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Perleberg Eine Bushaltestelle in der Perleberger Klinik
Lokales Prignitz Perleberg Eine Bushaltestelle in der Perleberger Klinik
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00:26 16.06.2019
Vier Tage lang sind die sechs Mädchen mit Kunsterzieherin Beate Groschinski auf der Station – Strich für Strich entsteht das fertige Motiv. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Perleberg

Eine Bushaltestelle im Kreiskrankenhaus: Sechs Schülerinnen des Marie-Curie-Gymnasiums aus Wittenberge sind schon seit Dienstag fleißig dabei. Mit Pinsel und Farbe bringen sie ein großes Motiv auf die Wand im Aufenthaltsraum der Psychiatrie in Perleberg. Am Freitag wollen sie mit dem XXL-Bild fertig sein.

Strich für Strich nimmt es Gestalt an. Die Schüler mischen die Farben, bringen Konturen rein und malen dreidimensional. „Das macht richtig Spaß“, betont Leonie Fischer. Sie mag es sehr, sich kreativ zu entfalten zu. Für die Schülerin ist es eine Herzenangelegenheit, bei dem Projekt im Krankenhaus mit dabei zu sein und den Leuten dort das Leben schöner zu machen.

Leonie Fischer mag es sich, sich kreativ ausleben zu können. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Bushaltestelle hat einen ernsten Hintergrund: „Viele Patienten hier leiden unter Demenz und haben das Bedürfnis nach Hause zu fahren“, erzählt Josephine Krüger. Die Bushaltestelle gibt ihnen eine alte vertraute Umgebung und schafft ehemalige Rituale.

Oft reicht dem Demenzerkranktem eine kurze Verweildauer an der Haltestelle aus, bis er den Grund für seine Reiseabsicht vergessen hat. Er kehrt dann auf die Station zurück und hat zum Teil den festen Glauben, woanders gewesen zu sein.

Nicht das erste Projekt

Das Bushalteschild steht schon, der Unterstand auch. Oben haben die Schüler mit dem Himmel angefangen, links soll noch ein Baum mit Blättern folgen. Sie haben echt Talent. „Wenn wir fertig sind, kann davor eine schöne große Bank stehen“, so Kunsterzieherin Beate Groschinski voller Kreativität.

Sie leitet die Arbeitsgemeinschaft Kunst am Wittenberger Gymnasium. Die sechs Mädchen machen dort mit. Sie sind in der siebten Klasse. Es ist ihr erstes Jahr an der Schule, haben jedoch in dieser Zeit viel erlebt. „Wir arbeiteten schon mit Gips und Ton und Wasserfarben“, berichtet Leonie Fischer.

Akribisch und mit einem Sinn für Kunst werden die Farben miteinander gemischt, um unterschiedliche Schattierungen zu erzeugen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Sie arbeiten mit eigenen Gedanken und lassen ihren Ideen freien Lauf, wie sie berichten. „Dabei steht immer der Spaß im Vordergrund“, so Josephine Krüger. Intensive Vorbereitungen gehören aber dazu: Bevor sie mit dem Malen so richtig loslegen konnten, fertigten die Gymnasiasten Skizzen mit dem Bleistift an. Diese übertrugen sie dann auf die Wand, bevor es mit Pinsel und Farbe losging.

In diesem Fall kam das Krankenhaus auf Beate Groschinski zu. „Sie hatten schon konkrete Ideen zu der Bushaltestelle“, sagt sie. Vor vielen Jahren hat ihre Vorgängerin gemeinsam mit Schülern der Schule nahezu die gesamte Kinderstation mit Figuren von Disney verziert. „Das muss kurz nach der Eröffnung des Kreiskrankenhauses gewesen sein.“ Dieses Projekt wird nun nach langer Zeit fortgeführt.

Alle sind voll bei der Sache

Es ist auch schon die nächste Aktion in Aussicht: Einen Gang weiter soll ein nächster Blickfang auf der Psychiatrie im Kreiskrankenhaus entstehen. Details dazu gebe es noch nicht, das Krankenhaus habe aber bereits nachgefragt, wie Beate Groschinski bestätigt. Sie leitet die Arbeitsgemeinschaft Kunst nun schon das zweite Jahr am Marie-Curie-Gymnasium.

Ihr Schützlinge haben echt Talent, wie sie selbst die Arbeit einschätzt. „Alle sind voll bei der Sache.“ Sie machen freiwillig nach der eigentlichen Schulzeit mit. Leonie Fischer und Josephine Krüger wollen auf jeden Fall auch im nächsten Schuljahr unbedingt wieder in der AG mit dabei sein.

Von Marcus J. Pfeiffer

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