Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Perleberg Comics und Porträts über eine starke Frau
Lokales Prignitz Perleberg Comics und Porträts über eine starke Frau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:08 28.07.2019
Viele Besucher kamen zu der Ausstellungseröffnung - sie verweilten lange und lasen die turbulente Lebensgeschichte der Schauspielerin und Friedensaktivistin. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Sie war Schauspielerin und Friedensaktivistin – eine bemerkenswerte Frau mit Höhen und Tiefen im Leben. In Israel kennt sie jeder. Hierzulande ist Channa Maron trotz ihrer deutschen Wurzeln eher unbekannt. Das wollen die Initiatoren des Perleberger Judenhofes nun ändern. Sie holten die Ausstellung „Vor allem eins: Dir selbst sei treu“ in die Rolandstadt.

Channa Maron war ein Kinderstar

Porträts und Graphic Novells berichten aus dem Leben von Channa Maron. Der israelische Illustrator David Polonsky und die deutsche Comic-Künstlerin Barbara Yelin haben je zehn Episoden als Comic-Plakate gestaltet. Sie sind fröhlich und bunt, düster und traurig, aber genauso vielfältig wie das Leben und auch jenes der Israelin.

Viele Besucher kamen zu der Ausstellungseröffnung - sie verweilten lange und lasen die turbulente Lebensgeschichte der Schauspielerin und Friedensaktivistin. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Tochter eines Elektrikers kam 1923 in Berlin zur Welt. Mit vier Jahren stand Channa Maron, damals noch Hanna Meierzak, zum ersten Mal auf der Bühne. Als Kind trat sie im Deutschen Theater als „Pünktchen“ in Erich Kästners „Pünktchen und Anton“ auf oder spielte in Fritz Langs Film „M“ das Kind im Abzählkreis – das machte sie zu einem kleinen Star.

Opfer eines Terroranschlags

Bis zu ihrem zehnten Geburtstag wuchs die Schauspielerin in Deutschland auf. Nach der Machtergreifung durch Adolf Hitler floh sie mit ihrer Familie aus der Heimat und lebte fortan in Palästina – ein völlig neuer Lebensabschnitt begann. Im völlig fremden Land war es für Channa Maron bestimmt nicht immer einfach, doch sie war eine Kämpferin.

In Portraits und zehn Episoden zeichnet die Ausstellung, gestaltet von Barbara Yelin und David Polonsky, das Leben der Channa Maron nach. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

1970 kam es zu einem schweren Schicksalsschlag in ihrem Leben. Die Schauspielerin fiel einem palästinensischen Terroranschlag in München zum Opfer, wobei sie einen Fuß verlor. Dennoch setzte sie ihre Schauspielkarriere fort und engagierte sich für die Aussöhnung mit den Palästinensern.

Gäste aus Israel

In Israel kennt sie jeder als Friedensaktivistin und First Lady des israelischen Theaters. Sie ist Israel-Preisträgerin von 1974 und war mit Mosche Dayan und Yitzak Rabin befreundet. Bis zu ihrem 87. Lebensjahr stand Channa Maron mit immer wieder neuen Projekten und Ideen auf den Weltbühnen.

Eröffnet wurde die Ausstellung unter musikalischer Begleitung des Jazz-Saxophonisten Warnfried Altmann – er spielte schon vor dem Papst. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

„Wir lernen über Channa Maron schon in der Schule. Ich bin beeindruckt, dass sie jetzt auch in Deutschland bekannt wird“, so Mila Alperson bei der Ausstellungeröffnung am Samstagvormittag. Sie ist Ärztin und lebt in Perleberg. Zusammen mit Itay Shahar waren sie zwei Gäste aus der israelischen Heimat von Channa Maron.

Ausstellung vom Goethe-Institut

„Ich muss zugeben, vor meiner Recherche, habe ich den Namen noch nie gehört“, so Bürgermeisterin Annett Jura. Sie war sichtlich beeindruckt von der Lebensgeschichte der taffen Frau und berührt von den harten Schicksalschlägen. Aus Sicht von Annett Jura haben die Initiatoren Hartmut Schneider und Rainer Meißle mit der Ausstellung ein kleines Schätzen ausgebgraben.

In Portraits und zehn Episoden zeichnet die Ausstellung, gestaltet von Barbara Yelin und David Polonsky, das Leben der Channa Maron nach. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Porträts und Comics stammen vom Goethe-Instituts in Tel Aviv und war schon in vielen Städten, vor allem auch in Schulen, zu Gast. „Ich würde mich freuen, wenn auch in Perleberg viele Schüler zu der Ausstellung in den Judenhof kommen würden“, betont Hartmut Schneider. Denn es sei eine besondere Ausstellung, die im Kontext des Jahresthemas „Denunziation“ des Judenhofes steht.

Podiumsdiskussion am 7. August

Dabei geht ums Verraten und Verratenwerden. Anlass für die Veranstaltungsreihe waren die von der AfD eingerichteten Internetforen, in denen Schüler ihre Lehrer melden konnten, wenn diese die Rechtspopulistische Partei im Unterricht nicht gleichwertig neben anderen Parteien behandelten.

Am Mittwoch, 7. August, gibt es dazu eine Podiumsdiskussion im Judenhof in Perleberg. Ab 18 Uhr werden Schüler, Lehrer und Gäste über das „Anschwärzen“ in der DDR diskutieren und Parallelen in die heutige Zeit ziehen.

Von Marcus J. Pfeiffer

In der Jugendbauhüttte in Heiligengrabe wird ein seltenes Stück Prignitzer Geschichte restauriert: Ein Leichenwagen aus dem 19. Jahrhundert. Das Gefährt ist sehr gut erhalten und soll das Pfarrmuseum Blüthen bereichern.

26.07.2019

Die Teilnehmer der Lotte-Lehmann-Woche in Perleberg starteten am Freitag mit ihrem intensiven Gesangstraining. Mit erfahrenen Dozenten werden sie eine Woche lang einen Einblick in die Welt der Opern bekommen.

26.07.2019

Bis zu 15 000 Liter Wasser werden täglich für die Pflanzen und Bäume in Pritzwalk wie Perleberg und ihren jeweiligen Ortsteilen benötigt. Vor allem die Birken haben mit der Trockenheit zu kämpfen.

26.07.2019