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Perleberg Zu wenig Schauspieler – Wunderknabe von Kehrberg fällt aus
Lokales Prignitz Perleberg Zu wenig Schauspieler – Wunderknabe von Kehrberg fällt aus
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15:19 13.05.2019
Der Wunderknabe in Aktion während einer der Aufführungen in Kehrberg. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Kehrberg

Es hätte ein Wunder gebraucht, um den Wunderknaben zu retten. Was schon Anfang des 18. Jahrhunderts nicht gelang, ist leider auch in diesen Tagen traurige Gewissheit: Das Theaterstück über das berühmte Kind aus Kehrberg wird in diesem Jahr nicht aufgeführt.

Fehlende Darsteller zwingen zur Absage

Der zwölfte Auftritt hätte es sein können, der für den 25. August geplant war. Im Schatten der altehrwürdigen Kirche des Groß Pankower Ortsteils sollte die Geschichte des Johann Ludwig Hohenstein wieder erzählt werden. Der Knabe, der im zarten Alter von einem Jahr durch Handauflegen Kranke heilen konnte, und dessen kurze Geschichte auf einer Bühne in seinem Geburtsort wieder lebendig wurde.

Ein König führte auch Regie: Sven Hampel (l.) gibt Darstellern Hinweise für die Bühnenpräsenz. Quelle: Christamaria Ruch

Das gehört jetzt der Vergangenheit an. Fehlende Darsteller für das Stück beklagen die Verantwortlichen unisono. Seitdem sich abzeichnete, dass das Ensemble nicht zusammenbleibt, begann die Suche nach neuen Schauspielern – vergebens. „Es ist uns nicht gelungen, die Rollen wieder zu besetzen“, schildert Pfarrer Christian Gogoll.

Dabei gehe es nicht um Neben- sondern gleich um drei Hauptrollen mit entsprechend großem Anteil am Text. Eine Neubesetzung wäre aus Alters- und beruflichen Gründen notwendig, sagt Sven Hampel, der seit 2017 die Regie führte und seit der Premiere als Friedrich der Erste auf der Bühne stand.

Neue Ideen für das Stück vom Wunderknaben gab es schon

Natürlich gab es Überlegungen, berichtet Hampel, das Stück mit weniger Akteuren aufzuführen. „Irgendwann wäre aber ein Punkt erreicht, an dem es nur noch eine Lesung gewesen wäre.“ Eine Entwicklung gegen die Richtung, die Hampel vorschwebte: „Wir wollten neue Ideen einbauen und das Stück eigentlich erweitern“, verrät er.

Schicksalsergeben haben Regisseur und verbliebene Ensemble-Mitglieder das sich abzeichnende Ende des Stückes nicht hingenommen. Bis kurz vor Ostern dauerten die Bemühungen, neue Kollegen zu gewinnen. Doch die Zeit lief ihnen davon. „Im Mai beginnen wir sonst immer mit den ersten Proben“, erinnert Hampel.

Ob es einen Neuanfang mit dem Wunderknaben von Kehrberg geben kann, ist derzeit so ungewiss wie das Schicksal des Jungen, der wahrscheinlich 1736 fernab seiner Heimat in Berlin verstarb. „Wenn man es einmal ausfallen lässt, ist es vorbei“, prophezeit Sven Hampel.

Die freie Zeit weiß der Berufsfeuerwehrmann und Gründer der Laientheatergruppe in Kunow wohl zu nutzen: Die Instandsetzungsarbeiten an der Kirche Kunow sind noch nicht abgeschlossen. Es braucht kein Wunder, sondern 14 000 Euro, um eine Gedenktafel und die alten Leuchter restaurieren zu lassen. Und die möchte das Gemeindekirchenratsmitglied unbedingt zusammen bekommen.

Von Stephanie Fedders

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