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Perleberg Landkreis Prignitz will an Gelben Säcken festhalten
Lokales Prignitz Perleberg Landkreis Prignitz will an Gelben Säcken festhalten
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17:21 28.08.2019
Gelbe Säcke liegen auf dem Gehweg auf einem Haufen zum Abholen bereit. (Beispielfoto) Quelle: Daniel Karmann/dpa
Perleberg

Ostprignitz-Ruppin hat sie, Oberhavel zieht zum 1. Januar 2020 nach – und die Prignitz? Der Müllausschuss des Kreistages musste sich gleich auf der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl mit der Entscheidung beschäftigen, ob der Landkreis auf die gelbe Tonne umsteigen soll oder nicht.

Landkreis Prignitz hält an Gelben Säcken fest

Während die Mitglieder tendenziell lieber beim gelben Plastiksack bleiben möchten, die abschließende Meinungsfindung aber noch in den Fraktionen fortsetzen wollen, überbrachte Andreas Much, Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft/ÖPNV, die Sicht der Kreisverwaltung: „Wir empfehlen, keinen Wechsel vorzunehmen.“

Auch die kommunale Arbeitsgemeinschaft, in der sich die Verwaltungschefs der elf Prignitzer Kommunen regelmäßig zum Austausch treffen, habe sich bereits positioniert, teilte Andreas Much mit. Deren Votum sei pro gelbe Tonne ausgefallen. Als ein Argument der Ämter, Städte und Gemeinden für die Umstellung nannte Much die Belastung der Kommunen durch umherfliegende Säcke.

Der Abfallexperte der Kreisverwaltung hatte dem Ausschuss zuvor ausführlich per Beamer das Für und Wider von Säcken und Tonnen erklärt, Vor- und Nachteile an die Wand „geworfen“ und dann aus seinem gelben Stoffbeutel vier Miniatur-Müllgefäße hervorgeholt, um den Kommunalpolitikern nachdrücklich das Szenario vor Augen zu führen, sollten die Haushalte mit weiteren Behältern überrollt werden. Wobei das schon ein Vorgeschmack war auf eine weitere Diskussionsrunde zur Einführung der Biotonne.

Kommt die Tonne, sinken die Nebenentgelte

Mit sieben zu vier Vorteilen und drei zu sechs Nachteilen, die Much aufgelistet hatte, ging der gelbe Sack zwischenzeitlich in Führung. Bevor die Diskussionsrunde begann, wies der Vertreter der Verwaltung aber noch mal auf einen wichtigen Effekt hin, der die Umstellung auf die gelbe Tonne mit sich brächte: Für diesen Fall habe das Duale System Deutschland, einer der Systembetreiber, die die Entsorgung und das Recycling der Leichtverpackungen übernehmen, signalisiert, weniger Geld für die Stellplatzunterhaltung zu zahlen.

Diese angedrohte Kürzung der so genannten Nebenentgelte könnte dazu führen, dass der Kreis weniger Geld für die Abfallberatung zur Verfügung hat, die unter anderem an Schulen und Kitas angeboten wird.

Das zeigte bei den Ausschussmitgliedern Wirkung. Christian Kantor (SPD) nannte den gelben Sack „den besseren Kompromiss“. Michael Ballenthien (CDU) und Britta Rawald (BVB/Freie Wähler) sahen es auch so. Thomas Domres (Die Linke) regte eine Bürgerbefragung an, die auch Andreas Much als sinnvoll erachtete.

Der Landkreis will im Dezember eine Entscheidung in der Kreistagssitzung herbeiführen, da derzeit die Ausschreibung der Leichtverpackungsentsorgung für die Jahre 2021 bis 2023 vorbereitet wird.

Von Stephanie Fedders

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