Wittenberge: Ehrenamtler für das erste Hospiz in der Prignitz gesucht
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Wittenberge: Ehrenamtler für das erste Hospiz in der Prignitz gesucht

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14:03 24.01.2021
Mit diesen Mitarbeitern nimmt das Hospiz in Wittenberge die Arbeit auf. Links deer Hospizleiter Stephan Michelis, Sechste von links ist Renate Schwarz.
Mit diesen Mitarbeitern nimmt das Hospiz in Wittenberge die Arbeit auf. Links deer Hospizleiter Stephan Michelis, Sechste von links ist Renate Schwarz. Quelle: Hospiz Wittenberge
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Wittenberge

Der erste große Schritt ist getan mit der Eröffnung des ersten Hospizes in der Prignitz. Die ersten Gäste sind in das Haus in Wittenberge eingezogen, die ersten Mitarbeiter angestellt. Doch hinter den Kulissen ist noch viel zu tun. Es gilt, ein Team hinter dem Team aufzubauen.

Renate Schwarz koordiniert die ehrenamtliche Hospizarbeit in Wittenberge

Das ist die Aufgabe von Renate Schwarz, die als Assistentin der Geschäftsleitung um den Hospizleiter Stephan Michelis seit dem 1. Oktober 2020 für das Sterbehaus an der Elbe arbeitet. Die 64-Jährige, die 15 Jahre lang das Hospiz „Haus Wegwarte“ in Neuruppin geleitet hat, kümmert sich jetzt um die Koordination der ehrenamtlichen Kräfte. Sie sollen die Einrichtung am Elsternweg unterstützen.

Renate Schwarz (rechts) und ihre Nachfolgerin Juliane Schößler vom Hospiz Haus Wegwarte in Neuruppin. Quelle: Henry Mundt

„Es gehört zu einem stationären Hospiz dazu, eigene ehrenamtliche Helfer zu haben“, erklärt Schwarz, die selbst 2002 als ehrenamtliche Hospiz-Begleiterin begann.

Was sich in Neuruppin über die Jahre bereits etabliert hat, muss sich in der Prignitz erst finden. Eine Frau aus Wittenberge habe schon zugesagt, drei weitere Personen hätten Interesse bekundet, berichtet Renate Schwarz. Sie weiß aus eigener Erfahrung, dass es seine Zeit braucht, bis die Gruppe sich gebildet hat.

Ehrenamtler entlasten Pflegekräfte und Angehörige im Hospiz Wittenberge

„Man muss bereit sein, sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen“, sagt die Walslebenerin. Für die ehrenamtliche Arbeit kann es eine Hilfe sein, wenn man selbst Verluste erlebt hat. Dann falle es leichter, einen Menschen auf seinem letzten Lebensabschnitt zu begleiten.

Das erste Hospiz in der Prignitz wurde am 22. Januar offiziell in Wittenberge eröffnet. Quelle: Stephanie Fedders

„Solche Situationen muss man aushalten können“, bekräftigt Renate Schwarz. Viele Menschen wollen nicht über das Sterben reden. Aber darauf käme es am Ende an. Das sei ein wichtiger Teil der Hospizarbeit, den die Pflegekräfte und auch die Angehörigen oft nicht leisten könnten.

Die ehrenamtliche Unterstützung soll den Gästen einen normalen Alltag ermöglichen. Gespräche, Spaziergänge und Ausflüge sind Beispiele für die Gestaltung der Freizeit, die die Hospizhelfer übernehmen.

Hospiz Wittenberge arbeitet mit dem DRK Prignitz und der Diakonie

Dafür gebe es genug Zeit und Möglichkeiten, um sich „langsam heranzutasten“, sagt Renate Schwarz. Eine Dame habe sich schon gemeldet und möchte gern einmal in der Woche zum Kaffee trinken vorbeikommen und selbstgebackenen Kuchen mitbringen. Auch das sei eine Möglichkeit, das Haus und seine Gäste kennenzulernen.

Ergänzend zur eigenen Gruppe, die Renate Schwarz gern bis März aufgebaut haben möchte, soll es eine Zusammenarbeit mit den beiden ambulanten Hospizdiensten in der Prignitz geben, die vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes und vom Diakoniewerk Karstädt-Wilsnack koordiniert werden. Deren ehrenamtlichen Kräfte könnten dann auch im Hospiz in Wittenberge tätig werden.

Interessierte, die das Haus im Elsternweg 15 kennenlernen möchten, sind jederzeit willkommen. „Sie können sich telefonisch anmelden, einen Termin mit uns vereinbaren und alles anschauen“, sagt Renate Schwarz. Sie freut sich auf die Arbeit mit neuen Mitarbeitern.

Informationen über die ehrenamtliche Hospizhilfe gibt es auf der Internetseite www.hospiz-prignitz.de. Renate Schwarz ist telefonisch zu erreichen unter 03877/5 61 56 13 und per E-Mail an r.schwarz@hospiz-prignitz.de.

Von Stephanie Fedders