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Perleberg Etappensieg für Windkraftgegner aus Söllenthin
Lokales Prignitz Perleberg Etappensieg für Windkraftgegner aus Söllenthin
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19:18 13.08.2019
Östlich der B 107 in Höhe Groß Welle wird aktuell eine Windenergieanlage neu aufgebaut. Quelle: Stephanie Fedders
Kletzke

Ginge es nach der Verwaltung, hätte die Gemeindevertretung von Plattenburg den aktuellen Stand zum geplanten Bau von fünf Windkraftanlagen bei Söllenthin lediglich als Information erhalten. Das war den Abgeordneten aber zu wenig. Sie fassten einen Beschluss für einen weiteren Vertrag mit dem Investor und setzten eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch.

2015 wurde der erste Vertrag für den Bau unterschrieben

Seit Jahren versucht Christian Wenger-Rosenau, zwischen Söllenthin, Netzow, Bendelin und Görike Windkraftanlagen zu errichten. Bereits 2015 wurde dazu ein Städtebaulicher Vertrag mit der Gemeinde geschlossen, 2018 wieder gekündigt und im Mai diesen Jahres nach Zustimmung der Gemeindevertretung erneut unterschrieben.

Jetzt muss die Gemeinde ihr Einvernehmen zu dem Bauantrag erteilen. Das sei Aufgabe der Verwaltung, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Detlef Brenning. Der Antrag wurde geprüft. Es gebe keine Gründe für eine Ablehnung.

Den politischen Vertretern missfiel dieses Vorgehen. Antje Berndt und Clemens Wehr, beide seit der Kommunalwahl für die Grünen dabei, stellten einen Antrag für eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Damit war die Diskussion eröffnet, an der sich auch Vertreter der Bürgerinitiative Söllenthin beteiligten durften. Die Fronten bleiben zwar verhärtet, der Umgang war im Vergleich zu vorherigen Sitzungen aber von Sachlichkeit geprägt.

Bei Söllenthin stehen bereits 34 Anlagen

Die Planungen von Wenger-Rosenau sehen die Errichtung von fünf Anlagen südlich von Söllenthin vor. Mit dem Vertrag sei erreicht worden, dass die Höhe statt 251 jetzt 229 Meter beträgt, ein breiter Korridor zwischen Söllenthin und Görike frei bleibt und Ausgleichsmaßnahmen durch den Investor vorgenommen werden. Der Abstand der Anlagen zu den Dörfern soll zwischen 1000 und 1500 Metern liegen.

All das kann die Betroffenen aber nicht überzeugen. „Östlich von Söllenthin stehen bereits 34 Anlagen, das ist schon eine total krasse Belastung“, argumentierte Jochen Geppert von der BI gegen die Erweiterung. Auch Gemeindevertreter Andre Wernicke weiß um die Auswirkungen der alternativen Energie, hat sie in Krampfer vor der Tür. „Große Anlagen sind wesentlich lauter, die Belastung ist stärker.“

Kritisch begleitet das Vorhaben seit Anbeginn auch Uwe Schäffer, der dafür plädierte, die Auswirkungen auf die Natur überprüfen zu lassen. „Wir sind den Bürgern verpflichtet und sollten unsere Möglichkeiten ausschöpfen“, sagte der Abgeordnete aus Uenze.

Bauherr ist mit Umweltprüfung einverstanden

Gemeinsam mit Vera Palmer redete Jochen Geppert den Gemeindevertretern ins Gewissen, die Umweltverträglichkeitsprüfung auf den Weg zu bringen. „Das ist nichts, womit sich die Gemeinde etwas verbaut.“ Den Antrag müsste allerdings der Bauherr stellen. Christian Wenger-Rosenau war einverstanden. „Ich habe nichts dagegen.“

Detlef Brenning war es schließlich, der den Beschlussvorschlag formulierte. Demnach soll die Gemeinde ihr Einvernehmen erteilen. Allerdings unter der Bedingung, dass der Investor mit einem Nachtrag zum Vertrag verpflichtet wird, den Antrag auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu stellen.

14 Gemeindevertreter waren dafür, Jana Schegel enthielt sich.

Von Stephanie Fedders

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