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Perleberg Perleberg erinnert an Fürstin Irma Erfert
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01:15 30.06.2019
Ansicht des 63. Erinnerungsblättchens zur Erinnerung an Fürstin Irma Erfert - es liegt ab sofort kostenfrei in der Stadtinformation Perleberg bereit. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

 Als kleines Mädchen hatte Irma Erfert gewiss große Träume. Dass sie einmal auf einem Schloss leben wird, hat sie bestimmt nicht geahnt. 1910 kam sie als bürgerliches Kind in Perleberg zur Welt. Ihre Eltern – Beamter Willy Erfert und seine Frau Martha – kamen aus der Gegend. Nur wenige Jahre später gehörte ihre Tochter einem weit verzweigten Adelshaus an. Es folgten turbulente Zeiten mit Krieg und Flucht, über die das neue Erinnerungsblättchen der Stadt informiert.

Gemahlin aus der Bürgerschaft

Irma Erfert besuchte in Magdeburg die Schule, weil der Vater bei dem dortigen Magistrat eine gute Stelle gefunden hatte. Nach ihrem Schulabschluss gaben die Eltern die Heranwachsende als Haustochter in die Obhut des Stolberger Bürgermeisters, einer kleinen Fachwerkstadt am südlichen Harzrand, die seit dem 13. Jahrhundert das Schloss der später in den Fürstenstand erhobenen Adelsfamilie zu Stolberg-Stolberg bekrönt. Dort sollte sich bewahrheiten, was bisher als eher unwahrscheinlich schien.

Auf der Rückseite des Erinnerungsblättchens ist das Jugendstilgebäude in der Bäckerstraße 10 vorgestellt, das erst nach der Wende wieder in voller Schönheit denkmalgerecht saniert wurde. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Der junge Fürst Wolff-Heinrich und Irma Erfert fanden inniges Gefallen aneinander und hielten trotz einer ausbildungsbedingten Trennung zueinander. Sie vermählten sich 1933. „Da die Fürstenfamilie auf eine lange und bedeutende Geschichte zurückblickt, bedurfte es damals noch einer besonderen Standhaftigkeit, dass der junge Fürst seine Braut aus einer bürgerlichen Familie zur Gemahlin erwählte, da man bis dahin auf eine adlige Braut gehofft hatte“, erzählt Initiatorin Martina Hennies.

Chaotische Tage der Enteignung

Zwischen 1933 und 1943 erblickten zwei Töchter und zwei Söhne das Licht der Welt. Längst beschwerte das Kriegsgeschehen auch in der beschaulichen Harzstadt das Leben der Stadt- und Schlossbewohner. Im Zusammenhang mit der verheerenden Bombardierung der nahen Stadt Nordhausen fielen auch einige Bomben über Stadt und Schloss Stolberg und forderten Todesopfer. Die Erkenntnis, dass mit dem Kriegsende die Rote Armee als Besatzungsmacht folgen würde, bewog die Stolberger Fürstenfamilie zur Flucht zu Verwandten nach Westfalen.

„Es war in diesen chaotischen Tagen unmöglich, das gesamte Schlossinventar, darunter auch die berühmte Leichenpredigtensammlung, mitzunehmen“, so Martina Hennies. Durch die Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone wurde der gesamte Besitz entschädigungslos enteignet. Die Stolberger Fürstenfamilie fand in Hamburg eine neue Existenzmöglichkeit.

25. Todestag am Freitag

Das Fürstenpaar zog in den frühen 1960er-Jahren nach Neuwied, das bis zum Tod der Fürstin Irma 1994 die letzte Lebensstation war. Der 25. Todestag von Irma Erfert am 28. Juni ist der Anlass des neuen Erinnerungsblättchens, das ab sofort kostenfrei in der Stadtinformation auf dem Großen Markt erhältlich ist.

Der Familie war nach 1990 die Rückübereignung des Stammschlosses in Stolberg auf Grund des Einigungsvertrages nicht geglückt. Dennoch engagieren sich die Mitglieder des Fürstenhauses, gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem neuen Eigentümer, für den Wiederaufbau des Stolberger Schlosses und bemühen sich um kulturelle Impulse in der Harzregion, ihrem verlorenen und wiedergewonnenen Ursprung.

Von Marcus J. Pfeiffer

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