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Perleberg Prignitzer Museen als Lernorte für Schüler
Lokales Prignitz Perleberg Prignitzer Museen als Lernorte für Schüler
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00:24 20.05.2019
300 Schüler der Wittenberger Jahngrundschule gingen in Blüthen auf Museumstour. Sie besichtigten dort auch die Schmiede. Quelle: Bernd Atzenroth (Archiv)
Perleberg/Dresden

Mit einer solch großen Resonanz hatte Frank Riedel wohl nicht gerechnet. Der Vorsitzende vom Förderkreis Prignitzer Museen stellte in der vergangenen Woche vor 600 Fachleuten das Projekt „Außerschulischer Lernort“ vor.

Er war einer von acht Referenten, die bei der Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes in Dresden zu Wort kamen. Auf der großen Bühne berichtete er aus der Prignitz. „Es gab mehr als 80 Bewerbungen auf die einmalige Chance“, erzählt er.

300 Grundschüler auf Entdeckungstour

Frank Riedel hatte es geschafft und nutzte die Gelegenheit. Es ging vor allem um den „Blüthen-Tag“ im vergangenen Jahr. Im Juli entdeckten 292 Kinder von der Jahngrundschule in Wittenberge die Museenlandschaft des kleinen Dörfchens in der Gemeinde Karstädt.

Begrüßten die Kinder letztes Jahr in Blüthen(v.l.): Udo Staeck, Frank Riedel, André Wormstädt und Sabine Kramer. Quelle: Bernd Atzenroth

Die 14 Klassen, die in sechs Bussen angereist waren, teilten sich auf und schauten sich nacheinander die verschiedenen Einrichtungen an. Auf dem Reitplatz, im Pfarrhaus, beim Dorfschmied und auf zwei Bauernhöfen gab es für sie jede Menge zu entdecken und zu lernen.

Reaktionen aus München und Zelle

Für die Initiatoren und Unterstützer war dieser Tag ein voller Erfolg. Das Konzept wollen sie nun über die Prignitz hinaus tragen. Ein erster Schritt ist getan, wie Frank Riedel betont. Sein zehnminütiger Vortrag in Dresden zog anschließend weite Kreise.

„Es kamen Reaktionen aus München und Celle“, sagt er. Die beiden Städte in Bayern und Niedersachsen hätten ähnliche Probleme, die es auch in der Prignitz gibt – finanziell und personell. Der Chef des Förderkreises Prignitzer Museen kam mit den Fachleuten aus den Regionen ins Gespräch.

Die Prignitz als Modellregion

Er baute erste Kontakte auf und will die Chance nutzen, sich zu vernetzen. „Wir haben konkrete Belege, dass die außerschulischen Lernorte funktionieren. Die Logistik und Planung dahinter können wir als Modellregion weiter geben“, erklärt Frank Riedel.

Was ist ein Kirchenbuch? Bodo Baumunk zeigte den Kindern eines im alten Schulhaus. Quelle: Bernd Atzenroth

Er würde sich freuen, wenn andere Regionen die Prignitz als Vorbild nähmen. Gehör hat sich Frank Riedel bereits verschafft. Das gleich so viele Reaktionen zurückkommen, hatte er jedoch nicht erwartet. Er sei überwältigt, sagt er.

„Blüthen-Tag“ eines von vielen Beispielen

Seit dem 1. August 2017 läuft das Projekt „Lernort Prignitzer Museen“. Von Anfang an begleitete es der Museumspädagoge Philippe Carasco, der Anfang des Jahres die Stelle wechselte. Der „Blüthen-Tag“ ist nur eines von vielen guten Beispielen.

Im Mai hatten 62 Schüler der Wittenberger Jahnschule die Pritz­walker Museumsfabrik und den Archäologischen Park Freyenstein besucht. Den ganzen Juni über hatten Schüler anderer Schulen aus der Region pädagogische Angebote in anderen Museen auf dem Gebiet der historischen Prignitz wahrgenommen.

Alle 24 Einrichtungen sind dabei

Im Juli besuchten 25 Schüler der Elb­land-Grundschule in Wittenberge das Museum Alte Burg in der Elbestadt und Schüler der Diesterweg-Grundschule in Wittstock besuchten den Archäologischen Park in Freyenstein.

"Ja Ja Jahnschule" skandierten die Schülerinnen und Schüler, dirigiert von ihrer Schulleiterin Kerstin Schulz (l.). Quelle: Bernd Atzenroth

Alle 24 Museen und museumsnahe Einrichtungen in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin sowie in Sachsen-Anhalt, die zum Verbund gehören, laden den Nachwuchs ein zu Führungen, Workshops, Projekttagen oder Zeitzeugengesprächen.

Fortsetzung in diesem Jahr

Dieses Jahr kommt die Grundschule Geschwister Scholl aus Perleberg zum Geschichtstag nach Blüthen – und Philippe Carasco. Er wird die Kinder betreuen, gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern, gibt Frank Riedel bekannt.

Von Marcus J. Pfeiffer

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