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Perleberg Müllausschuss versagt gelber Tonne die Unterstützung
Lokales Prignitz Perleberg Müllausschuss versagt gelber Tonne die Unterstützung
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18:50 23.10.2019
Gewohntes Bild entlang der Straßen in der Prignitz: Der Gelbe Sack. Quelle: Stephanie Fedders
Perleberg

Es sieht nicht gut aus für die gelbe Tonne. Im Duell mit dem Gelben Sack um einen Platz an den Straßen und Plätzen in der Prignitz wurde der Abfallbehälter auf der jüngsten Sitzung des Müllausschusses einige Male angezählt und geht nach jetzigem Stand als Außenseiter in die entscheidende Sitzung des Kreistages im Dezember.

Statt des Gebietsreferenten schickt das Duale System Antworten

Die fünf ordentlichen Mitglieder des Gremiums gaben kein Votum für einen Wechsel der Behältnisse ab. „Wenn wir beim Gelben Sack bleiben, müssen sie keinen Beschluss fassen“, erläuterte Andreas Ditten, Leiter des Bereiches Wirtschaft, Bau und Kataster beim Landkreis und verwies auf das gültige Abfallwirtschaftskonzept.

Uneingeschränkt überzeugt von einem „weiter wie bisher“ schienen aber nicht alle Ausschussmitglieder zu sein. Das wurde in der erneuten Diskussion deutlich. Der Verwaltung gelang es auch nicht, alle Fragen zu beantworten.

Antworten – die hatte es dafür von der Firma Duales System Deutschland (DSD) gegeben, dem Betreiber des bundesweiten Mülltrennungssystems. Die trafen statt des Gebietsreferenten ein, der angefragt worden war, aber nicht kam.

DSD sichert bessere Qualität der Säcke zu

„Es ist uns gelungen, ihre Fragen an den Systembetreiber weiter zu leiten“, erklärte Ditten und übergab an Andreas Much, Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft/ÖPNV. Was folgte, war eine Reihe von Erläuterungen, die eindeutig zugunsten des Gelben Sacks ausfielen. „Klare Worte aus dem Hause DSD“, fasste Much zusammen.

Ausschussmitglied Michael Ballenthien (CDU) sah es etwas differenzierter: „Was ich aus den Antworten herauslese, ist ein Stück weit Firmeninteresse.“

So folgte auf die Frage nach einem besseren Material für die Säcke die Antwort, dass das verbindlich zugesichert werden kann. Bei einem Wechsel zur Tonne war bislang auch immer der Entsorgungsrhythmus ein wichtiges Kriterium gewesen. Für eine 14-tägige Leerung der Tonne könne die Firma DSD „keine sachliche Notwendigkeit im Landkreis erkennen“. Dafür mangele es an gesetzlichen Voraussetzungen.

Systembetreiber droht mit juristischer Auseinandersetzung

Für den Fall, dass der Kreis eine Vereinbarung mit 14-tägiger statt mit 28-tägiger Leerung abschließen wolle, droht der Systembetreiber sogar unverhohlen mit einer juristischen Auseinandersetzung und würde diese Bedingung laut Andreas Ditten gesetzlich prüfen lassen.

Für Thomas Domres (Linke) war „nicht nachvollziehbar, warum in der Prignitz nicht gehen soll, was woanders funktioniert“. Der Landtagsabgeordnete wollte wissen, worin der Unterschied zum Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin liegt. Doch die Frage blieb unbeantwortet.

Den Beschlussvorschlägen zur Abfallentsorgungs- und -gebührensatzung und somit einer Erhöhung der Müllgebühren zum 1. Januar 2020 stimmte der Ausschuss zu. Endgültig wird der Kreistag auf seiner Sitzung am 12. Dezember entscheiden.

Da sich bislang noch nicht alle Fraktionen zur künftigen Entsorgung der Leichtmetallverpackungen positioniert haben, könnte das Thema im Kreistag noch einmal eine Rolle spielen. Im Duell gelbe Tonne gegen Gelben Sack liegt letzterer zwar vorne. Aber der Herausforderer ist ja nur angezählt und noch nicht k.o.

Von Stephanie Fedders

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