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Perleberg Polizei klagt über rüden Umgangston bei Handykontrollen
Lokales Prignitz Perleberg Polizei klagt über rüden Umgangston bei Handykontrollen
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00:26 27.05.2019
Beamtenbeleidigungen bei Handykontrollen häufen sich. Quelle: dpa
Perleberg

Weniger Delikte und eine Aufklärungsquote über dem Landesdurchschnitt: Mit guten Nachrichten kam Dieter Umlauf in die letzte Sitzung des Kreistages, als er Abgeordneten und Verwaltung die aktuelle Kriminalitätsstatistik vorstellte.

Aufklärungsquote in der Prignitz über Landesdurchschnitt

Der Chef der Polizeiinspektion Prignitz dankte für die Möglichkeit, in diesem Gremium Gast sein zu dürfen, das sei im Land nicht selbstverständlich. Und so nutzte Umlauf die Gelegenheit, markante Zahlen zu präsentieren und zu erläutern.

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei kreisweit 4602 Fälle, von denen 63,8 Prozent aufgeklärt werden konnten. In Brandenburg sind es durchschnittlich 56 Prozent. Die Beamten wurden zudem 10 000-mal zu Einsätzen gerufen. Am meisten zu tun gab es in den Städten Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk.

Auffällig ist der Anteil der Diebstähle an den Delikten, der 31,9 Prozent beträgt. Gestiegen sind auch Vermögens- und Fälschungsdelikte, wie der so genannte „Enkeltrick“. Diese Vergehen liegen besonders im Fokus der Polizeiarbeit, ebenso wie Einbrüche. „Hier sind wir vermehrt im Bereich der Prävention unterwegs“, erklärte Dieter Umlauf und verwies auf die Möglichkeit, sich unkompliziert Tipps geben zu lassen, um Haus oder Wohnung einbruchssicherer zu machen.

Rohheitsdelikte ein „gesellschaftliches Problem“

Sorgen machen den Leiter der Inspektion die Rohheitsdelikte, von denen mehrheitlich Körperverletzungen erfasst werden. „Das fängt schon in der Schule an, wenn Zehnjährige Lehrer angreifen und geht dann durch alle Altersbereiche“, berichtete Umlauf. „Es ist ein Problem, dass in Brandenburg gesamtgesellschaftlich zu sehen ist.“

Einen gleichbleibenden Trend, allerdings auf hohem Niveau, verzeichnet die Statistik bei den Verkehrsunfällen. 3091 wurden 2018 registriert. Während im gesamten vergangenen Jahr zwei Beteiligte an den Unfallfolgen starben, gebe es bislang in 2019 schon drei Tote, teilte Umlauf mit.

Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Donnerstagabend auf der Landesstraße 131 zwischen Postlin und Dallmin. Ein Pkw-Fahrer kam von der Straße ab und war in seinem Fahrzeug eingeklemmt.

Obwohl die Zusammenstöße mit wilden Tieren seit Jahren kontinuierlich steigen und 40 Prozent aller Unfälle ausmachen, sei es fast ein Wunder, dass bei 1211 aufgenommen Fällen dieser Art in 2018 nur achtmal Personen zu Schaden kamen, sagte Umlauf.

Positive Effekte durch Führerschein mit 17

Einen Sprung nach oben machten auch die Unfälle, bei denen Senioren die Verursacher waren. Von 300 im Jahr 2014 ging es rauf auf 348. Dieter Umlauf plädierte daher für regelmäßige ärztliche Untersuchungen älterer Autofahrer, bei denen die Tauglichkeit festgestellt werden könnte. Das ist bisher nicht vorgesehen. „Es wird wohl noch eine große Zahl an Opfern geben, bis die Entscheidung fällt“, ist sich der Inspektionsleiter sicher.

Als Erfolgsgeschichte bezeichnete Dieter Umlauf die Einführung des Führerscheins mit 17. Bei jungen Fahrern als Unfallverursacher habe es in den vergangenen fünf Jahren einen leichten Rückgang gegeben. Das begleitete Fahren sorge hier für einen positiven Effekt.

Genau das Gegenteil sei der Fall, wenn die Ordnungshüter die Handynutzung am Steuer überprüfen. Wenn seine Beamten Verstöße feststellen und die Personen direkt ansprechen, käme es sehr oft zu Beleidigungen. Mit der Konsequenz, „dass wir vermehrt Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft stellen“, erläuterte Dieter Umlauf. Auch das sei ein Phänomen, das mit der „Verrohung der Gesellschaft“ zusammenhänge.

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