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Perleberg Technologietag: Künstliche Intelligenz erleben
Lokales Prignitz Perleberg Technologietag: Künstliche Intelligenz erleben
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00:24 23.05.2019
Die Initiatoren, Organisatoren und Referenten des Perleberger Technologietages stellten das diesjährige breit gefächerte Programm vor. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Perleberg

„Innovationen einsetzen können nicht nur die Großstädte, das können auch wir“, sagt Bürgermeisterin Annett Jura. Das will Perleberg beim siebten Technologietag am 5. Juni beweisen. Nach dreijähriger Pause findet er in diesem Jahr unter dem Motto „künstliche Intelligenz“ statt und lehnt damit auch an das gleichnamige Wissenschaftsjahr des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an.

„Damit wird eine Tradition fortgesetzt, die sowohl Schüler, als auch Unternehmer anspricht“, so Jura. Der Regionale Wachstumskern Prignitz, das Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen, die Präsenzstelle Prignitz der Brandenburgischen Hochschulen, die Wirtschaftsförderung Brandenburg, das Regionalcenter Nordwest-Brandenburg und das Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz haben als Veranstalter ein breites Programm auf die Beine gestellt.

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Schüler bekommen Einblick in Technik

Ab 10 Uhr gibt es im Wallgebäude kurze wissenschaftliche, jedoch für jeden nachvollziehbare Fachvorträge zum Thema Forschung, Intelligenz in der Gesellschaft und IT-Sicherheit. Am Nachmittag folgen in der Bibliothek und im benachbarten Gymnasium Workshops für Unternehmen und Schulen. Ziel der Veranstalter sei der Wissens- und Technologietransfer, der gemeinsame Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaftlern und Experten zu neuesten Technologien.

Die teilnehmenden Schüler – der neunten bis elften Klasse – können dabei einen ganz anderen Blick auf den Alltag werfen und hinter die Kulissen von Technik und Innovationen schauen. Im Baukasten-Workshop können sie aus Kunststoff-Streifen und -Rohren klappbare Smartphonehalter bauen und mit nach Hause nehmen. Mit den kleinen Ozobots, sehr einfache Roboter, wird es für sie möglich, das komplexe Thema künstliche Intelligenz und Programmierung anschaulich zu verstehen.

Effizienz bleibt oft auf der Strecke

Für die Unternehmen tauchen die Workshops noch tiefer in das Thema ein. Das Unternehmen Schorisch Magis aus Karstädt wird die Möglichkeiten, die der Einzug künstlicher Intelligenz in Produktionsprozesse von mittelständischen Unternehmen bietet, thematisieren. Die Ergebnisse von Arbeiten seien gut, doch die Effizienz, wie zum Beispiel ein Schweißgerät arbeitet, bliebe oft auf der Strecke.

„Wo heute Daten ausgewertet werden können, entsteht ein Wettbewerbsvorteil“, sagt Initiator Emil Schlumberger, Geschäftsführer der Schwesterfirma Schoris Elektronik in Wentorf bei Hamburg. Anhand der regional gesammelten Daten, die in der Cloud zusammengeführt werden, entstehen bei Schoris Magis in Karstädt Nutzungsprofile für Schweißanlagen, anhand derer die Dimensionierung der Geräte für die jeweiligen Aufgaben besser gesteuert und ihr idealer Betriebszustand im Voraus berechnet werden kann.

Künstliche Intelligenz im Mittelstand

„Unser Ziel ist es schon vorher zu wissen, wann ein Gerät ausfällt“, erzählt Kirsten Schönharting aus dem Vorstand der Schorisch AG. Detlef Möhr und Emil Schlumberger, Geschäftsführer der Schorisch Gruppe, werden beim Technologietag am Beispiel einer Stahlanlagenfertigung zeigen, wie real und überraschend einfach Künstliche Intelligenz auch im Mittelstand Einzug finden kann.

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung allein auf den neusten Technologien. Vor drei Jahren gab es noch den Zusatz Energie- und Technologietag. Ersteres fiel nun weg, um einen deutlicheren Schwerpunkt zu betonen, informierte Holger Lossin, Geschäftsführer der PVU. Die Fachvorträge zum siebten Technologietag am Vormittag sind öffentlich.

Von Marcus J. Pfeiffer