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Perleberg Ostbeauftragter auf den Spuren entlang der innerdeutschen Grenze
Lokales Prignitz Perleberg Ostbeauftragter auf den Spuren entlang der innerdeutschen Grenze
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07:08 15.08.2019
Hans-Peter Freimark (r.) führte den Ostbeauftragten der Bundesregierung (l.) durch die etwa 30 Räume der umfangreichen Ausstellung. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

 „Die DDR hatte sich kaputtgewirtschaftet“, betont Christian Hirte. Vor 30 Jahren zerfiel die Berliner Mauer und innerdeutsche Grenze. Seine Sommertour führt den Ostbeauftragten der Bundesregierung genau dort entlang, wo sich einst zwei Ideologien trennten. Am Mittwoch traf er auf Gisela und Hans-Peter Freimark in Perleberg.

30 Räume zeigen DDR-Geschichte

Die Ehrenamtler sind nicht nur Zeitzeugen; mit ihrem DDR-Geschichtsmuseum erinnern sie noch heute an die Zeit in der sozialistischen Diktatur. Mehr als 30 Räume spiegeln die damalige Geschichte und Lebenssituation wieder. Zahlreiche Dokumente, Bücher und Filme zeigen, wie ungleich die Machtverhältnisse verteilt waren.

Auf Einladung von Gordon Hoffmann besuchte Christian Hirte das DDR-Geschichtsmuseum in Perleberg von Hans-Peter und Gisela Freimark. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Gespannt lauschte Christian Hirte den vielen spannenden Geschichten, die Hans-Peter Freimark über seine Ausstellung erzählte. Zu fast jedem Detail konnte der engagierte Perleberger über deren Hintergrund berichten. Es ging von Raum zu Raum – von einem düsteren Kapitel der DDR zum nächsten.

Geschichte darf nicht vergessen werden

Seife und Süßigkeiten gab es im Konsum. Unzählige alte Produkte lagern noch heute in der nachgebauten Verkaufsstube. Spee und Penaten-Creme gibt es noch heute. Doch die jungen Leute können mit vielen Begriffen gar nichts mehr anfangen. „Für sie liegt die DDR in weiter Vergangenheit“, so der Bundestagsabgeordnete.

Die Büste von Wladimir Iljitsch Lenin erst kürzlich zu der Ausstellung hinzugekommen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Er möchte die Geschichte ins Bewusstsein aller rücken. „Sie darf nicht vergessen werden“, sagt er und mahnt zur Sorgsamkeit. „Heute sind wir in Deutschland auf einem guten Weg.“ Doch man müsse aufpassen, dass das Land nicht wieder in alte Muster verfällt oder Diktaturen anderer Länder zu uns rüberschwappen.

Zeitzeugen über das Leben im Sperrgebiet

Aus diesem Grund besucht er binnen zwei Wochen auf seiner Sommertour viele verschiedene Vereine, Initiativen und erfolgreiche Mittelständlern, die prägend für die jeweilige Region sind. Auf Einladung des Prignitzer Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann besuchte Christian Hirte die Prignitz.

Alte Zeitungsausschnitte, Plakate und Buchseiten zeugen von den damaligen Umständen in der DDR - von Mauerbau bis Mauerfall. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Vor seinem Halt in Perleberg nahm er an einem Gespräch mit Zeitzeugen in Lenzen teil. Dabei ging es ums Leben im Sperrgebiet am Grenzturm. Denn genau dort, wo die Prignitz auf Niedersachsen trifft, war einst die innerdeutsche Grenze. Die Elbe trennte bis 1989 die DDR zur Bundesrepublik.

Dann kam es zum Mauerfall – obwohl Christian Hirte und Hans-Peter Freimark lieber von Friedliche Revolution und Deutsche Einheit sprechen. „Das war ein Glücksfall in unserer Geschichte“, sagt Christian Hirte. Das war aus seiner Sicht zwar auch mit Herausforderungen und mancher Enttäuschung verbunden, doch heute könne man stolz auf das blicken, was die Menschen bewegt haben.

Ausstellung über Mauer und Menschen

Ein neuer Ausstellungsbereich im DDR-Geschichtsmuseum befasst sich seit wenigen Wochen intensiv mit der Teilung Deutschland. Hans-Peter Freimark berichtet ganz offen von den Opfern, die die Mauer nicht überlebten, von Familienschicksalen und Fluchtversuchen. Der neue Raum im ehemaligen Konsum steht unter dem Titel „Mauer-Bilder – Bilder-Mauer“.

Er ergänzt die Dauerausstellung und trifft den Kern der Geschichte. Verhaftungen, Proteste und Blockaden: Der Rundgang zeigt chronologisch, was sich wann und wie zugetragen hat. Der neue Raum schließt den Rahmen des deutschen Kapitels. „Vielleicht kann man anhand dieses Bildmaterials die Freude über den Mauerfall noch einmal nachempfinden“, so Hans-Peter Freimark – die Freude, die heute viele Menschen verloren haben.

Von Marcus J. Pfeiffer

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