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Perleberg Tagesgruppe Tandem beim CJD wird zehn Jahre alt
Lokales Prignitz Perleberg Tagesgruppe Tandem beim CJD wird zehn Jahre alt
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18:46 26.09.2019
Auf dem Hof konnten Kinder und Eltern Figuren bemalen. Quelle: Bernd Atzenroth
Perleberg

Sie brauchen einen festen Rahmen, und den bekommen sie im Tandem-Projekt. Sechs Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren werden dort derzeit in Perleberg betreut. Es geht um schulpflichtige Kinder, die emotionalen und sozialen Unterstützungsbedarf haben. Dafür gibt es beim Christlichen Jugenddorfwerk (CJD) ein teilstationäres Angebot außerhalb des Unterrichts. Dieses gibt es seit genau zehn Jahren – Anlass für eine kleine Feier beim CJD in Perleberg am Donnerstag.

Im Bällebad, hier "Aquarium" getauft, ist beides möglich: zur Ruhe kommen und Herumtoben. Quelle: Bernd Atzenroth

Die pädagogische Leiterin der Tagesgruppe Tandem, Kathleen Wachshofer, und die Abteilungsleiterin Kinder-, Jugend- und Familienhilfe beim CJD, Petra Maaß, begrüßten dazu unter anderem den Gesamtleiter des CJD Berlin-Brandenburg, Wolfgang Bergner, sowie David Kahl, Sachbereichsleiter Allgemeiner Sozialer Dienst beim Landkreis Prignitz, die beide zum runden Geburtstag gratulierten. Dazu kamen vielen Interessenten, Kolleginnen, Eltern, Kinder und „Ehemalige“, die sich über die Tagesgruppe informieren wollten.

„Wir müssen früher ansetzen, da, wo es schon in der Schule Probleme gibt.“

„Im Herbst 2009 haben wir uns der Herausforderung gestellt“, erinnert sich Petra Maaß und erläutert gleich den Hintergrund: „Wir hatten mit jungen Menschen zu tun, die ohne Schulabschluss auf den Arbeitsmarkt kamen und keine Chance mehr hatten. Da haben wir gewusst: Wir müssen früher ansetzen, da, wo es schon in der Schule Probleme gibt.“ Also zum Beispiel, bevor junge Leute zu Schulabbrechern werden.

Die Tandem-Gruppe hat eine eigene Foto-AG. Deren Ergebnisse waren an diesem Nachmittag auch ausgestellt. Quelle: Bernd Atzenroth

So entstand Tandem als Ansatz des sozialen Lernens in der Gruppe für Kinder bis zum 14. Lebensjahr, aber auch darüber hinaus. In dem Angebot soll den Kindern Begleitung gegeben werden, wenn sie sich ihren sozial-emotionalen und psychischen Problemen stellen. Dafür gibt es Einzel- wie Gruppengespräche. Kinder können sich dort auch in ganz unterschiedlicher Form kreativ betätigen – zu sehen war hier zum Beispiel das Resultat der Arbeit in einer Foto-AG.

Wichtig ist es auch mit den Kindern ihre Zielvorstellungen zu klären. Im Flur hängen unter der Überschrift „Mein Ziel“ ein paar Zettel, auf denen sie ihre Ziele der Woche formulieren, und sei es, dass sie es schaffen wollen, zehn Minuten ohne Streit mit den anderen Kindern auszukommen.

Kathleen Wachshofer, pädagoische Leiterin der Tandem-Gruppe, erhielt Blumen von Wolfgang Bergner, Gesamtleiter im CJD Berlin-Brandenburg. Quelle: Bernd Atzenroth

In der Regel kommen die Kinder über das Jugendamt in die Obhut der CJD-Betreuerinnen, neben Kathleen Wachshofer zwei feste Mitarbeiter und zwei Azubis. „Der Fokus liegt immer auf der Gruppenarbeit“, sagt Kathleen Wachshofer.

Die Kinder müssten gruppenfähig gemacht werden. Oft fehlt ihnen der festen Rahmen, den sie hier bekommen. Doch legt das Team auch Wert darauf, dass die Kinder ihre Ruhephasen haben. Dafür gibt es einen Ruheraum und das „Aquarium“, ein Raum mit einem Bällebad, in dem sowohl Ruhe als auch Toben an gesagt sein kann. „Die Kinder haben einen langen Tag“, sagt Kathleen Wachshofer.

„Die Erfahrung der Jugendhilfe ist: Der Erfolg ist schon beeindruckend.“

Aber ist dies auch nachhaltig? Schließlich bleiben die Kinder nur zwei Jahre in dem Projekt und laut Kathleen Wachshofer ist der Anspruch, dass sie „dann erfolgreich entlassen werden sollten“. Aber damit das auch klappt, müssen die Entern und das Umfeld einbezogen werden. Schließlich sind es gerade familiäre Situationen, welche die Probleme der Kinder verursacht haben. Ergo: „Bei uns liegt ein großer Fokus auf Elternarbeit“, betont, Kathleen Wachshofer. Sie und ihre Kolleginnen geben Unterstützung, und wenn die Familien das auch wollen, schauen sie, wo sich etwas verändern lässt. Sie beziehen dabei auch die Elternschule mit ein. Zudem hat das Team immer noch viel Kontakt mit Ehemaligen, um den Erfolg bewerten zu können.

Nach Ansicht von David Kahl klappt das alles sehr gut: „Die Erfahrung der Jugendhilfe ist: Der Erfolg ist schon beeindruckend.“ Tandem werde vom Jugendamt „regelmäßig und gern belegt, weil die Notwendigkeit dafür da ist“.

Von Bernd Atzenroth

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