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Perleberg Grabungen in Seddin: Eimerweise neue Funde aus der Bronzezeit
Lokales Prignitz Perleberg Grabungen in Seddin: Eimerweise neue Funde aus der Bronzezeit
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17:27 21.11.2019
Zu fünft auf fünf mal fünf Metern, die Archäologen bei der Arbeit in Seddin. Quelle: Stephanie Fedders
Seddin

Der große Sonnenschirm und der weiße Sand wecken Erinnerungen an den letzten Strandurlaub. Von Erholung und Burgen bauen ist aber nichts zu sehen, mitten auf dem Acker bei Seddin. Hier wird vielmehr im Dienste der Wissenschaft die Vergangenheit ans Tageslicht geholt.

Störungen im Erdreich machen die Archäologen neugierig

Die Archäologie ist erneut auf den Spuren der Siedler aus der Bronzezeit, die um 800 vor Christi in der Prignitz gelebt haben. Nach der dreiwöchigen Kampagne im September sind Immo Heske und sein Team noch einmal für fünf Tage wieder gekommen. Die Spurenlage war einfach zu verlockend.

Ein Stück Scherbe mit dem Knick, der typisch für die Keramik aus der Bronzezeit ist. Quelle: Stephanie Fedders

Während vor zweieinhalb Monaten nordöstlich vom Königsgrab geforscht wurde, gilt die Aufmerksamkeit aktuell einer Fläche westlich des Hügels. Beide Areale waren zuvor mit Hilfe der Geomagnetik untersucht worden. Dabei wurden Störungen – so genannte Anomalien – sichtbar, die das Interesse der Fachleute geweckt haben.

Auf fünf mal fünf Metern gehen die Archäologen der Universität Göttingen der Sache auf den Grund. Was auf dem Messgerät als schwarz-weiß-Bild mit Graustufen dargestellt wurde, liegt jetzt aufgedeckt unter dem Ackerboden, auf dem bis vor kurzem noch der Mais stand.

Verfärbungen im Erdreich deuten Pfostenlöcher an

Was für den Laien wie Schatten im Erdreich aussieht, hat für die Archäologen eine ganz andere Aussagekraft. Die Verfärbungen deuten auf Pfostenlöcher, hier könnten einst Häuser gestanden haben. Die markanten Flächen sind jetzt im feuchten Erdreich deutlich erkennbar.

Blick auf die Grabungsfläche aus Richtung Grabhügel. Quelle: Stephanie Fedders

Der Herbst macht möglich, was bei der Sommer-Grabung aufgrund der Trockenheit noch nicht gelang: „Jetzt haben wir hervorragende Bedingungen, um Pfosten zu sehen“, freut sich Immo Heske.

Und nicht nur das. Der Prignitzer Boden gibt auch wieder jede Menge Scherben frei, die gleich nach der Entdeckung ein erstes Mal begutachtet werden. Ein Stück befreit Immo Heske vom Sand und zeigt auf den markanten Knick. Der deutet auf die Form des Gefäßes – ein so genannter Doppelkonus. Siedlungskeramik, wie sie typisch ist für die Bronzezeit.

Im nächsten Jahr soll weiter gegraben werden

Alle Funde sind weitere Teile, die für Immo Heske hervorragend in das große Puzzle Seddin passen. Fakten, die die Theorie untermauern, dass es hier eine größere Siedlung gegeben hat. Zwischen der Sommer-Grabungsfläche, die jede Menge Feuergruben freigegeben hat, und dem jetzigen Gelände liegen gut und gerne einige hundert Meter.

Ein Ende der Forschung vor Ort ist nicht in Sicht. „Wir stehen immer noch am Anfang“, verdeutlicht Immo Heske, der mit Unterstützung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises weitere Grabungen im kommenden Jahr plant.

Heskes bisheriges Fazit erstaunt selbst den erfahrenen Prähistoriker: „Überall, wo wir aufmachen, werden archäologische Strukturen sichtbar.“ Eimerweise werden die Funde mit nach Göttingen genommen und dort untersucht.

Anfang des Jahres erwartet Immo Heske auch das Ergebnis der Untersuchung von Holzkohle-Proben, die im Sommer gefunden wurden. Das Alter soll mit Hilfe der C-14-Methode bestimmt werden. Es passt hoffentlich in die Bronzezeit.

Von Stephanie Fedders

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