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Perleberg Folgen der Trockenheit: Raps macht sich in der Prignitz rar
Lokales Prignitz Perleberg Folgen der Trockenheit: Raps macht sich in der Prignitz rar
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18:42 15.10.2019
Handarbeit und schwere Technik: Erntehelfer sortieren Kartoffeln auf einem Feld bei Porep. Quelle: Stephanie Fedders
Perleberg

Die meiste Arbeit ist schon getan, doch vereinzelt sieht man sie noch – Erntehelfer im Einsatz. Diese Tage werden die Kartoffeln von den Prignitzer Feldern eingesammelt, die relativ gute Erträge versprechen und die Stimmung beim Kreisbauernverband etwas heben. Die Bilanz des Jahres ist jedoch ernüchternd.

Schlechte Ernte deutete sich bereits im April an

Die Interessenvertretung der Landwirtschaft wird jetzt mit den Ergebnissen konfrontiert, die sich im Frühjahr andeuteten. Schon im April zeichnete sich ab, dass sich die Pflanzen aufgrund des fehlenden Niederschlags nicht richtig entwickeln würden. Vor allem dem Raps fehlte der Regen – mit fatalen Folgen.

(K)ein vertrautes Bild: Der Rapsanbau in der Prignitz wird weniger. Quelle: Stephanie Fedders

„Er hat am meisten unter der Witterung gelitten“, sagt Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz. Im Vergleich zum langjährigen Mittel, bei dem die Jahre 2014 bis 2018 betrachtet werden, rechnet sie mit einem Minus von rund 17,5 Prozent bei den Erträgen.

Die lang anhaltende Trockenheit habe den Pflanzen so zugesetzt, dass Schädlinge leichtes Spiel hatten und bereits die Keime angegriffen haben. Dazu hätte auch die fehlende Beize – die Behandlung der Samen mit Pflanzenschutzmitteln – beigetragen.

Schlechte Bodenqualität bringt wenig Ertrag

Immer mehr Präparate dürfen nicht mehr in der Landwirtschaft eingesetzt werden und seien vom Markt genommen worden, erklärt Christina Stettin. Die im Sommer von der Landesregierung beschlossene Brandenburger Düngeverordnung tue ein Übriges, um den Bauern das Leben schwer zu machen.

Hinzu käme die Qualität der Ackerflächen im Landkreis. „Wir haben im Durchschnitt eine Bodengüte von 34 Punkten“, sagt Stettin. Die Skala reicht bis 100. Die schlechte Beschaffenheit sorgt dafür, dass der Untergrund Wasser nicht halten kann. „Und ein ausgezehrter Boden kann keinen Ertrag bringen“, erläutert Stettin. Gerade Raps brauche aber einen guten Nährboden, um ertragreich zu gedeihen.

Der wachsende Aufwand, um Raps gewinnbringend anzubauen, hat Konsequenzen: Manche Regionen verabschieden sich vom Anbau. „Entlang der Elbe bis nach Dömitz ist das bereits der Fall“, weiß Stettin. Die Entwicklung sei so gravierend, dass die Universität Braunschweig dazu ein Forschungsprojekt initiiert habe und den Ursachen nachspüren will.

Einbruch bei der Gerste- und Weizenernte

Zurück zu den Kartoffeln. Die konnten sich nur so gut behaupten, weil sie intensiv bewässert wurden. Das hat der Pflanze maßgeblich geholfen, da sie über das Kraut Feuchtigkeit aufnimmt, erklärt Christina Stettin. Trotz Minderertrag stünden Aufwand und Ernte so im Verhältnis, dass die Landwirte schwarze Zahlen schreiben könnten. Die Diplom-Agraringenieurin rechnet mit einem Plus von fünf bis acht Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr: „Die Kartoffel war der Ausreißer.“

Meterhoch stapeln sich die Kartoffeln auf einem Acker bei Porep. Quelle: Stephanie Fedders

Die lokal unterschiedlichen Mengen an Niederschlag zeigen auch beim Getreide Wirkung. Je nachdem, auf welcher Seite der Wetterscheide die Aussaat erfolgte, fallen die Mengen aus. Es gehe von „gut“ bis „so schlecht wie noch nie“, schildert Stettin die Situation und die entsprechenden Reaktionen der Landwirte. In Zahlen ausgedrückt: Weizen wurde mit einem Minus von zwölf, Gerste von elf Prozent (im langjährigen Mittel) eingefahren.

Alles zusammengenommen ergibt sich daraus reichlich Diskussionsstoff für den nächsten Kreisbauerntag, auf dem Christina Stettin alle aktuellen Zahlen vorlegt. Die Veranstaltung findet am 6. November in Karstädt statt.

Von Stephanie Fedders

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