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Perleberg Jeder Radler brachte einen Euro für einen guten Zweck
Lokales Prignitz Perleberg Jeder Radler brachte einen Euro für einen guten Zweck
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19:51 10.07.2019
Zu gleichen Teilen bedachte Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura (M.) die Notfallseelsorge Prignitz und das Hospiz der Diakonie mit den Spendengeldern von der Tour de Prignitz. Stephan Flade und Ute Gajewski nahmen die Schecks über 425 Euro entgegen. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

An diesen Tag erinnert sich nicht nur Annett Jura sehr gerne: Der 17. Mai begann sonnig, und die Laune von Perlebergs Bürgermeisterin hellte sich noch mehr auf, als auf dem Großen Markt sage und schreibe 835 Radler zur zweiten Etappe der diesjährigen Tour de Prignitz an den Start gingen.

„Wir haben damit geworben, dass für jeden Radler ein Euro für einen guten Zweck gespendet werden soll“, erinnert sie sich. Ergo sind das 835 Euro. Die Stadt hat sie auf 850 Euro aufgestockt und lässt das Geld nun zu gleichen Teilen zwei Einrichtungen, die weitgehend ehrenamtlich betrieben werden, zugute kommen. Und so bekommen die Notfallseelsorge Prignitz und das ambulante Hospiz der Diakonie gleichermaßen 425 Euro.

Stephan Flade packte seinen Notfallseelsorgekoffer aus und zeigte Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura, was drin ist. Quelle: Bernd Atzenroth

Am Dienstag nun übergab die Bürgermeisterin nun Stephan Flade für die Notfallseelsorge und Ute Gajewski für das ambulante Hospiz der Diakonie in Perleberg die beiden symbolischen Spendenschecks. „So ein fröhlicher Tag, wie es die Tour-Etappe auch war, so bestimmt unser Leben nicht nur die tolle Zeit“, sagte Annett Jura bei der Übergabe im Rathaus, „gut, dass es Organisationen gibt, die einem Mut zusprechen.“

Dank und Ermutigung, weiter zu machen

Wie das von der Diakonie betriebene ambulante Hospiz, das es seit dem Jahr 2000 gibt. 26 ehrenamtliche Betreuer und Betreuerinnen begleiten andere Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt – eine Unterstützung, die – wie Annett Jura aus ihrer eigenen Familie weiß – sehr wertvoll ist.

Auch die Arbeit der Notfallseelsorge findet sie ganz besonders. Die Arbeit der Ehrenamtler verdiene höchsten Respekt. Die Spende sei ein Dank, aber auch eine Ermutigung, weiter zu machen.

Nach dem Start drängten sich am 17. Mai die 835 Radler durch die schmalen Gassen von Perleberg - es dauerte eine Weile, bis alle durch waren. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Stephan Flade ließ die Geschichte der Notfallseelsorge Revue passieren. 2006 wurde sie gestartet unter Leitung des damaligen Falkenhagener Pfarrers Ulrich Preuß. Im Moment sind es elf Frauen und Männer, die die Aufgabe wahrnehmen. Sie werden von der Einsatzleitstelle informiert, wenn die Feuerwehr Einsätze fährt oder wenn es Verkehrsunfälle gegeben. Mitunter sind sie auch die Überbringer einer Todesnachricht.

Die Notfallseelsorger bieten aber auch den Einsatzkräften ihre seelische Unterstützung an. „Wir müssen gut vorbereitet sein und brauchen ständig Weiterbildung. Dafür soll das Geld eingesetzt werden“, erklärte Stephan Flade.

„Eine ganz tolle Geste der Stadt“

Ähnlich ist es beim ambulanten Hospiz. Wer dort mitmacht, wird nach Angaben von Ute Gajewski zehn Monate lang darauf vorbereitet. Es gibt jetzt eine Ausbildung zum Familienhelfer, die sowohl auf den Umgang mit Erwachsenen als auch mit Kindern vorbereitet.

„Geplant ist, dass alle Ehrenamtlichen einen Zusatzkurs in Familienbegleitung bekommen“, erklärt die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin des Hospizes, die mit Ursula Grimm und Juliane Hiltmann aber auch zwei Ehrenamtlerinnen mitgebracht hat. Und auch hier soll das Spendengeld in die Fortbildung gesteckt werden.

Alte Tradition: Der weibliche Nachwuchs aus der Stadtverwaltung begrüßte die Tour-Radler mit Schildern an der Einfahrt nach Perleberg. Quelle: Bernd Atzenroth

„Das ist eine ganz, ganz tolle Geste der Stadt“, sagt Ute Gajewski. Stephan Flade betont dazu, dass es eine der modernen Aufgaben kirchlicher Einrichtungen sei, in diese Bereiche hineinzugehen. „Die Menschen, die hier mitarbeiten, bekommen keinen Pfennig“, sagte er, „dass wir Rückendeckung aus der Gesellschaft bekommen, ist für uns enorm wichtig.“

Von Bernd Atzenroth

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