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Perleberg So soll mit einer Erfindung aus Perleberg das Blutdruckmessen genauer werden
Lokales Prignitz Perleberg So soll mit einer Erfindung aus Perleberg das Blutdruckmessen genauer werden
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13:25 12.02.2020
Forscher aus Perleberg: Holger Redtel. Quelle: privat
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Perleberg

Die weiße Villa in der Perleberger Innenstadt hat ein ganz anderes Innenleben, als es die Außenansicht vermuten lässt. Hier wird nicht gewohnt. Hier wird geforscht. Und das schon seit einigen Jahren.

Riva-Rocci-Methode wird seit 1896 angewandt

Holger Redtel hat sich mit seinem Team der Suche nach besseren medizinischen Produkten verschrieben. Einiges hat der Perleberger schon ausgetüftelt. Nicht alles brachte am Ende den gewünschten Erfolg, vieles wurde wieder verworfen. Jetzt wähnt er sich aber auf dem richtigen Weg.

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Es geht um die Verbesserung der mehr als einhundert Jahre alten Methode, den Blutdruck zu messen. Der Italiener Scipione Riva-Rocci stellte 1896 das bis heute anerkannte Verfahren zur Blutdruckbestimmung vor. Nach wie vor wird Patienten dafür eine Oberarmmanschette angelegt und der Druck in einem Blutgefäß gemessen.

Da die Messwerte erwiesenermaßen zu rund 15 Prozent ungenau sind, hat Holger Redtel das zum Anlass genommen, eine verbesserte Methode – die Redtel-Methode – auszutüfteln. „Damit sind weniger als fünf Prozent ungenau“, sagt Redtel.

Fehler entstehen durch atmungsaktive Schwankungen

Der Fehler entstünde durch die atmungsabhängigen Schwankungen. Und diese könnten mit einer einmaligen Messung gar nicht erfasst werden, erklärt Redtel. Sein Ziel: Einen Weg zu finden, um Blutdruck kontinuierlich messen zu können.

Und das soll eine in seinem Haus entwickelte Software leisten, die mit auf dem Markt erhältlichen Geräten funktioniert, also bereits vorhandene Hardware nutzt.

Wie wichtig diese Arbeit ist, in die Holger Redtel all seine Zeit steckt, weiß er aus Erfahrung. Tagtäglich begegnen ihm die Menschen in seinem Fitnessstudio, denen als Reha-Maßnahme Bewegung verordnet wurde. Oft bekomme er die Frage gestellt, ob sie die Übungen richtig absolvierten. Aber darauf könne er weder mit ja noch mit nein antworten.

Eine Software soll genauere Ergebnisse bringen

Was für Holger Redtel wiederum mit der ungenauen und nicht lange genug durchgeführten Blutdruckmessung zusammenhängt. Vielleicht suggeriert der ermittelte Wert einen moderaten Blutdruck, vielleicht ist er aber auch schon zu hoch – beides lasse die bisherige Messmethode zu.

Schafft es Holger Redtel, seine Software am Markt zu etablieren, verspricht er sich davon eine Steigerung der Lebensqualität für diejenigen, die unter Bluthochdruck leiden. Das sind laut der Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention rund 20 bis 30 Millionen Bundesbürger.

„Wenn wir genauer messen und Medikamente besser dosieren, senken wir dadurch die Sterblichkeit bei Herzerkrankungen oder Schlaganfall“, erklärt Holger Redtel, der für seine Erfindung weltweit bereits etliche Patente angemeldet hat.

TGZ Prignitz unterstützt Holger Redtel

Vor Ort findet Holger Redtel Unterstützung beim Technologie- und Gewerbezentrum (TGZ). Mit Christian Rose, Mitarbeiter für Wirtschaftsförderung, steht er in regelmäßigem Austausch. Das TGZ nutzt seine Erfahrungen und Kontakte und hilft Redtel unter anderem bei der Vermarktung seiner Erfindung.

Rose spricht von einem „innovativen Produkt aus der Prignitz“. Redtel von einer klinischen Studie mit Anwendung seiner Software als nächsten Schritt. Man darf gespannt sein, was noch alles in der weißen Villa in Perleberg erforscht wird.

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