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Perleberg Seltene Flurnamen in der Prignitz: Wie es der „Käsebeutel“ auf die Karte schaffte
Lokales Prignitz Perleberg Seltene Flurnamen in der Prignitz: Wie es der „Käsebeutel“ auf die Karte schaffte
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17:12 24.10.2019
Blick über die Elbe auf Lütkenwisch. Heute verbindet der Fluss, bis 1989 verlief hier die Grenze. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Der Landkreis Prignitz möchte neben den Feierlichkeiten am 9. November in Lütkenwisch einen weiteren Aspekt beleuchten, der mit der deutschen Teilung zu tun hat: Grenzen – politisch, topografisch, eigentumsrechtlich. So lautet das Thema einer Veranstaltung, die am 13. November in Perleberg stattfindet.

Vortrag zur Prignitz als Grenzregion

Ein Programmpunkt ist dem Thema „Gewanne“ gewidmet. Ein Begriff aus dem Bereich der Vermessung, der wohl nur Fachleuten bekannt ist, aber durchaus dazu taugt, ein paar spannende Aspekte aus Feld und Flur vorzustellen.

Diese Aufgabe haben zwei junge Kollegen aus der Katasterbehörde des Landkreises übernommen, deren Chefin Christine Lindow den Anstoß für einen Vortrag gab. Christoph Richard und Ina Werner machten sich daraufhin ans Werk, um im Haus für „Die Prignitz als Grenzregion – was heißt das heute?“ zu recherchieren.

Der Weg zu prall gefüllten Ordnern und unzähligen alten, oftmals handgezeichneten Plänen, führt in den Keller der Bergstraße 1. Hier schlummern die Schätze aus den vergangenen Jahrhunderten. Gut klimatisiert, um dem Schimmel keine Chance zu geben, warten rund 16 Kilometer Karten darauf, ab und an hervorgeholt und studiert zu werden.

Seltene Flurnamen regen die Fantasie an

Richard und Werner haben das mit dem besonderen Blick für die Gewanne gemacht. Dahinter verbergen sich sehr individuelle Flurnamen, die keinesfalls mit den alten Akten im Archiv verschwunden sind. „Die Gewannbezeichnung wird auch in die digitalen Karten übernommen“, erklärt Christine Lindow.

Natürlich sind manche bis heute überliefert und im Wortschatz der Bewohner verankert. Quer durch die Prignitz lassen die Namen Rückschlüsse auf die Gegebenheiten vor Ort zu und regen vor allem die Fantasie an.

So gibt es zum Beispiel in Bad Wilsnacker Karten die Bezeichnungen „Dicke Muhmen“, „Todschlag“ oder „Krankenbucht“. Steinberg in der Gemeinde Groß Pankow hat einen „Käsebeutel“, Klein Woltersdorf den „Grützkessel“ und Boberow die „Süßen Löcher“.

Flurnamen sind ein Stück Kulturgeschichte

Praktisch veranlagt schienen die Menschen in Garlin (Gemeinde Karstädt) gewesen zu sein, die ihre Flure „Heiratsstücke“ genannt haben. Weniger einladend klingt dagegen die Wortwahl aus Laaske im Amt Putlitz-Berge: Hier befindet sich der „große Mückenbusch“.

Ergänzend zu dem Vortrag wird am 13. November auch eine Ausstellung zum Thema eröffnet: „Gewanne – abgegrenzte Regionen im ländlichen Raum“. Hier werden die kulturhistorische Bedeutung der Begriffe und die Geschichte des Katasterwesens mit seinem Ursprung in Preußen beleuchtet.

Einen weiteren Beitrag liefert Dieter Kertscher aus Wolfenbüttel. Der frühere leitende Vermessungsdirektor gibt „seltene Einblicke in die Vermessungsarbeiten“ entlang der ehemaligen Grenze von der Ostsee bis nach Bayern.

Zusätzlich lädt die Kreisverwaltung ins Archiv der Katasterbehörde ein und zeigt Interessierten die Bestände. Da schlummert bestimmt noch der eine oder andere kuriose Flurname und wartet auf seine Entdeckung.

Von Stephanie Fedders

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