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Perleberg Perleberger lesen aus verbrannten Büchern
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09:49 12.05.2019
Bibliotheksleiterin Susann Fritz trug aus Bertha von Suttners „Die Waffen nieder“ vor. Quelle: Kerstin Beck
Perleberg

An die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten ist am Freitagabend im Perleberger Judenhof erinnert worden. Im Besucherzentrum lasen Einwohner der Stadt aus Büchern von Autoren, deren Werke seinerzeit verbrannt wurden, holten damit sozusagen die „Bücher aus dem Feuer“ und ehrten die Autoren.

Am 10. Mai 1933 hatte deutschlandweit eine von der deutschen Studentenschaft geplante und inszenierte Aktion stattgefunden, bei der nicht nur Studenten, sondern auch Lehrkörper und Mitglieder nationalsozialistischer Parteien die Werke verfemter Schriftsteller ins Feuer warfen. Eine Liste aller verbrannten Titel gibt es übrigens nicht – sie zu erstellen, ist nicht möglich.

Peter Krips las aus „Düstere Vorahnungen“

Gekommen, um zu lesen, waren diejenigen, die bereits vielen Zuhörern als Vorlesende bekannt waren: Peter Krips, der aus „Düstere Vorahnungen“ von Julius H. Schoeps las, Jürgen Schmidt, der Gedichte von Heinrich Heine wie „Denk’ ich an Deutschland in der Nacht“ vortrug, und Hartmut Schneider, der aus Heines „Der Rabbi von Bacharach“ vorlas.

Zwei Schülerinnen vom Perleberger Gymnasium, Anna Stine Bock und Lilly Keck, wechselten sich mit Ringelnatz-Gedichten und Informationen aus dem Leben des skurrilen Schriftstellers und Malers ab.

Annett Jura rezitierte Tucholsky

Bürgermeisterin Annett Jura trug mit schauspielerischer Bravour das Ringelnatz-Gedicht „Mein yes but an Mr. X in der Bar“ vor und rezitierte Tucholskys „Nichts anzuziehen“.

Und dann gab es noch eine Premiere: Erstmals saß Susann Fritz vor den Anwesenden. Die Leiterin der Perleberger Bibliothek trug aus Bertha von Suttners „Die Waffen nieder“, einem Buch, welches die 33-jährige gebürtige Thüringerin gerade selber liest, vor.

Nächste Veranstaltung ist am 22. Mai

Die nächste Veranstaltung findet im Judenhof bereits am Mittwoch, 22. Mai, statt; Chaja Böbel, die Bildungsreferentin der IG Metall, wird ab 18  Uhr über die Geschichte der Denunziation sprechen.

Von Kerstin Beck

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