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Perleberg Schnee und Glätte in der Prignitz: Wie sich die Winterdienste darauf vorbereiten
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Schnee und Glätte in der Prignitz: Wie sich die Winterdienste darauf vorbereiten

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19:28 15.11.2021
Standortleiter Christian Höger vor einem der insgesamt sieben Fahrzeuge des Winterdienstes und dem gigantischen Streusalzlager.
Standortleiter Christian Höger vor einem der insgesamt sieben Fahrzeuge des Winterdienstes und dem gigantischen Streusalzlager. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Quitzow

Jeden Tag kann es so weit sein. Der Wintereinbruch naht. Die Temperaturen sinken immer weiter in den Keller. Und wenn der Winter dann kommt, setz meist am Abend oder nachts leichter Schneefall ein, bis zum Morgen bildet sich eine leichte Schneedecke, bei Temperaturen, die um den Gefrierpunkt liegen.

Pläne für Winterdienst sind geschrieben

Zum Berufsverkehr fängt es dann auch noch an zu regnen. Es bildet sich Glatteis – ein Horrorszenario für jeden Winterdienst. „Doch wir wollen auf jedes Szenario so gut wie möglich eingestellt und vorbereitet sein“, sagt Christian Höger, Standortleiter des Landesbetriebs Straßenwesen in Quitzow.

Eines von insgesamt sieben Räum- und Streufahrzeuges des Winterdienstes vom Landesbetrieb Straßenwesen in Quitzow. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Pläne sind geschrieben, der Winterdienst seit Mitte Oktober einsatzbereit. Der Landesbetrieb betreut rund 197 Kilometer Bundesstraßen und 415 Kilometer Landesstraße plus einige Kilometer Radwege in der Prignitz. Für die Autobahnen ist der Bund zuständig. Hinzu kommen 253 Kilometer Kreisstraßen plus 70 Kilometer Ortsdurchfahrten sowie zehn Kilometer Radwege, die die Kreisstraßenmeisterei betreut. Für weitere Strecken innerhalb von Orten sind die jeweiligen Betriebshöfe der Städte, Gemeinden und Ämter zuständig.

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Christian Höger, Leiter Landesbetrieb Straßenwesen am Standort in Quitzow. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Bislang war es ruhig. In diesem Jahr gab es noch keinen Einsatz für den Winterdienst. Doch schon für die kommende Woche ist der erste Frost in diesem Jahr vorhergesagt. Ob die Männer und Frauen vom Landesbetrieb Straßenwesen in Quitzow dann zum Streuen oder gar Räumen losmüssen, wird sich zeigen. Acht Mitarbeiter stehen hier jeweils für die Früh- und Spätschicht bereit. Zu besonderen Wetterlagen können auch externe Vertragspartner hinzugerufen werden, die beim Beräumen und Streuen der Fahrbahnen helfen. Das Straßennetz der Prignitz ist groß.

14 Fahrzeuge stehen für Winterdienst bereit

800 Tonnen Streusalz lagern in einer riesigen Halle auf dem Werksgelände in Quitzow. Ein weiteres Lager vom Landesbetrieb Straßenwesen in der Prignitz befindet sich in Pritzwalk. Insgesamt stehen 14 Fahrzeuge für den Winterdienst zur Verfügung. Im Sommer haben diese jedoch andere Aufgaben. „Zum Teil sind die Fahrzeuge noch zum Grasmähen oder Bäume schneiden unterwegs, können aber jederzeit umgerüstet werden“, sagt Christian Höger. Dahinter stecke zwar ein großer logistischer Aufwand, worin der Landesbetrieb aber schon geübt sei.

800 Tonnen Streusalz lagern in einer riesigen Halle auf dem Werksgelände des Landesbetrieb Straßenwesen in Quitzow. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Bereits im September beginnen die Arbeiten für den Winterdienst. „Die Technik muss geprüft und instandgesetzt werden“, sagt Christian Höger. Die Wartung und Inspektion nehme viel Zeit in Anspruch. Das Streusalz greife nämlich das Material an, weshalb die Maschinen schneller kaputt gehen können als üblich. Deshalb gibt es jedes Jahr einen Tag der Winterdienst-Bereitschaft in Quitzow, an dem auch die Mitarbeiter auf die anstehenden Wintermonate vorbereitet und dafür geschult werden. Spätestens beim ersten Frost muss alles fertig und bereit sein.

Bundesstraßen haben bei Winterdienst vorrang

Zuletzt kam der Winterdienst im Februar zum Einsatz. Einen richtigen Winter gab es aus Sicht von Christian Höger aber schon lange nicht mehr. Sollte es doch einmal plötzlich so stark schneien, dass die Streu- und Räumfahrzeuge nicht mehr hinterherkommen, gibt es eine Prioritätenliste. „Die Bundesstraßen haben dabei immer Vorrang“, sagt Christian Höger. Arbeitsbeginn ist für den Winterdienst immer um drei Uhr nachts mit dem Ziel, die Straßen zum Berufsverkehr sicherer zu machen.

Diverse Aufsätze machen aus den Fahrzeuges des Landesbetrieb Straßenwesen ein Räum- und Streufahrzeug für den Winterdienst. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Präventive Maßnahmen gibt es beim Landesbetrieb nicht. Anders ist das bei der Kreisstraßenmeisterei. Hier wird anstatt von Feuchtsalz vorwiegend Sole verwendet. Diese kommt sowohl präventiv als auch bei überfrierender Nässe und Reif zum Einsatz. Damit wird weniger Salz gebraucht, und es haftet besser auf den Straßen. Erst bei Temperaturen von unter minus fünf Grad Celsius und Schnellfall wird auf Feuchtsalz umgestellt, wie Michael Becker, Leiter der Kreisstraßenmeisterei Prignitz, auf Nachfrage der MAZ sagt.

Autofahrer sollen sich auf Winter vorbereiten

Doch egal ,welches Verfahren angewendet wird, für die Autofahrer ist bei Schnee und Glätte trotz Winterdienst große Vorsicht geboten. Man sollte den Wetterbericht im Blick haben und morgens vor der Autofahrt das Radio einschalten, um vor Gefahren im Straßenverkehr gewarnt zu sein, rät Christian Höger. „Zudem ist es wichtig, rechtzeitig losfahren, Rücksicht auf andere nehmen und sich den Straßenverhältnissen anzupassen, um sicher anzukommen.“

Von Marcus J. Pfeiffer