie selber besser agieren können.

Um junge Prignitzer Fachkräfte zu halten oder in die Region zurückzuholen, müsse eine Infrastruktur geschaffen werden, damit sie hier bleiben. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Bauland zu erwerben. In Premslin/Glövzin zum Beispiel sei dies knapp bemessen.

Adam möchte sich für eine Wiederinbetriebnahme der Freilichtbühne in Karstädt einsetzen.

Raimond Zabel (Einzelbewerber)

Raimond Zabelist der dritte Kandidat im Bunde. Und auch er ist ein Skeptiker in Sachen Windkraft: Er schlägt daher vor, ein eigenes Energiekonzept für die Gemeinde zu entwickeln, um in der Kommune selbst den Strom der Windräder nutzen zu können. Zabel ist gebürtiger Perleberger und in Karstädt aufgewachsen. Er arbeitet in der Finanzbehörde des Landes Brandenburg.

Zabel plädiert für eine bessere Öffentlichkeitsarbeit der Kommune und den Ausbau der Infrastruktur, ob bei Radwegen oder bei der Ausstattung von Kitas oder Schulen. Auch die Bedürfnisse älterer Menschen sind mehr zu berücksichtigen. Er werde sich für die Schaffung von Eigenheim-Neubaugebieten oder auch Möglichkeiten der Förderung von Altbausanierungen einsetzen, ließ er verlauten. Karstädt als zentraler Ort muss weiter als Mittelpunkt der Gemeinde für die grundlegende Versorgung der Bürger gesichert werden.

Anmerkung der Redaktion: Der Kandidat Raimond Zabel war für ein Gespräch nicht zu erreichen, daher gibt es auch kein Bild von ihm.

Von Bernd Atzenroth

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