Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Perleberg Interesse der Perleberger an Gottfried-Arnold-Denkmal hält sich in Grenzen
Lokales Prignitz Perleberg Interesse der Perleberger an Gottfried-Arnold-Denkmal hält sich in Grenzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:12 26.06.2019
Im Perleberger Museum wurde über die Errichtung eines Gottfried-Arnold-Denkmals diskutiert. Quelle: Jens Wegner
Perleberg

„Ich hatte mir gewünscht, dass alle Plätze gefüllt sind”, bedauerte Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura die geringe Beteiligung von nur rund 20 Perlebergern am Diskussionsabend am Dienstag im Stadtmuseum. Ging es doch um nichts geringeres als die Bereicherung des Stadtbilds mit einem Gottfried-Arnold-Denkmal.

„Das Denkmal wird das Stadtbild verändern. Wir befinden uns nun in einer neuen Projektphase und sind an einem Punkt angekommen, der besonders wichtig ist; die Bürgerbeteiligung”, so Jura. Perlebergs Bauamtsleiter Hagen Boddin stellte Gottfried Arnold und seine Leistungen kurz vor. Das Denkmal soll an der Kirche stehen, mit Blick aus der Krämerstraße als Sichtachse.

Frage nach dem richtigen Standort

„Sagen Sie uns Ihre Meinung, wie Sie darüber denken”, forderte er alle Bürger auf. Die Projektmappe liegt im Bauamt aus und kann dort eingesehen werden. „Gottfried Arnolds Profession war die Theologie. Ihn faszinierte der Gedanke des Pietismus”, beschrieb die Perleberger Pfarrerin Verena Mittermaier Arnold aus ihrer Sicht. Auch für Martin Luther habe er sich interessiert. Arnold sah das Urchristentum als das Ideal an, das sich nicht durch Äußerlichkeiten, sondern durch den Geist identifizierte.

Dieter Hoffmann-Axthelm stellte anschließend die Projektidee vor. „Wo in der Stadt gehört er hin, war für mich die Frage. In der städtischen Mitte sollte es sein. Auf halbem Wege zwischen Kirche und Öffentlichkeit und an der Stelle, wo er die Kirche als Geistlicher betreten hat”, sagte er.

Revoluzzer in seiner Zeit

Das Denkmal solle etwas größer als lebensgroß sein. Es würde sich an der Stelle sehr vorsichtig einsortieren, meinte er. „Ich habe ein Trumm aus Styropor gemacht, damit man die Gewichtung des Denkmals im Raum sehen kann”, sagte der Künstler Thomas Richter, der letztendlich das Denkmal erschaffen soll. „Wenn ich Arnold lese, denke ich an Greta Thunberg.

Er war ein Revoluzzer in seiner Zeit.” An der Kirche mit Sicht aus der Krämerstraße sei für ihn der ideale Platz. „Die Kirche und das Rathaus sind Einzeldenkmale, die nicht verstellt werden sollen. Wir haben schon eine ganze Menge von Objekten in der Nähe”, gab Hagen Boddin zu bedenken und plädierte für eine kleinere Form und einen anderen Stadtort, etwa an der alten Schule, die er gebaut habe.

Künstler sieht noch Veränderungspotenzial

„Wir haben uns noch nicht festgelegt”, sagte Gordon Thalmann von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises. Die Kirche habe eine eigene Listenposition. Man müsse sich fragen, ob es nicht einen anderen Standpunkt für das Denkmal gäbe. Der Stadtbrunnen, das Stadtmodell und weitere Objekte stellten schon eine Häufung dar.

Entsetzten zeigte sich in den Gesichtern von Hagen Boddin und Gordon Thalmann, als Thomas Richter erklärte, dass das Denkmal anders aussehen werde, als das derzeitige Modell. „Ich habe mich vier Monate lang mit Arnold beschäftigt. Das ist ein Prozess der in die Gestaltung einfließt”, so Richter. Wie es letztendlich aussehe, könne er noch nicht sagen. Boddin und Thalmann waren sich einig, dass für die Genehmigung ein möglichst präzises Modell vorliegen müsse.

Beton oder Bronze – das ist hier die Frage

Eine Diskussion, wieviel sich verändern könne, führte zu keinem Ergebnis. Als Material für das Denkmal soll Beton oder Bronze verwendet werden. „Ich habe einen Spezialbeton entwickeln lassen und habe gute Erfahrungen damit gemacht”, antwortete Thomas Richter auf die Bedenken, Beton würde nicht so lange halten. Er stimmte dem Material Bronze allerdings eher zu, schon weil es wertvoller ist, was sich aber auch in seinem Preis niederschlage.

„Wir sind der Stadt um Meilen voraus. Wieso lassen wir die Modernität nicht zu?”, fragte Stefan Kunzemann und verwies auf den Alterungsprozess des Betons. Der Roland müsse auch regelmäßig saniert werden. „Soll das Denkmal für die Ewigkeit sein oder nicht?”

„Wo ist denn die Bürgerschaft?“

Das Ganze mache nur Sinn, wenn es in der Bürgerschaft verankert sei. Es müsse breiter diskutiert werden in der Öffentlichkeit, denn die Stadt gehöre der Bürgerschaft. „Wo ist denn die Bürgerschaft?”, fragte Hans-Peter Freimark in die Runde. „Der Diskussionsabend ist eine tolle Idee. Aber die Bürger kommen ja nicht.”

„Das Interesse hält sich in Grenzen”, schlussfolgerte Boddin, sei doch der Diskussionsabend mehrfach beworben worden. „Alle wollen das Denkmal. Es soll in der Nähe der Kirche stehen. Größe und Material sind noch strittig”, rekapitulierte Museumsleiter Frank Riedel, der den Abend moderierte.

Von Jens Wegner

Die Bürgerinitiative gegen eine Mülldeponie in Luggendorf mobilisiert derzeit die Einwohner von Groß Pankow, möglichst viele Einwendungen gegen die Pläne einzureichen. Auf einer Versammlung gab es wichtige Hinweise für die Stellungnahmen.

29.06.2019

Holger Schelle und Frank Riedel übernehmen zwei Chefposten in der Stadtverwaltung. Die langjährigen Mitarbeiter in Perleberg werden Fachbereichsleiter. Noch immer gibt es keine Leitung für das Hauptamt.

29.06.2019

Hochsommer Ende Juni: Die Thermometer kletterten am Montag auf bis zu 30 Grad. Bis Mittwoch wird es noch heißer. Abkühlung bieten die vier Freibäder in der Prignitz. Die sind in der ersten Ferienwoche gut besucht.

27.06.2019