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Perleberg Folgen der Dürre – Landwirte kämpfen ums Überleben
Lokales Prignitz Perleberg Folgen der Dürre – Landwirte kämpfen ums Überleben
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01:16 29.04.2019
Der Eindruck täuscht: Eigentlich müsste der Raps schon höher stehen.
Perleberg

Tag für Tag rücken derzeit die Bauern mit ihren Traktoren aus und beackern die Felder in der Prignitz. Ziehen sie ihre Bahnen, folgt eine weithin sichtbare Staubwolke, die das ganze Dilemma verdeutlicht, mit dem die Landwirtschaft zu kämpfen hat: Eine dramatische Trockenheit.

Während die Feuerwehren bei Waldbrandwarnstufe fünf in permanenter Alarmbereitschaft sind, die Waldbesitzer ihren Bäumen beim Überlebenskampf zusehen müssen und die Meteorologen immer neue Temperaturrekorde vermelden, machen sich die Landwirte große Sorgen um ihre Existenz.

Traurige Realität: Ein Traktor zieht eine riesige Staubwolke hinter sich her. Quelle: Stephanie Fedders

Die Situation ist derzeit so angespannt, dass Christina Stettin noch nicht mal den Versuch machen kann, die Lage positiv zu deuten. „Wir werden ein ernsthaftes Problem bekommen“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz, der Interessenvertretung im Agrar-Sektor.

Futtergras hat zu kurze Halme

Die Diplom-Agraringenieurin hat sich bereits angewöhnt, nicht mehr auf die Wetter-App ihres Handys zu gucken, aber vor der Realität draußen auf den Feldern kann sie nicht die Augen verschließen. Der fehlende Regen hinterlässt überall seine Spuren.

Die zahlreichen Weiden, auf denen in dieser Jahreszeit eigentlich reichlich Gras und damit das Futter für Tiere gedeihen soll, zeigen die Folgen der Trockenheit durch zu kurze Halme. „Der Aufwuchs ist nicht da, Elstern und Hasen können sich nicht verstecken“, erläutert Stettin und weist darauf hin, dass der derzeitige Bestand eher optisch täuscht.

Raps sieht besser aus, als sein Zustand ist

„Das Gras braucht jetzt Wasser, um sich voll zu entwickeln“, sagt Stettin. Den Landwirten könnten ähnlich schlimme Folgen wie im vergangenen Jahr ins Haus stehen, als die Trockenheit bereits einen großen Teil des Futters vernichtet hatte. Entsprechend schlecht fiel die Ernte 2018 aus. Der Verlust konnte nur durch Altbestände an Heu ausgeglichen werden. Und die müssten dieses Jahr eigentlich wieder aufgefüllt werden.

Auch der Raps sieht in der Sonne besser aus, als sein Zustand vermuten lässt. „Er hat Ende April schon öfter geblüht, ist bislang aber zu mickrig gewachsen“, schildert Christina Stettin. Gleiches gilt auch für andere Pflanzen wie Wintergetreide, Gerste, Weizen oder Roggen – „sie haben ihre Höhe noch nicht erreicht“, weiß die KBV-Geschäftsführerin.

Bewässerung kann keine Dauerlösung sein

Ein wenig Abhilfe schaffen derzeit die großen Beregnungsmaschinen, die auf den Feldern zum Einsatz kommen. Ihre Zeit kommt eigentlich viel später im Jahr. „Normal sind sie jetzt noch nicht eingeschaltet“, weiß Stettin, zumal die künstliche Bewässerung nicht von Dauer sein darf: „Es kann nur helfen, die Pflanzen jetzt am Leben zu erhalten.“

Bei Kartoffeln und Zuckerrüben setzen die Landwirte am ehesten auf die Beregnungsmaschinen. Letztere haben es jetzt schon nötig. „Sie sind seit dem 10. April im Boden, aber nur teilweise aufgegangen“, sagt Christina Stettin.

Auf Wiesen und Weiden sieht es anders aus, da rentiert sich der Einsatz meist nicht. Zumal dafür extra Brunnen gebohrt und zusätzliche Mitarbeiter bereitgestellt werden müssten.

Trotz aller Sorgen hat Christina Stettin die Hoffnung, dass es nicht so schlimm kommt wie 2018. Helfen kann momentan allerdings nur eines: „Ein ruhiger Landregen, ohne Wind.“

Von Stephanie Fedders

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