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Perleberg Hilfe für Menschen mit Handycap auf dem Arbeitsmarkt
Lokales Prignitz Perleberg Hilfe für Menschen mit Handycap auf dem Arbeitsmarkt
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17:37 03.12.2019
Kenny Farr fand seinen ersten festen Arbeitsplatz in der Küche des Kreiskrankenhauses Prignitz in Perleberg. Quelle: Jens Wegner
Perleberg

Die „Woche der Menschen mit Behinderung“ wird aktuelle auch in der Prignitz genutzt, um auf Chancen aufmerksam zu machen. Noch bis zu 6. Dezember findet sie statt. Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, dem 3. Dezember, informierten die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter Prignitz über Fördermöglichkeiten im Kreiskrankenhaus Prignitz.

Eine der Botschaften: Behinderte können zur Deckung des Fachkräftemangels beitragen. Um ihr Potenzial zu nutzen kann Jugendlichen durch gezielte Förderung die Integration ins Berufsleben zunehmend erleichtert werden.

„Manche haben einen ganz langen Weg. Jeder braucht eine andere Unterstützung“, sagt Jutta Schmidt-Huber, Arbeitgebervermittlerin im Jobcenter Prignitz. Es werde bei den betroffenen Personen nach Defiziten entschieden. Je nach dem würden dann die Förderleistungen gewährt. „Das Kreiskrankenhaus Prignitz ist da ein guter Partner für uns“, sagt die Arbeitgebervermittlerin.

Mut zum Antrag

Für die Arbeitsvermittler ist es wichtig die Angebote für Menschen mit Behinderung bekannter zu machen. „Man kann keinen falschen Antrag stellen. Er trifft irgendwann die richtige Stelle. Wir wollen die Botschaft aussenden, Geduld zu haben und Hilfe abzurufen”, sagte Simone Hirschmann, Bereichsleiterin der Neuruppiner Arbeitsagentur für die Kreise Ostprignitz-Ruppin und Prignitz. Wichtig sei nur, Förderungen wie etwa den Ausbildungszuschuss vor Beginn der Ausbildung zu beantragen.

Es gibt viele Fördergebiete. Um sie kümmert sich im Perleberger Krankenhaus Jörn Swierczinski. Er ist Schwerbehindertenvertreter im Betriebsrat des Unternehmens und berät die Geschäftsführung.

„Es ist für uns eine Verpflichtung, Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben, am aktiven Prozess teilzunehmen. Wir kümmern uns um die Kollegen”, sagt Karsten Krüger, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses. 1056 Mitarbeiter beschäftige das Krankenhaus derzeit. Davon haben 70 bis 80 Personen ein Handycap. Fünf Prozent sei die Mindestrate, die ein Betrieb der Größe beschäftigen muss. „Da liegen wir deutlich drüber”, so Krüger.

Mit Lernschwäche in den Job gekämpft

Ein gutes Beispiel der gelungenen Integration ist Kenny Farr. Nach dem Besuch der Oberschule Perleberg begann der junge Mann eine Lehre als Fachpraktiker Küche (Beikoch) im Berufsbildungszentrum Prignitz in Wittenberge. Ein viertel Jahr lang arbeitete er in der Perleberger Gaststätte Belo Horizonte als Koch. In der Küche des Krankenhauses Perleberg belegte er mehrere Praktika. Seine Ausbildung hat er schließlich im August dieses Jahres beendet.

Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit in der Prignitz fand er seinen ersten festen Arbeitsplatz in der Küche des Kreiskrankenhauses. „Ich habe mich tierisch gefreut, dass das geklappt hat”, sagte Kenny Farr. Der 25-Jährige hat eine Lernschwäche, muss einmal öfter nachfragen, ob alles richtig ist. „Das ist aber kein Problem. Er ist teamfähig und ließ sich auch was sagen. Er versteht sich gut mit dem Team. Auch das ist wichtig”, lobte ihn Küchenchef Volker Pagel.

20 000 Geschirrteile gingen pro Tag durch die Küche. 400 Tabletts pro Mahlzeit müssten gefüllt werden. Da sei es wichtig, gute Leute zu haben. „Wir bereiten die Mahlzeiten bei uns. Die Wertschöpfung findet hier statt. Das kommt auch bei den Patienten gut an”, sagte Karsten Krüger.

Von Jens Wegner

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