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Perleberg Perleberg: Linke verlieren, Stadtwächter gewinnen
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00:23 30.05.2019
Das Stadtparlament wird im Perleberger Rathaus künftig in ganz anderer Zusammensetzung tagen.
Das Stadtparlament wird im Perleberger Rathaus künftig in ganz anderer Zusammensetzung tagen. Quelle: Bernd Atzenroth
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Perleberg

Auch das Perleberger Stadtparlament wird wesentlich bunter als bisher sein: Nach Auszählung aller Stimmen ist jetzt die CDU stärkste Partei geworden. Ihre 23,1 Prozent bedeuten fünf Sitze im neuen Stadtparlament. Einnehmen werden sie Rainer Pickert, Hans-Peter Steinke, Andreas Höpcke, Matthias Wieck und Mattis Rusch.

Die Wahlbeteiligung lag bei guten 52,2 Prozent.

Auf Anhieb den zweiten Platz belegt hat die von Ex-Bürgermeister Fred Fischer gegründete Wählergruppe Perleberger Stadtwächter, die auf 20,6 Prozent und damit vier Sitze kommt. Fischer hat mit 2143 Stimmen auch das beste Einzelergebnis der Wahl erreicht. Mit ihm ziehen Jens Nering, Karina Pankow und Hans-Jürgen Kiefer in die Versammlung ein.

Vier Sitze erreicht mit 19,6 Prozent auch die Linke – allerdings waren es im alten Stadtparlament noch acht Sitze. Thomas Domres erreichte alleine 1494 Stimmen.

Thomas Domres: „Ein bitteres Ergebnis“

Für Thomas Domres ist dies ein „bitteres Ergebnis“, aber auch Ansporn, mit guter Arbeit in fünf Jahren wieder besser abzuschneiden.

Er stellte bei den linken Verlusten einen Zusammenhang mit dem Ergebnis der Stadtwächter um den ehemals linken Bürgermeister Fischer her. Ich hoffe, dass jetzt in der Stadtverordnetenversammlung nicht wieder alte Gräben neu aufreißen“, sagt Domres, sieht dafür aber auch gute Chancen, weil die Versammlung doch auch vergleichsweise neu zusammengesetzt ist.

Mit Thomas Domres ziehen Sabine Ott, Jan Domres und Dirk Rumpel ins Stadtparlament ein. Viertstärkste Kraft in der Kreisstadt ist die SPD – ihre 16,3 Prozent bedeuten ebenfalls vier Sitze, und zwar für Nicole Bahr, Frank Döring – ehemals für die Linke Chef der Stadtverordnetenversammlung – , Klaus Röpke und Erich Schlotthauer.

Maik Tesch: „Der Hammer. Bin sehr zufrieden“

Je zwei Sitze vereinigen FDP (8,7 Prozent) und die Freien Wähler (8,1 Prozent) auf sich – letztere sind erstmals ins Stadtparlament eingezogen. Nicht erwartet hatte das Maik Tesch von den Freien Wählern: „Als Newcomer. Der Hammer. Bin sehr zufrieden“, ließ er die MAZ wissen. Seine Mitstreiterin wird Kati Beier sein. Für die FDP wurden Gunnar Zoll und Joachim Ritter gewählt.

Einen Sitz ergatterten die Grünen mit 4,9 Prozent. Einnehmen wird ihn Martina Jellinek.

AfD bei Kreistagswahl in Perleberg auf Platz vier

Nicht auf dem Tableau für die Stadtverordnetenversammlung stand die AfD. Das sie auch in Perleberg ein Potenzial gehabt hätte, offenbart das Ergebnis der Kreistagswahl für die Stadt: Mit 13,5 Prozent landet sie hier auf Platz vier – hinter CDU, Linker und SPD, die in etwa dieselben Ergebnisse aufweisen wie bei der Wahl zum Stadtparlament. Was auch für die Kleinen gilt: FDP und FW waren bei der Kreistagswahl leicht schwächer, die Grünen waren ganz leicht stärker.

Ob das bedeutet, dass es den Stadtwächtern gelungen ist, das Protestpotenzial zu binden, das ansonsten vielleicht AfD gewählt hätte, wäre dennoch eine steile These, zumal die Stadtwächter eine explizit linke Ausrichtung haben.

Von Bernd Atzenroth