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Perleberg Prignitzer Handwerkern geht es gut
Lokales Prignitz Perleberg Prignitzer Handwerkern geht es gut
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00:23 31.03.2019
Das Prignitzer Handwerk steht solide da – hier der Bäckermeister Ulf Grünberg aus Lenzen. Quelle: Kerstin Beck
Düpow

Die Zahl der Handwerksbetriebe in der Prignitz ist im Jahr 2018 um 20 auf 1198 gestiegen. „Die Konjunktur ist weiterhin sehr gut. Laut unserer letzten Befragung geht es 96 Prozent aller Handwerksbetrieben gut.

Der konjunkturelle Aufschwung bleibt weiter erhalten”, sagte Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam vor Prignitzer Handwerkern in Düpow. Im dortigen Gasthof „Imm“ fand am Mittwoch die Vollversammlung der Kreishandwerkerschaft Prignitz statt. 20 Vertreter von Prignitzer Handwerksinnungen nahmen daran teil.

So viele Lehrlinge wie seit 2012 nicht mehr

Kammerpräsident Wüst zog dabei eine insgesamt positive Bilanz der Entwicklung des Handwerks im Kammerbezirk Potsdam. Rund 17400 Handwerksbetriebe gibt es derzeit im Kammerbezirk. 1235 neue Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2018 unterschrieben.

Kammerpräsident Robert Wüst (l.) zog eine positive Bilanz Quelle: Jens Wegner

„Insgesamt haben wir 3290 Lehrlinge, so viele wie wir seit 2012 nicht mehr hatten”, freute sich Wüst und dankte dem Landkreis für das Engagement bei den Berufsstartermessen. „Jeder Karrieretag hilft uns, junge Leute für das Handwerk zu begeistern.”.

Die Eltern waren interessierter als die Kinder

Allerdings sieht Kreishandwerksmeister Heiko Wegner noch Luft nach oben, was die Karriereplanung junger Leute angeht. So hatte die Kreishandwerkerschaft Prignitz an verschiedenen Berufsmessen wie der „Jobstart“ in Pritzwalk und der „Go!“ in Perleberg teilgenommen, dort aber eine erstaunliche Beobachtung gemacht:

„Wir mussten feststellen, dass die Eltern interessierter an den Berufen waren als ihre Kinder. 80 bis 90 Prozent der Gespräche haben die Eltern mit uns geführt und nicht die Schüler”. Erfreulich sei aber, dass im Jahr 2018 zehn Prozent mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr abgeschlossen werden konnten.

Breitbandausbau noch unbefriedigend

In seiner Rückschau ging der Kreishandwerksmeister auch auf das 5. Unternehmergespräch des Landkreises in der Firma Rabau in Lenzen ein, bei dem unter anderem der Stand des Breitbandausbaus diskutiert wurde. Hier sei die Entwicklung insgesamt noch unbefriedigend, so Wegner.

Kammerbezirks-Präsident Robert Wüst hatte noch Neuigkeiten aus Potsdam mitgebracht. Das Förderprogramm Meistergründungsprämie Brandenburg wurde von drei auf fünf Jahre verlängert.

Förderprogramm für junge Meister

Mit diesem Förderprogramm unterstützt das Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg über die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) Existenzgründer, die ihre Meisterprüfung bestanden oder einen gleichwertigen Abschluss gemacht haben, mit einem Zuschuss für die Unternehmensgründung.

Den früheren Meisterbonus – für den erfolgreichen Abschluss der Meisterschule im Handwerk hatte das Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg im Jahr 2018 einen Meisterbonus in Höhe von 1500 Euro gewährt – gibt es nicht mehr.

Betriebsnachfolge ist ein Problem

„Im 2. Quartal 2018 wurde er eingeführt und ein paar Wochen später wieder abgeschafft. Deshalb sind wir auf die Barrikaden gegangen und haben mit der Landesregierung gesprochen. 2019 soll er wieder kommen”, so Wüst.

Beim Thema Betriebsnachfolge stehe man vor großen Problemen. Rund 400 Handwerksbetriebe seien in nächster Zeit davon betroffen. Viele Betriebe würden schließen müssen, weil es keinen Nachfolger an der Firmenspitze gibt. Dadurch fallen Arbeitsplätze weg, obwohl Handwerker gebraucht werden.

Hoffen auf Fachkräfte aus dem Ausland

„Wir hoffen, dass uns das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hilft. Vielleicht können wir qualifizierte Einwanderer für Betriebsübernahmen gewinnen”, sagte Robert Wüst. Weiter informierte er die Gäste, dass man im Konsens beschlossen habe, Wittenberge als Ausbildungsstandort zu erhalten. „Die theoretische Ausbildung im Bäckerhandwerk erfolgt in Brandenburg/Havel.

Dort gibt es keine Unterbringungsmöglichkeiten für Lehrlinge. Wann kommt das?”, fragte Bäckermeister Ulf Grünberg aus Lenzen. „Brandenburg will ein Internat bauen. Es wurde aber nicht gesagt, wann. Da hat die Landesregierung geschlafen”, so Wüst. „Dieser Zustand ist katastrophal. Da muss dringend etwas passieren”, forderte der Bäckermeister..

Von Jens Wegner

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